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Erdwärmepumpe: Kosten mit Einbau, Bohrung und Förderung

vor 6 Stunden
11 Min. Lesezeit

Was kostet eine Erdwärmepumpe für dein Haus? In vier ausführlichen Angeboten aus unserer Erhebung liegen die Preise zwischen rund 42.200 und 67.200 Euro brutto vor Förderung. Dahinter stehen sehr unterschiedliche Vorhaben: vom Neubau bis zum Altbau mit neuer Erdsonde und neuen Heizkörpern. Bei einem Projekt ist die Bohrung bereits vorhanden, bei zwei weiteren ist ihr Umfang nicht ausreichend beschrieben.


Die erste Frage beim Angebotsvergleich lautet deshalb: Ist die Wärmequelle im Preis enthalten – oder musst du Bohrung beziehungsweise Kollektor zusätzlich bezahlen? Erst danach lässt sich sagen, wie viel Geld du für die fertige Erdwärmeheizung einplanen musst.


Hier findest du konkrete Angebote, die wichtigsten Kostenblöcke und eine einfache Anleitung, mit der du dein eigenes Budget prüfst.


Was kostet eine Erdwärmepumpe mit Einbau?

Bei einer Erdwärmepumpe bezahlst du die Heizungsanlage im Haus und die Erschließung der Wärme im Grundstück. Diese erfolgt meist über eine Erdsonde oder einen Kollektor. Beides muss im Budget berücksichtigt sein.


Unsere vier Angebotspreise zeigen, welche Summen bei einzelnen Vorhaben aufgerufen wurden. Sie ergeben aber keine allgemeine Preisliste für eine Anlage mit neuer Bohrung:

Angebotssituation

Brutto vor Förderung

Für dein Budget wichtig

Neubau-Einfamilienhaus, 200 m²

45.000 €

Umfang der Wärmequellenerschließung offen

Einfamilienhaus mit Öl und Solarthermie

42.208 €

Bohrung oder Kollektor nicht ausreichend beschrieben

Zwei Gebäude, zusammen 360 m²

rund 45.833 €

Bohrung vorhanden; Elektrik und Tankentsorgung fehlen

Altbau, ca. 202 m², mit neuen Heizflächen

rund 67.166 €

Erdsonde, 13 Heizkörper und 37 m² Fußbodenheizung enthalten; Elektroumfang offen

Für eine erste Planung zeigen die Fälle: Es geht um eine Investition von mehreren Zehntausend Euro. Ob dein Vorhaben günstiger oder teurer ausfällt, hängt besonders von der Wärmequelle und den Umbauten im Haus ab. Auch ein Angebot innerhalb dieser Spanne kann noch zusätzliche Arbeiten erfordern.


Für den Überblick über andere Systeme findest du hier unseren Hauptbeitrag: Wärmepumpe Kosten mit Einbau.


Aus welchen Kosten besteht deine Erdwärmeheizung?

Ein vollständiges Budget lässt sich in vier Bereiche aufteilen. Frage bei jedem nach, ob er im Angebot enthalten ist oder separat beauftragt werden muss.

Kostenbereich

Was dazugehört

Heizungsanlage

Wärmepumpe, Regelung, erforderliche Speicher, Leitungen und Einbau

Wärmequelle

Erdsonde mit Bohrung oder Kollektor mit Erdarbeiten, jeweils einschließlich Anschluss

Arbeiten am Haus

Elektrik, nötige Heizflächenanpassungen, Rückbau der alten Heizung

Planung und Nebenkosten

Auslegung, erforderliche Verfahren und Gebühren, Absicherung der Bohrung, Wiederherstellung


Wärmepumpe, Einbau und Warmwasser

Ein Gerätepreis aus einem Onlineshop deckt den Heizungstausch noch nicht ab. Der Fachbetrieb muss die Anlage aufstellen, mit deinem Heizsystem verbinden und in Betrieb nehmen. Dazu kommen Leitungen, Armaturen, Dämmung und die Regelung.


Achte auch auf die Warmwasserbereitung: Wird ein neuer Speicher eingebaut? Kann ein vorhandener weitergenutzt werden? Ist eine Frischwasserstation geplant? Diese Unterschiede gehören beim Preisvergleich auf den Tisch.


Wärmequelle und Anschluss ans Haus

Eine neue Bohrung kann einen erheblichen Teil der Investition ausmachen. Zum Auftrag gehören außerdem die Verbindung zur Wärmepumpe und die Hauseinführung. Liegen Bohrung und Heizungsanlage in der Verantwortung verschiedener Betriebe, muss klar sein, wer diese Verbindung herstellt.


Bei einer vorhandenen Sonde fällt die ursprüngliche Investition nicht noch einmal an. Trotzdem muss ein Fachbetrieb prüfen, ob Zustand und Leistung für die neue Anlage passen. Rechne eine vorhandene Bohrung deshalb nicht automatisch als vollständig erledigten Teil des Projekts ab.


Zusätzliche Arbeiten im Gebäude

Neue Heizkörper, ein anderer Warmwasserspeicher, Elektroarbeiten oder die Entsorgung der alten Heizung können das Angebot erweitern. Notwendige Arbeiten sollten getrennt von optionalen Verbesserungen aufgeführt sein.

Addiere nur Leistungen, die noch fehlen. Wenn Montage oder Bohrung bereits in der Endsumme stehen, kommen sie nicht noch einmal obendrauf.


Was kostet eine Erdwärmebohrung?

Für die Bohrung brauchst du ein Angebot für dein Grundstück. Bodenverhältnisse, benötigte Entzugsleistung, Zufahrt und Anschlusswege beeinflussen den Aufwand. Ein pauschaler Preis allein nach Wohnfläche greift deshalb zu kurz.


Welche Orientierung gibt ein Preis pro Meter?

Bosch nennt rund 50 bis 100 Euro je Bohrmeter als grobe Orientierung. Dieser Hersteller-Richtwert ist kein vollständiges Budget für die Erschließung deines Grundstücks.


Rechnerisch ergeben 100 Meter bei diesem Ansatz 5.000 bis 10.000 Euro. Dazu können Leistungen kommen, die im jeweiligen Meterpreis fehlen. Außerdem kann die Planung mehrere Bohrungen vorsehen. 100 Meter Bohrtiefe und 100 Meter Gesamtbohrlänge sind dann nicht dasselbe.


Frage deshalb immer: Welche Arbeiten umfasst der Meterpreis, wie viele Bohrmeter sind insgesamt geplant und welche Pauschalen kommen hinzu?


Was den Bohrpreis verändert

  • Untergrund: Die geologischen Verhältnisse bestimmen mit, wie gebohrt werden kann und wie viel Wärme sich erschließen lässt.

  • Anzahl und Tiefe: Entscheidend ist die gesamte geplante Sondenanlage.

  • Zufahrt und Platz: Bohrgerät, Material und Baustelleneinrichtung müssen auf das Grundstück passen.

  • Leitungsweg zum Haus: Ein kurzer Anschluss ist ein anderer Auftrag als ein langer Graben mit mehreren Durchführungen.

  • Oberflächen: Aufgegrabene Wege oder Gartenflächen müssen gegebenenfalls wiederhergestellt werden.


Lass dir insbesondere den Preis zusätzlicher Bohrmeter und das Vorgehen bei unerwarteten Bodenverhältnissen erläutern. So erkennst du, welcher Teil des Angebots fest kalkuliert ist und wo sich der Preis ändern kann.


Was im Bohrangebot stehen sollte

Prüfe, ob folgende Leistungen enthalten oder ausdrücklich als Zusatzauftrag benannt sind:

  1. Planung, Anzahl der Bohrungen und Tiefe je Bohrung.

  2. Baustelleneinrichtung und Anfahrt.

  3. Bohrung, Einbringen der Sonden und Verfüllung.

  4. Umgang mit Bohrgut und anfallendem Wasser.

  5. Leitungen, Verteiler, Anschluss und Hauseinführung.

  6. Prüfungen, Dokumentation und Übergabe.

  7. Erforderliche Verfahren, Gebühren und Versicherung.

  8. Wiederherstellung sowie Regeln für Zusatzarbeiten und Bohrabbrüche.


Vergleiche den fertigen Anschluss der Wärmequelle, nicht nur den günstigsten Meterpreis.


Genehmigung und Versicherung mitplanen

Kläre vor der Beauftragung mit Fachbetrieb und zuständiger Wasserbehörde, was an deinem Standort zulässig und erforderlich ist. Eine Bohrtiefe unter 100 Metern bedeutet nicht automatisch, dass keine behördliche Abstimmung nötig ist. Die Anforderungen hängen vom Standort ab; eine Übersicht findest du beispielsweise bei den rechtlichen Grundlagen des Bayerischen Landesamts für Umwelt.


Frage außerdem nach der Absicherung möglicher Bohrschäden. Der Bundesverband Wärmepumpe erläutert dazu die verschuldensunabhängige Versicherung. Lass dir bestätigen, welche Deckung für dein Vorhaben besteht und wer sie abschließt.


Erdsonde oder Flächenkollektor: Was passt zu deinem Budget?

Eine Erdsonde benötigt Bohrungen. Ein Flächenkollektor erschließt die Wärme über Rohre, die oberflächennah im Boden liegen. Dafür brauchst du mehr geeignete Grundstücksfläche.

Frage

Erdsonde

Flächenkollektor

Welche Arbeiten bestimmen die Erschließung?

Bohrung, Sonden und Anschluss

Erdarbeiten, Rohrverlegung und Anschluss

Worauf kommt es beim Grundstück an?

Bohrmöglichkeit, Untergrund und Zugang

Ausreichend dauerhaft geeignete Fläche

Was gehört in den Kostenvergleich?

Gesamte Sondenanlage einschließlich Nebenarbeiten

Kollektor einschließlich Aushub und Wiederherstellung

Ein Flächenkollektor kann bei der Erschließung günstiger sein. Ob er für dich sinnvoll ist, hängt aber auch von der Gartennutzung und den nötigen Erdarbeiten ab. Der Bundesverband Wärmepumpe weist darauf hin, dass die Fläche über einem üblichen Flächenkollektor unversiegelt bleiben muss.


Wenn dein Grundstück beide Lösungen zulässt, lass beide vollständig anbieten. Vergleiche eine fertig angeschlossene Wärmequelle mit der anderen – inklusive Wiederherstellung. In unseren vier Projekten ist kein neuer Flächenkollektor mit eindeutig ausgewiesenem Komplettpreis enthalten; einen eigenen Preisvorteil in Prozent können wir daraus nicht ableiten.


Vier konkrete Angebote: Was bekommst du für das Geld?

Die folgenden Beispiele zeigen unterschiedliche Ausgangssituationen. Die Preise enthalten die jeweils angebotenen Arbeiten; offene Leistungen sind direkt genannt.


Balkendiagramm mit vier Angeboten für eine Erdwärmepumpe; Kosten von 42.208 bis ca. 67.166 Euro, orange auf hellem Hintergrund.

 

Neubau mit 200 m²: 45.000 Euro

Für ein neues Einfamilienhaus mit Fußbodenheizung wurde eine M-TEC Emotion WPS412 AK angeboten. Die genannte Heizlast liegt bei 5,4 kW; Speicher sind vorgesehen.


Angebotspreis: 45.000 Euro brutto. Nicht ausreichend beschrieben ist, welche Arbeiten zur Erschließung der Wärmequelle enthalten sind.

Wenn du für deinen Neubau ein ähnliches Angebot bekommst, frage zuerst nach Bohrung oder Kollektor. Ohne diese Ergänzung weißt du noch nicht, ob der Preis deine gesamte Erdwärmeheizung abdeckt.


Einfamilienhaus mit bisheriger Ölheizung: 42.208 Euro

Dieses Haus wird bislang mit Öl und Solarthermie beheizt. Angeboten sind eine Buderus Logaplus WSW196 TP1, ein 50-Liter-Puffer und ein 277-Liter-Warmwasserspeicher. Ein Heizkörpertausch ist als Bedarfsposition aufgeführt.


Angebotspreis: 42.208 Euro brutto. Für die Öltankentsorgung sind 2.145 Euro brutto separat erfasst. Ob und in welchem Umfang eine neue Bohrung oder ein Kollektor enthalten ist, bleibt offen.


Für deinen Vergleich sind hier zwei Fragen entscheidend: Ist die Wärmequelle vollständig berücksichtigt? Und welche Kosten entstehen, falls die vorgesehenen Bedarfsarbeiten tatsächlich ausgeführt werden müssen?


Zwei Gebäude mit vorhandener Bohrung: rund 45.833 Euro

Zwei Gebäude mit zusammen etwa 360 m² sollen über eine M-TEC-Anlage versorgt werden. Im Haus gibt es Fußbodenheizung, Heizkörper und Gebläsekonvektoren. Die Heizlast ist mit 16,1 kW angegeben.


Angebotspreis: 45.832,95 Euro brutto. Die Solebohrung ist bereits vorhanden. Elektrik und Öltankentsorgung sind nicht enthalten und müssen zusätzlich organisiert werden.


Für ein vergleichbares Projekt mit neuer Bohrung wäre also ein anderes Budget nötig. Auch die hier genannte Summe ist erst dann ein vollständiges Projektbudget, wenn die fehlenden Arbeiten beziffert sind.


Altbau mit Erdsonde und neuen Heizflächen: rund 67.166 Euro

Das umfangreichste Angebot betrifft einen denkmalgeschützten Altbau aus den 1930er-Jahren mit etwa 202 m². Vorgesehen sind eine Buderus Logaplus WSW196i, ein 300-Liter-Puffer, ein 399-Liter-Warmwasserspeicher, eine Erdsonde, 13 neue Heizkörper und 37 m² Fußbodenheizung.


Angebotspreis: rund 67.165,60 Euro brutto. Davon entfallen 17.784,73 Euro auf die ausgewiesene Erdsondenbohrung. Der Rest des Pakets beträgt rechnerisch rund 49.381 Euro und enthält die Heizungsanlage, neue Heizflächen und weitere Installationsarbeiten.

Infografik zu Bohrungskosten: Balken für Wärmepaket und Erdbohrung 17.785 €, plus Hinweis auf 26,5 % des Angebots.

In diesem Projekt macht die Bohrposition rund 26,5 Prozent des Angebotspreises aus. Außerdem sind rund 7.864,50 Euro brutto für ausgewiesene Montagearbeiten an Wärmepumpe und Heizflächen erfasst. Diese Montage ist bereits Teil des übrigen Pakets und kommt nicht noch einmal hinzu.


Der Umfang der Elektrik bleibt offen. Geplante Dämmarbeiten am Gebäude gehören nicht automatisch zu dieser Heizungssumme.


Die Bohrposition trägt die Angabe „bis 99,5 Meter“. Daraus lässt sich ohne vollständige Bohrbeschreibung kein allgemeiner Meterpreis ableiten. Für dein Angebot sollten Anzahl, Tiefe und sämtliche Nebenleistungen eindeutig feststehen.


Welche Zusatzkosten solltest du prüfen?

Elektrik und Zählerschrank

Lass vor Ort klären, ob eine neue Zuleitung genügt oder auch Arbeiten an Verteilung und Zählerschrank nötig sind. Frage, ob der Heizungsbetrieb diese Leistungen mit anbietet oder du einen Elektriker separat beauftragen musst.


Aus den vier Erdwärmeprojekten lässt sich dafür kein sinnvoller Durchschnitt bilden. Für dein Budget zählt der konkrete Elektroauftrag. Eine nicht genannte Position ist kein Beleg dafür, dass sie im Gesamtpreis enthalten ist.


Heizkörper und Warmwasser

Eine Erdwärmepumpe bedeutet nicht automatisch, dass du sämtliche Heizkörper austauschen musst. Die Verbraucherzentrale erklärt, worauf es bei vorhandenen Heizflächen ankommt. Lass prüfen, welche vorhandenen Heizflächen bei den geplanten Temperaturen ausreichen. Notwendige Änderungen sollten mit Anzahl, Modell und Montagepreis aufgeführt sein.


Wenn du eine Fußbodenheizung nachrüstest, kläre zusätzlich den Bodenaufbau und die Wiederherstellung. Eine Heizungsposition umfasst nicht automatisch den neuen Bodenbelag. Mehr zur Nutzung vorhandener Heizflächen findest du im Beitrag Wärmepumpe mit alten Heizkörpern.


Rückbau und Öltankentsorgung

Bei einer alten Ölheizung sollten Kessel, Tank, Restöl und Abtransport ausdrücklich berücksichtigt sein. „Demontage der Heizung“ ist keine eindeutige Zusage für die gesamte Tankanlage.


Die ausführlichen Kosten und Prüfpunkte findest du hier: Ölheizung auf Wärmepumpe umrüsten.


Garten, Wege und Hauseinführung

Prüfe, wer aufgegrabene Flächen wiederherstellt, Leitungsdurchführungen abdichtet und nicht mehr benötigtes Material abtransportiert. Gerade wenn Heizungsbetrieb, Bohrunternehmen und Gartenbauer getrennt arbeiten, können Leistungen zwischen den Aufträgen fehlen.


Eine einfache Budgetliste hilft: enthalten – separat angeboten – noch offen. Lass die offenen Arbeiten vor der Entscheidung möglichst beziffern.


Was kostet eine Erdwärmepumpe nach Förderung?

Für den Heizungstausch im Bestand bietet die KfW-Heizungsförderung 30 Prozent Grundförderung. Bei einem Einfamilienhaus mit einer Wohneinheit werden derzeit höchstens 28.000 Euro förderfähige Kosten berücksichtigt. Ein Klimageschwindigkeitsbonus von 16 Prozentpunkten kann hinzukommen, wenn du die Voraussetzungen erfüllst.


Rechenbeispiel: 50.000 Euro vollständige Projektkosten, davon mindestens 28.000 Euro anerkannt förderfähig:

Rechnung

Nur Grundförderung

Mit Klimageschwindigkeitsbonus

Projektkosten

50.000 €

50.000 €

Fördersatz

30 %

46 %

Zuschuss auf 28.000 €

8.400 €

12.880 €

Eigenanteil

41.600 €

37.120 €

 

Balkendiagramm zu Förderung einer Erdwärmepumpe: Ohne Förderung 50.000 €, mit Grundförderung 41.600 €, mit Klimabonus 37.120 €.

Der Bonus setzt unter anderem Selbstnutzung als Haupt- oder alleinigen Wohnsitz und den Austausch einer dafür qualifizierenden funktionsfähigen Heizung voraus. Weitere Boni sind im Beispiel nicht berücksichtigt. Die Rechnung ist eine Modellannahme, keine Förderzusage für unsere vier Projekte. Für Neubauten gilt dieses Programm nicht.


Auch Bohrung und Kollektor können förderfähig sein. Sie erhöhen aber nicht die Kostenobergrenze. Das KfW-Infoblatt nennt außerdem Anforderungen an die Bestellung eines intelligenten Messsystems und gegebenenfalls einer Steuerungseinrichtung. Kläre diese mit Fachbetrieb und Messstellenbetreiber.

Antrag und Vertrag mit Förderbedingung müssen vor Beginn passend vorbereitet sein. Förderstand: 1. Oktober 2026.


Wie viel Strom verbraucht eine Erdwärmepumpe?

Deine Stromkosten hängen vor allem davon ab, wie viel Wärme dein Haus benötigt, wie effizient die Anlage arbeitet und welchen Strompreis du bezahlst.


Die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ, beschreibt die Effizienz über ein ganzes Jahr. Bei einer JAZ von 4 stellt die Anlage aus einer Kilowattstunde Strom vier Kilowattstunden Wärme bereit.


Die einfache Rechnung lautet:

Jährliche Wärmemenge ÷ Jahresarbeitszahl × Strompreis = jährliche Stromkosten.


Für 20.000 kWh Wärme pro Jahr einschließlich Warmwasser und einen angenommenen Strompreis von 30 Cent pro kWh ergibt sich:

Angenommene JAZ

Strombedarf pro Jahr

Stromkosten pro Jahr

3,5

rund 5.714 kWh

rund 1.714 €

4,0

5.000 kWh

1.500 €

4,5

rund 4.444 kWh

rund 1.333 €

5,0

4.000 kWh

1.200 €

 

Balkendiagramm zu jährlichen Stromkosten einer Erdwärmepumpe: JAZ 3,5 bis 5,0 mit 1.714 €, 1.500 €, 1.333 € und 1.200 € auf hellem Hintergrund.

Das sind Rechenszenarien, keine gemessenen Verbräuche unserer Angebote und keine zugesicherten Effizienzwerte. Lass dir die für dein Haus angesetzte JAZ erklären. Ein guter Laborwert im Datenblatt ist noch keine Aussage über das gesamte Betriebsjahr.


Achte auch auf den Tarif: Bei JAZ 4 kostet die gleiche Wärmemenge mit 40 statt 30 Cent je kWh jährlich 2.000 statt 1.500 Euro. Wartung, mögliche zusätzliche Grundpreise, Messkosten und Reparaturen kommen zur Stromrechnung hinzu.


Lohnt sich der höhere Aufwand gegenüber einer Luftwärmepum18pe?

Eine Erdwärmepumpe kann durch die gleichmäßigeren Temperaturen im Erdreich weniger Strom benötigen. Dafür fallen zusätzliche Kosten für die Bohrung oder die Verlegung von Erdkollektoren an.


Ob sich diese Mehrkosten für dein Haus lohnen, hängt vom Aufpreis, dem Wärmebedarf und der tatsächlich erreichten Effizienz ab. Vergleiche deshalb vollständige Angebote für beide Lösungen – einschließlich Erschließung, Einbau und Förderung.


Wann die Stromersparnis den höheren Anschaffungspreis ausgleichen kann und welche weiteren Unterschiede wichtig sind, zeigen wir ausführlich im Beitrag „Erdwärmepumpe oder Luftwärmepumpe: Kosten und Wirtschaftlichkeit im Vergleich“.


So vergleichst du Angebote für deine Erdwärmeheizung

Hole möglichst zwei bis drei Angebote ein. Bei Erdwärme sollten die Betriebe Erfahrung mit der geplanten Wärmequelle haben und die Arbeiten zwischen Heizungsinstallation und Erschließung abstimmen.


Tipp: Über ein Vergleichsportal kannst du mehrere Angebote von Fachbetrieben aus deiner Region anfragen.


Gib ausdrücklich an, dass du eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde oder Kollektor suchst. Kläre bei der Anfrage, ob die Erschließung mit angeboten oder über einen Partnerbetrieb geplant wird.


Mit diesen sechs Fragen vergleichst du die Angebote:

  1. Wärmequelle: Ist eine neue Sonde beziehungsweise ein Kollektor vollständig enthalten oder wird eine vorhandene Quelle genutzt?

  2. Auslegung: Welche Heizlast und welcher Wärmebedarf wurden angesetzt? Wie wurde die Wärmequelle dafür dimensioniert?

  3. Arbeiten im Haus: Sind Speicher, Elektrik, Rückbau und erforderliche Heizflächenanpassungen berücksichtigt?

  4. Nebenarbeiten: Wer übernimmt Verfahren, Gebühren, Versicherung, Anschluss und Wiederherstellung?

  5. Offene Beträge: Was wird nach Aufwand abgerechnet? Welche Bedarfspositionen können hinzukommen?

  6. Betriebsbereite Anlage: Wer koordiniert die Betriebe und übernimmt Inbetriebnahme, Einweisung und Nachweise?


Eine hilfreiche Abschlussfrage lautet: „Welche Arbeiten muss ich zusätzlich beauftragen und bezahlen, damit die Wärmequelle angeschlossen ist und meine Erdwärmepumpe vollständig läuft?“


Lass dir die Antwort schriftlich geben. Danach kannst du die Gesamtkosten vergleichen und den möglichen Zuschuss abziehen.


Häufige Fragen zu Erdwärmepumpen-Kosten

Was kostet eine Erdwärmepumpe komplett mit Bohrung?

Das hängt besonders von Grundstück und Umbauumfang ab. Unser Angebot mit klar ausgewiesener neuer Erdsonde liegt bei rund 67.166 Euro brutto. Es enthält allerdings auch 13 neue Heizkörper und 37 m² Fußbodenheizung; der Elektroumfang ist offen. Für einen einfachen Austausch ist es deshalb kein pauschaler Komplettpreis.


Was kostet eine Erdwärmebohrung für 100 Meter?

Mit dem genannten Hersteller-Richtwert von 50 bis 100 Euro je Meter ergeben sich rechnerisch 5.000 bis 10.000 Euro für 100 Bohrmeter. Das ist kein garantierter Gesamtpreis einschließlich aller Nebenarbeiten. Lass dir Gesamtbohrlänge, Leistungen und zusätzliche Pauschalen gemeinsam anbieten.


Ist eine Erdwärmepumpe im Altbau möglich?

Ja, sie kann auch im Altbau infrage kommen. Entscheidend sind Wärmebedarf, geeignete Heizflächen und eine passend geplante Wärmequelle. Unsere Beispiele enthalten entsprechende Altbauvorhaben. Das ersetzt jedoch nicht die Prüfung deines Hauses und Grundstücks.


Brauche ich eine Fußbodenheizung?

Nicht grundsätzlich. Ausreichend große Heizkörper können ebenfalls geeignet sein. Lass raumweise prüfen, welche Leistung die vorhandenen Heizflächen bei den vorgesehenen Temperaturen abgeben. Ein einzelner Heizkörpertausch kann ausreichen; eine komplette Nachrüstung der Fußbodenheizung folgt daraus nicht automatisch.


Kann ich eine vorhandene Erdsonde weiterverwenden?

Das kann möglich sein, muss aber fachlich geprüft werden. Zustand, Leistungsfähigkeit und die Eignung für die neue Anlage sind entscheidend. Ein Angebot mit vorhandener Sonde ist preislich nicht mit einem Projekt samt neuer Bohrung gleichzusetzen.


Gibt es eine eigene Förderung nur für die Bohrung?

Im beschriebenen KfW-Programm kann die Erschließung Teil der förderfähigen Kosten sein. Sie erhält innerhalb dieses Programms aber keine zusätzliche Kostenobergrenze neben der Heizungsanlage.


Woher stammen die Angebotspreise?

Wir haben von Oktober 2025 bis September 2026 ausführliche, öffentlich auf Reddit veröffentlichte Originalangebote ausgewertet. Aufgenommen wurden Bilder oder Scans der Angebote; bloße Preisnennungen ohne entsprechende Unterlagen haben wir nicht berücksichtigt.


Dieser Beitrag nutzt vier Angebote für Sole-Wasser-Wärmepumpen. Wir nennen die Bruttogesamtpreise vor Förderung und weisen fehlende Leistungen direkt bei den Fällen aus. Wegen der unterschiedlichen Projekte berechnen wir daraus keinen durchschnittlichen Komplettpreis. Die Unterlagen zeigen Angebote, keine bestätigten Schlussrechnungen oder gemessenen Betriebskosten.

Die allgemeinen Informationen stammen ergänzend aus den verlinkten Fachquellen. Förder- und Stromkostenbeispiele sind ausdrücklich Modellrechnungen.

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