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Wärmepumpe im Zweifamilienhaus und in der Doppelhaushälfte: Kosten und Planung

vor 20 Stunden
13 Min. Lesezeit

Zwei Wohnungen, zwei Haushalte – brauchst du dafür auch zwei Wärmepumpen? Und wie teuer wird der Umbau, wenn eine Wohnung Heizkörper hat, die andere eine Fußbodenheizung oder der Heizraum unter dem Dach liegt?


Unsere vier bezifferten Angebote für Zweifamilienhäuser liegen zwischen rund 31.800 und 41.800 Euro brutto vor Förderung. Für Doppelhaushälften sind sechs Angebote zwischen rund 31.600 und 43.300 Euro erfasst. Hinter diesen Preisen stehen unterschiedliche Anlagen und Einbausituationen. Manche Angebote enthalten noch nicht alle notwendigen Arbeiten.


Für dein Budget ist deshalb entscheidend, was die Wärmepumpe versorgen soll: zwei Wohnungen in einem Haus, nur deine Doppelhaushälfte oder beide Haushälften gemeinsam. Hier findest du die konkreten Kostenbeispiele und die Fragen, die du vor dem Heizungstausch klären solltest.


Was kostet eine Wärmepumpe im Zweifamilienhaus oder in der Doppelhaushälfte?

Die erfassten Preise beziehen sich auf Luft-Wasser-Wärmepumpen mit Einbau. Reine Gerätepreise und Erdwärmeanlagen mit Bohrung sind darin nicht enthalten.

Gebäudesituation

Angebote mit Gesamtpreis

Erfasste Bruttosummen vor Förderung

Zweifamilienhaus

4 Angebote für 3 erkennbare Projekte

31.808,70–41.813 €

Doppelhaushälfte

6 Angebote

31.627–43.344 €

Die meisten dieser Angebotssummen bewegen sich im Bereich von gut 30.000 bis gut 40.000 Euro. Das ist eine erste Orientierung aus wenigen konkreten Vorhaben, keine Preisgarantie für dein Haus.

 

Rechnerisch liegt der mittlere Preis, der Median, bei rund 36.700 Euro für die Zweifamilienhaus-Angebote und 34.600 Euro für die Doppelhaushälften. Die Hälfte der Preise liegt jeweils darunter, die andere Hälfte darüber. Beim Zweifamilienhaus stammen allerdings zwei der vier Preise vom selben Projekt. Ein verlässlicher Preisaufschlag gegenüber der Doppelhaushälfte lässt sich daraus nicht ableiten.


Ein weiterer Zweifamilienhaus-Fall beschreibt die geplante Technik, nennt aber keinen Gesamtpreis. Er hilft bei der Einordnung der Anlagenkonzepte, nicht bei der Berechnung der Preisspanne.


Für deine Planung gilt:

Vollständiges Projektbudget = Angebotssumme + notwendige, noch nicht enthaltene Arbeiten.


Die ausführliche Übersicht zu Gerät, Montage, Elektrik und weiteren Kostenfaktoren findest du im Hauptbeitrag Wärmepumpe: Kosten mit Einbau.


Zweifamilienhaus oder Doppelhaushälfte: Was soll die Anlage versorgen?

Die Begriffe beschreiben unterschiedliche Dinge. Im Zweifamilienhaus geht es um zwei Wohnungen in einem Gebäude. Die Doppelhaushälfte beschreibt zunächst die Bauform. Sie kann nur eine Wohnung haben – oder zusätzlich eine Einliegerwohnung.

Deine Situation

Was du bei der Planung klären solltest

Zwei Wohnungen mit gemeinsamer Zentralheizung

Kann die vorhandene Verteilung weitergenutzt werden? Wie werden Heizung, Warmwasser und Verbrauchserfassung gelöst?

Zwei Wohnungen mit bisher getrennten Heizungen

Welche neuen Leitungen und Anschlüsse wären für eine gemeinsame Versorgung nötig?

Eine Doppelhaushälfte mit eigener Heizung

Die Anlage wird für den Bedarf dieser Hälfte ausgelegt; die Nachbarhälfte wird dadurch nicht automatisch mitversorgt.

Beide Doppelhaushälften sollen gemeinsam beheizt werden

Zusätzlich sind Leitungen zwischen den Häusern, Eigentum, Zugang, Abrechnung und die gemeinsame Betriebsorganisation zu klären.

Haus mit Einliegerwohnung

Prüfen, welche Räume tatsächlich zur zweiten Wohnung gehören und wie beide Haushalte versorgt werden. Für Förderfragen zählt die anerkannte Zahl der Wohneinheiten.

Eine gemeinsame Wand bedeutet keine gemeinsame Heizungsanlage. Angebote für den Austausch einer eigenen Heizung in einer Doppelhaushälfte sind deshalb kein Preisbeleg für die Versorgung des gesamten Doppelhauses.


Konkrete Kostenbeispiele aus Zweifamilienhäusern und Doppelhaushälften

Hier sind zunächst alle zehn bezifferten Angebote im Überblick. Die Kennzeichnungen entsprechen der ersten Grafik. Danach gehen wir auf die Unterschiede ein, die für dein eigenes Vorhaben besonders hilfreich sind.

Nr.

Haus und bisherige Heizung

Angebotene Anlage

Gesamtpreis brutto

Z1

Zweifamilienhaus aus den 1980ern, Öl, Heizkörper mit Einrohrsystem

Wolf CHA-10

31.808,70 €

Z2

Zweifamilienhaus von 1975, 190 m², Gas, Heizkörper

Buderus WLW186i-10

35.000 €

Z3

Zweifamilienhaus, ca. 240 m², Gas, Heizkörper

Vaillant aroTHERM plus VWL 125/8.1 A

38.487 €

Z4

Dasselbe 190-m²-Haus wie Z2; zweites Angebot

Vaillant aroTHERM plus 125/6

41.813 €

D1

Doppelhaushälfte von 1920, 115 m², Gas, Heizkörper

Stiebel Eltron WPL-A 07.2 Trend mit HSBC 200

31.627 €

D2

Doppelhaushälfte, ca. 130 m², Gasheizung im Dachgeschoss

Weishaupt WSB 8-A, Split

32.886,97 €

D3

Doppelhaushälfte von 1989, 172 m², Öl, ca. 13 Heizkörper

Bosch Compress 5800i/6800i, Angebot nennt beide Baureihen

34.000 €

D4

Doppelhaushälfte von 1920, 130 m², Gas, Heizkörper

Viessmann Vitocal 250-A

35.286 €

D5

Doppelhaushälfte, 240 m²

Buderus-Paket mit TP70-Inneneinheit

36.451,28 €

D6

Doppelhaushälfte, Fußbodenheizung in Eigenleistung vorgesehen

Buderus WLW186i-7 AR E

43.344 €

Alle Gesamtpreise vor Förderung. Die Angebote unterscheiden sich im Leistungsumfang. Bei D2 ist zusätzlich ein Verhandlungsstand von ungefähr 32.000 Euro erwähnt; für Übersicht und Kennzahlen verwenden wir den zuerst dokumentierten Preis von 32.886,97 Euro.


Dasselbe Zweifamilienhaus: 6.813 Euro Unterschied zwischen zwei Angeboten

Für das Zweifamilienhaus von 1975 mit 190 m² liegen zwei Angebote vor. Die vorhandene Gasheizung soll ersetzt werden; die Heizkörper sollen bleiben.

Merkmal

Buderus-Angebot

Vaillant-Angebot

Gesamtpreis brutto

35.000 €

41.813 €

Genanntes Modell

WLW186i-10

aroTHERM plus 125/6

Heizpuffer

Nicht näher dokumentiert

200 Liter

Warmwasser

Speicher erwähnt, Größe offen

300-Liter-Speicher

Heizkörpertausch vorgesehen

Nein

Nein

Belastbare Heizlast aus den erfassten Angaben

Nicht angegeben

Nicht angegeben

Das teurere Angebot liegt 6.813 Euro beziehungsweise rund 19,5 Prozent über dem günstigeren. Weil beide dasselbe Haus betreffen, ist dieser Vergleich hilfreicher als der Abstand zwischen zwei völlig unterschiedlichen Gebäuden.

Balkendiagramm zu 2 Heizungsangeboten für das selbe Haus: A Buderus 35.000 €, B Vaillant 41.813 €, 6.813 € Preisunterschied.

 

Trotzdem ist damit noch nicht geklärt, welches Angebot besser passt. Beim günstigeren sind die Speicherangaben weniger vollständig erfasst; auch die angebotenen Geräte unterscheiden sich. „Nicht dokumentiert“ bedeutet dabei nicht automatisch „nicht enthalten“.


Die richtige Frage für den Vergleich lautet: Welche Arbeiten und Komponenten bekomme ich jeweils – und warum wurde genau diese Anlage vorgeschlagen? Ein allgemeiner Preisvorteil von Buderus gegenüber Vaillant lässt sich aus diesem Paar nicht ableiten.


Zweifamilienhaus mit 240 m² und vorhandener Solarthermie

Das Angebot über 38.487 Euro umfasst eine Vaillant VWL 125/8.1 A, einen 100-Liter-Heizpuffer und einen 300-Liter-Warmwasserspeicher. Im Haus sind Heizkörper und Solarthermie vorhanden.


Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ist vorgesehen, ein Ergebnis aber noch nicht dokumentiert. Lass daher vor der endgültigen Gerätewahl bestätigen, welche Leistung dein Haus tatsächlich benötigt. Bei vorhandener Solarthermie gehört außerdem ins Angebot, ob und wie sie weitergenutzt wird.


Fundament, Elektrik und Montage sind als eigene Positionen erfasst. Da deren Netto-/Bruttobasis nicht eindeutig festgehalten ist, machen wir daraus keine zusätzliche pauschale Kostenrechnung. Der Gesamtpreis ist als Bruttosumme dokumentiert.


Günstigstes Zweifamilienhaus-Angebot: Einrohrheizung und Tankfrage prüfen

Das Wolf-Angebot über 31.808,70 Euro betrifft ein Zweifamilienhaus aus den 1980ern. Genannt werden etwa 2.500 Liter bisheriger Ölverbrauch pro Jahr, Heizkörper mit Einrohrsystem und hohe Vorlauftemperaturen. Geplant sind ein 200-Liter-Heizpuffer, ein 500-Liter-Hygienespeicher und die Einbindung der Solarthermie.


Die Montage ist mit 5.646,55 Euro ausdrücklich brutto ausgewiesen. Dieser Betrag gehört zum beschriebenen Angebot; er wird nicht zusätzlich auf die Gesamtpreisangabe aufgeschlagen. Er ist ein konkreter Einzelwert, kein durchschnittlicher Montagepreis für Zweifamilienhäuser.


Zwei Punkte solltest du bei einem ähnlichen Angebot klären: Eine berechnete Heizlast fehlt, und der Ausbau der Ölheizung ist nicht gleichbedeutend mit einer zugesagten Öltankentsorgung. Die niedrige Gesamtsumme sagt auch noch nichts darüber aus, ob das vorhandene Einrohrsystem bei den geplanten Temperaturen ausreichend Wärme verteilt.


Doppelhaushälfte mit Öl: 34.000 Euro, Tankentsorgung zusätzlich

Die 172-m²-Doppelhaushälfte von 1989 besitzt etwa 13 Heizkörper. Das Bosch-Angebot sieht deren Weiterverwendung, einen 70-Liter-Puffer und einen Warmwasserspeicher mit 277 Litern vor.


Elektrik einschließlich eines neuen Zählerschranks und Arbeiten am Fundament sind als Positionen beschrieben. Die Öltankentsorgung ist dagegen ausdrücklich nicht enthalten. Für das vollständige Projektbudget brauchst du dafür ein ergänzendes Angebot. Auch die Heizlast soll noch nachgereicht werden.


Die Modellangabe nennt sowohl die Compress 5800i als auch die 6800i. Welche genaue Variante geliefert wird, sollte vor der Beauftragung eindeutig feststehen.


Doppelhaushälfte mit Heizraum unter dem Dach

Bei der rund 130 m² großen Doppelhaushälfte ist eine Weishaupt-Splitanlage vorgesehen. Der Angebotspreis beträgt 32.886,97 Euro. Die vorhandenen Heizkörper bleiben; ein 70-Liter-Puffer und ein 200-Liter-Warmwasserspeicher sind erfasst.

Der bisherige Heizraum liegt im Dachgeschoss. Für ein ähnliches Haus solltest du früh klären, wie Innen- und Außengerät verbunden werden, wo Speicher stehen können und wie alte sowie neue Komponenten transportiert werden. Ein Heizraum unter dem Dach ist kein pauschaler Ausschlussgrund, aber eine wichtige Planungsangabe.


Die endgültige Gerätegröße soll hier erst nach der Heizlastberechnung festgelegt werden. Der dokumentierte Preis ist deshalb zusammen mit dem noch abzustimmenden Anlagenkonzept zu betrachten.


Alte Doppelhaushälften und große Angebote: Auf den Umfang schauen

Die beiden Angebote für Doppelhaushälften von 1920 zeigen Planungen mit weitergenutzten Heizkörpern: 31.627 Euro bei 115 m² und 35.286 Euro bei 130 m². Es sind keine als gemeinsames Projekt gekennzeichneten Varianten. Aus der Fläche allein lässt sich der Preisabstand nicht erklären.


Beim Stiebel-Eltron-Angebot ist ein HSBC 200 genannt. Wichtig beim Lesen solcher Angebote: Die Modellzahl ist keine verlässliche Literangabe. Laut Herstellerdaten zum HSBC 200 kombiniert das Gerät 168 Liter Trinkwarmwasser mit 100 Litern Heizpuffer. Ein nicht separat sichtbarer Puffer bedeutet daher nicht, dass gar keiner vorgesehen ist.


Das höchste Doppelhaushälften-Angebot liegt bei 43.344 Euro. Dort ist eine Fußbodenheizung in Eigenleistung vorgesehen. Deren vollständige Kosten lassen sich aus dem Angebot nicht ablesen. Der Preis ist somit kein Beleg für einen fertig eingebauten Heizungstausch einschließlich komplett neuer Fußbodenheizung.


Was Häuser mit Einliegerwohnung zusätzlich zeigen

Zwei weitere Angebote betreffen ausdrücklich bestehende Einfamilienhäuser mit Einliegerwohnung:

Einbausituation

Bruttosumme

Wichtiger Punkt für dein Budget

Haus von 1952, 190 m², überwiegend Heizkörper; Bosch-Anlage, 200-Liter-Warmwasserspeicher

34.269,77 €

Fundament als Bedarfsposition erfasst; klären, ob es gebraucht wird und wie es in der Endsumme berücksichtigt ist.

Haus aus den 1960ern, 155 m², überwiegend Heizkörper; Viessmann-Anlage, 200-Liter-Warmwasserspeicher

29.680,98 €

Elektrik in der Montage beschrieben, Zählerschrank aber nicht enthalten. Vorhandene Solarthermie ist defekt.

Diese Beispiele ergänzen die Planung für zwei Haushalte. Wir rechnen sie nicht stillschweigend in die Zweifamilienhaus-Kennzahlen hinein: Die Gebäudebezeichnung und die rechtliche Anerkennung einer zweiten Wohneinheit sind nicht dasselbe.


Zwei Neubau-Angebote mit Einliegerwohnung bleiben ebenfalls außerhalb des Preisvergleichs. Eines nennt zwei Warmwasserspeicher, das andere eine separate Brauchwasserwärmepumpe. Gerade dort unterscheiden sich die Umfänge erheblich: Im zweiten Angebot sind auch 225 m² Fußbodenheizung und Sanitär-Rohinstallation enthalten. Solche Summen wären kein fairer Maßstab für einen reinen Heizungstausch.


Ein weiteres Zweifamilienhaus-Konzept ohne dokumentierte Gesamtsumme kombiniert eine iDM-Anlage mit einem 500-Liter-Hygienik-Speicher. Im Dachgeschoss ist bisher eine Stromheizung genannt. Hier wäre zuerst zu klären, ob diese Räume künftig wassergeführt versorgt werden sollen und welche Umbauten dafür nötig wären.


Reicht eine Wärmepumpe für zwei Wohnungen?

Ja, eine passend ausgelegte zentrale Wärmepumpe kann zwei Wohnungen versorgen. Zwei Haushalte bedeuten nicht automatisch zwei Außengeräte. Entscheidend sind Wärmebedarf, Verteilung und Warmwasserkonzept.


Bei einer vorhandenen Zentralheizung kann die gemeinsame Versorgung naheliegen. Gibt es bisher zwei getrennte Heizungen, müssen neue Verbindungsleitungen und die Einbindung beider Wohnungen eingeplant werden. Das kann den Umbau deutlich verändern.

Lösung

Was dafür spricht

Was du prüfen solltest

Eine gemeinsame Heizungswärmepumpe

Ein gemeinsamer Wärmeerzeuger; Nutzung vorhandener zentraler Verteilung möglich

Leitungsnetz, Regelung beider Wohnungen, Warmwasser und Verbrauchserfassung

Getrennte Anlagen

Eigenständige Versorgung und Entscheidungen der Haushalte

Zwei Aufstellorte, mehr Technik, Anschlüsse und jeweilige Investitionskosten

Gemeinsame Raumheizung, getrennte Warmwasserbereitung

Warmwasser kann auf die einzelnen Haushalte abgestimmt werden

Platz, Anschlussleistung, laufende Kosten und Wartung der zusätzlichen Geräte

Zwei Heizkreise sind nicht dasselbe wie zwei Wärmepumpen. Ein gemeinsames Gerät kann mehrere passend geplante Heizkreise versorgen. Dabei muss berücksichtigt werden, welche Temperaturen die angeschlossenen Heizflächen brauchen. Die Planungscheckliste von Vaillant fragt deshalb Heizkreise, Heizflächen und jeweilige Vorlauftemperaturen getrennt ab.


Für einen belastbaren Kostenvergleich solltest du dir gegebenenfalls zwei vollständige Varianten für dein Haus anbieten lassen. Unsere kleine Angebotsgruppe belegt keinen pauschalen Sparbetrag für eine gemeinsame gegenüber zwei getrennten Anlagen.


Wie werden beide Wohnungen zuverlässig warm?

Heizkörper und Fußbodenheizung gemeinsam betrachten

Alle vier bezifferten Zweifamilienhaus-Angebote betreffen Häuser mit Heizkörpern. In drei Angeboten ist kein Heizkörpertausch vorgesehen; beim vierten ist diese Angabe offen. Unter den sechs Doppelhaushälften-Angeboten nennen vier ebenfalls weitergenutzte Heizkörper.


Das zeigt, dass eine neue Fußbodenheizung keineswegs in jedem Angebot vorgesehen ist. Ob die Heizflächen ausreichen, muss die Planung allerdings erst nachweisen. Die Angebote sind keine Messberichte über den späteren Betrieb.

Die Verbraucherzentrale betont niedrige Vorlauftemperaturen und ausreichend große Heizflächen. Manchmal hilft bereits der Austausch einzelner zu kleiner Heizkörper.


Bei unterschiedlichen Heizflächen in den Wohnungen solltest du fragen: Welche Temperatur braucht jeweils der ungünstigste Raum? Kann man ihn gezielt verbessern, statt die gesamte Anlage mit unnötig hoher Temperatur zu betreiben?


Einrohrsysteme brauchen eine genaue Prüfung

Bei einer Einrohrheizung sind unter anderem Rohrquerschnitte, Wärmeverteilung und Heizkörperleistung zu prüfen. Ein Gerät, das hohe Temperaturen erreichen kann, ersetzt diese Untersuchung nicht. Auch der Bundesverband Wärmepumpe empfiehlt hierfür eine fachkundige Analyse.


Nicht allein nach Quadratmetern oder Modellnummer auswählen

Ein Haus mit zwei Wohnungen kann weniger Heizleistung benötigen als eine große, schlecht gedämmte Doppelhaushälfte. Umgekehrt kann ein ausgebautes Dachgeschoss zusätzlichen Bedarf schaffen.


Bei keinem der zehn bezifferten Angebote ist eine fertige Heizlastberechnung mit konkretem Ergebnis erfasst. Teilweise soll sie erst noch erstellt werden. Das heißt nicht, dass nie gerechnet wurde – für deinen Angebotsvergleich solltest du dir das Ergebnis aber zeigen lassen.


Lass die benötigte Heizleistung für das tatsächlich versorgte Gebäude ermitteln. Wenn künftig weitere Räume beheizt oder Dämmmaßnahmen umgesetzt werden, gehört das in die Planung. Die angebotenen Modellklassen sind keine allgemeine Empfehlung „für 190 oder 240 m²“.


Welche Warmwasserlösung passt zu zwei Haushalten?

Speicher nach Nutzung auswählen

Zwei Wohnungen sagen wenig darüber aus, ob dort insgesamt zwei oder acht Menschen leben und ob morgens mehrere Duschen gleichzeitig laufen. Eine feste Regel wie „Zweifamilienhaus gleich 300 Liter“ greift deshalb zu kurz.

Kläre Bewohnerzahl, Dusch- und Badegewohnheiten, gleichzeitigen Bedarf und die Zeit, in der der Speicher wieder aufgeheizt werden kann. Auch die Wege zu Bad und Küche gehören dazu.


Heizpuffer, Warmwasserspeicher und Hygienespeicher unterscheiden

Ein Heizpuffer speichert Heizungswasser. Ein Trinkwarmwasserspeicher hält warmes Wasser für Dusche und Wasserhahn bereit. Bei anderen Konzepten wird Trinkwasser über einen Wärmeübertrager erwärmt; der große Speicher enthält dann überwiegend Heizungswasser.


Darum bedeutet ein „500-Liter-Hygienespeicher“ nicht automatisch, dass 500 Liter warmes Trinkwasser bevorratet werden. Lass dir bei jedem Angebot erklären, welche Aufgabe der Speicher hat und welche Warmwasserleistung tatsächlich verfügbar ist.


Leitungslängen und Hygiene mitplanen

Bei zwei Wohnungen können längere Warmwasserleitungen und eine Zirkulation nötig sein. Sie beeinflussen Komfort, Wärmeverluste und die nötige Betriebsweise. Hygieneanforderungen bleiben auch in Ein- und Zweifamilienhäusern relevant; dazu informiert der DVGW.


Lass Temperaturen, Leitungsführung und Zirkulation als zusammengehöriges Konzept planen. Die Warmwassertemperatur einfach abzusenken, um Strom zu sparen, ist keine geeignete Ersatzplanung.


Wenn Warmwasser separat erzeugt werden soll, findest du die Möglichkeiten im Beitrag Brauchwasserwärmepumpe: Kosten, Stromverbrauch und Einbau.


Welche Zusatzkosten solltest du einplanen?

Prüfe vor allem die Arbeiten, die aus der konkreten Wohn- und Einbausituation entstehen:

Kostenpunkt

Was im vollständigen Angebot stehen sollte

Elektrik

Zuleitungen, Absicherung, nötige Arbeiten am Zählerschrank und Zuständigkeit für die Anmeldung

Aufstellung

Fundament oder geeignete Halterung, Erdarbeiten, Kondensatableitung und Wiederherstellung von Flächen

Versorgung zweier Wohnungen

Erforderliche Verteilungsleitungen, Pumpen, Regelung und Verbrauchserfassung

Warmwasser

Speicher, gegebenenfalls Frischwasserstation, Zirkulation und Einbindung vorhandener Solarthermie

Bisherige Etagen- oder Stromheizungen

Neue wasserführende Leitungen und Heizflächen, soweit für das gewählte Konzept nötig

Rückbau

Alte Wärmeerzeuger und Speicher; bei Öl ausdrücklich auch Tank, Restöl und Entsorgung

Dachgeschoss oder enger Keller

Transport, Zugang, Durchführungen und Platz für Wartung

Für Montage, Elektrik oder Fundament liefern diese wenigen Angebote keine ausreichend einheitlichen Bruttobeträge für belastbare Durchschnittspreise. Teilweise sind Positionen enthalten, teilweise fehlen Zahlen oder eine eindeutige Steuerbasis. Die klar bezeichnete Montageposition im Wolf-Beispiel bleibt deshalb ein Einzelwert.


Bereits enthaltene Arbeiten nicht doppelt hinzurechnen. Bei Bedarfspositionen und „bauseits“ brauchst du dagegen eine klare Aussage, ob und in welcher Höhe noch Kosten dazukommen.


Mehr zu Rückbau und Entsorgung findest du in den Beiträgen Ölheizung auf Wärmepumpe umrüsten und Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten.


Wo steht die Außeneinheit bei der Doppelhaushälfte?

Die freie Hausseite kann zusätzliche Aufstellmöglichkeiten bieten. Trotzdem müssen Nachbarfenster, Leitungswege, Luftführung und Wartungszugang passen. Bei gemeinsam verbundenen Bauteilen ist auch die Übertragung von Schwingungen wichtig.


Bitte den Fachbetrieb um eine Standortplanung einschließlich Schallbeurteilung. Der Geräuschwert auf dem Energielabel allein beantwortet nicht, wie laut die Anlage an einem benachbarten Schlafzimmerfenster ist.


Sind zwei Außengeräte vorgesehen, gehören beide in die Beurteilung. Eine günstige Position für ein einzelnes Gerät ist nicht automatisch eine passende Planung für zwei Anlagen.


Was kostet die Wärmepumpe nach Förderung im Zweifamilienhaus?

Die Zahl der Wohneinheiten macht einen Unterschied

Derzeit werden bis zu 28.000 Euro für die erste und weitere 15.000 Euro für die zweite Wohneinheit berücksichtigt. Bei zwei anerkannten Wohneinheiten sind das zusammen höchstens 43.000 Euro förderfähige Kosten.


Eine Doppelhaushälfte mit einer Wohneinheit erhält diesen höheren Betrag nicht allein wegen der angrenzenden Nachbarhälfte. Bei einer Einliegerwohnung ist entscheidend, ob sie die Förderdefinition einer eigenen Wohneinheit erfüllt.


Beispiel: 40.000 Euro vollständige Projektkosten

Angenommen, der Heizungstausch kostet 40.000 Euro brutto und alle Kosten sind grundsätzlich förderfähig. Die Tabelle vergleicht eine Doppelhaushälfte mit einer Wohneinheit und ein Zweifamilienhaus. Beim Zweifamilienhaus nutzt derselbe Eigentümer eine Wohnung selbst und vermietet die andere.

Rechenschritt

Doppelhaushälfte, 1 Wohneinheit

Zweifamilienhaus, 2 Wohneinheiten

Vollständiger Projektpreis

40.000 €

40.000 €

Berücksichtigte förderfähige Kosten

28.000 €

40.000 €

Grundförderung, 30 %

8.400 €

12.000 €

Eigenanteil nur mit Grundförderung

31.600 €

28.000 €

Zusätzlich 16 % Klimageschwindigkeitsbonus, falls Voraussetzungen erfüllt

4.480 € auf 28.000 €

3.200 € auf den Anteil von 20.000 € für die selbstgenutzte Wohnung

Eigenanteil mit diesem zusätzlichen Bonus

27.120 €

24.800 €

Heizungsförderung beim Zweifamilienhaus

Beim Zweifamilienhaus gelten in diesem Beispiel nicht pauschal 46 Prozent Förderung für das gesamte Projekt. Die Grundförderung betrifft beide Wohnungen; der Bonus nur den gleichmäßig zugeordneten Kostenanteil der selbstgenutzten Wohnung. Zusammen ergibt das hier 15.200 Euro Zuschuss.


Für den Bonus müssen unter anderem Selbstnutzung und der geförderte Austausch der bisherigen Heizung passen. Weitere Boni sind nicht eingerechnet.


Wie teilt ihr die Kosten zwischen zwei Haushalten auf?

Der Kauf der Anlage und die laufenden Heizkosten sind zwei verschiedene Fragen. Wer investiert, wie laufende Kosten verteilt werden und wer Wartung oder Reparaturen organisiert, sollte früh feststehen.


Für die Verbrauchserfassung brauchst du ein passendes Messkonzept. Ein Stromzähler für die Wärmepumpe zeigt deren Stromverbrauch insgesamt, aber noch nicht den Wärmeverbrauch jeder Wohnung. Lass Heizungs- und Warmwasserverbrauch sowie gemeinsame Kosten passend zur Anlage erfassen.


Bei Vermietung sind die geltenden Abrechnungsregeln zu beachten. § 2 Heizkostenverordnung lässt bei höchstens zwei Wohnungen, von denen eine der Vermieter selbst bewohnt, abweichende vertragliche Regelungen zu. Daraus folgt keine automatische Ausnahme für jedes Zweifamilienhaus. Ohne passende Vereinbarung solltest du nicht einfach eine hälftige Verteilung voraussetzen.

Wenn zwei Eigentümer eine Anlage gemeinsam nutzen, gehören außerdem Zugang, Entscheidungen über Reparaturen und eine spätere Änderung der Nutzung in die Vereinbarung.


Welche jährlichen Stromkosten kommen hinzu?

Die Angebotspreise verraten noch nicht, wie viel Strom die Anlage später verbraucht. Maßgeblich sind die benötigte Wärmemenge, die Effizienz über das Jahr und dein Strompreis.


Rechenbeispiel, keine Messung aus unseren Angeboten: Beide Wohnungen benötigen zusammen 24.000 kWh Wärme im Jahr einschließlich Warmwasser. Der angesetzte Strompreis beträgt 30 Cent pro kWh. Die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ, beschreibt die erzeugte Wärme je eingesetzter Kilowattstunde Strom.

Angenommene JAZ

Strombedarf pro Jahr

Stromkosten pro Jahr

3,0

8.000 kWh

2.400 €

3,5

ca. 6.857 kWh

ca. 2.057 €

4,0

6.000 kWh

1.800 €

Die Werte sind frei gewählte Szenarien, keine garantierten Effizienzen oder aktuellen Tarifangebote. Für den Vergleich muss die JAZ dieselbe Systemgrenze umfassen, also auch gegebenenfalls eingesetzten Heizstab und relevante Hilfsenergie.

Wartung, zusätzliche Grundpreise und Reparaturen kommen gegebenenfalls hinzu.

Teile die Gesamtkosten nicht automatisch durch zwei: Zwei Wohnungen können unterschiedlich groß sein und sehr verschieden genutzt werden.


So vergleichst du Angebote für dein Haus

Hole mehrere Angebote ein und gib allen Betrieben dieselben Informationen. Unser Vergleich für ein einziges Zweifamilienhaus zeigt, dass sich das lohnt: Der Preisabstand von 6.813 Euro ist groß genug, um Gerätewahl, Speicher und Leistungsumfang genauer zu besprechen.


Tipp: Über ein Vergleichsportal kannst du mehrere Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region anfragen.

Diese Fragen helfen dir im Gespräch:

  1. Versorgungsumfang: Welche Wohnungen beziehungsweise welche Doppelhaushälfte versorgt das Angebot?

  2. Auslegung: Welche berechnete Heizlast liegt zugrunde, und welche Räume wurden berücksichtigt?

  3. Heizflächen: Welche Heizkörper bleiben, welche müssen angepasst werden und warum?

  4. Warmwasser: Reicht die geplante Lösung für die Personenanzahl und gleichzeitige Nutzung beider Haushalte?

  5. Verteilung und Abrechnung: Welche Leitungen, Regelungen und Messgeräte sind nötig?

  6. Vollständiger Einbau: Sind Elektrik, Fundament, Transport, Rückbau und gegebenenfalls Tankentsorgung enthalten?

  7. Standort: Passt die Aufstellung einschließlich Schall, Luftführung und Wartungszugang?

  8. Eigenleistungen und Optionen: Was fehlt noch, was ist nur bei Bedarf enthalten und wer erledigt diese Arbeiten?


Bitte am Ende um eine schriftliche Antwort auf diese Frage: Welche weiteren Arbeiten und Kosten sind nötig, damit alle vorgesehenen Wohnungen vollständig mit Heizung und Warmwasser versorgt werden können?


Häufige Fragen

Kostet eine Wärmepumpe für zwei Wohnungen doppelt so viel?

Das lässt sich so nicht sagen. Eine zentrale Anlage kann beide Wohnungen versorgen. Gleichzeitig können zusätzliche Leitungen, Warmwasserbedarf und Verbrauchserfassung den Aufwand erhöhen. Unsere Angebote sind kein kontrollierter Vergleich derselben Häuser mit einer beziehungsweise zwei Wohnungen.


Brauche ich für meine Doppelhaushälfte die Zustimmung des Nachbarn?

Eine gemeinsame Wand beantwortet diese Frage nicht. Entscheidend sind Eigentumsverhältnisse, betroffene Bauteile und die geplante Aufstellung. Wenn gemeinsames Eigentum oder fremde Flächen betroffen sind, müssen die erforderlichen Zustimmungen geklärt werden. Standort und Schallschutz sind unabhängig davon fachlich zu prüfen.


Kann die vorhandene Solarthermie bleiben?

Das kann Bestandteil des neuen Konzepts sein. Lass Zustand, technische Einbindung und zusätzliche Kosten prüfen. Die bloße Erwähnung einer vorhandenen Solaranlage im Angebot sagt noch nicht, welche Arbeiten zur Weiterverwendung enthalten sind.


Reichen 300 Liter Warmwasser für zwei Wohnungen?

Die Wohnungszahl allein reicht für diese Entscheidung nicht aus. Maßgeblich sind unter anderem Bewohnerzahl, gleichzeitiger Bedarf, nutzbarer Speicherinhalt und Nachheizleistung. Heizpuffer und Trinkwarmwasserspeicher dürfen dabei nicht verwechselt werden.


Welcher Preis aus den Beispielen passt am besten zu meinem Haus?

Orientiere dich zuerst an ähnlichem Anlagenumfang: bisherige Heizung, Heizflächen, Warmwasser, Leitungswege und fehlende Nebenarbeiten. Ein Angebot mit ähnlicher Wohnfläche, aber völlig anderer Versorgung ist häufig der schlechtere Vergleich.


Grundlage unserer Kostenbeispiele

Wir haben von Oktober 2025 bis September 2026 ausführliche öffentliche Reddit-Beiträge mit Originalangeboten als Bilder oder Scans ausgewertet. Bloße Preisnennungen wurden nicht aufgenommen. Die gesamte Sammlung umfasst 167 Angebote.


Für diesen Beitrag wurden vier als Zweifamilienhaus und sechs als Doppelhaushälfte eingeordnete Angebote geprüft.


Die Preise beschreiben unterschiedliche Angebotspakete und keine repräsentative Marktstichprobe. Nicht überall sind Heizlast, Umfang der Nebenarbeiten oder Steuerbasis einzelner Positionen vollständig dokumentiert. Gesamtpreise werden brutto vor Förderung angegeben. Tatsächlich bezahlte Schlussrechnungen und gemessene Betriebsergebnisse liegen dieser Auswertung nicht zugrunde.

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