Wann lohnt sich eine Erdwärmepumpe im Vergleich zur Luftwärmepumpe?
Wann lohnt sich eine Erdwärmepumpe im Vergleich zur Luftwärmepumpe? Wir vergleichen 81 Szenarien mit unterschiedlichen Anschaffungskosten, Wärmebedarfen, Jahresarbeitszahlen und Strompreisen. Wir zeigen, unter welchen Bedingungen die Stromersparnis die Mehrkosten innerhalb von 20 Jahren ausgleicht.

Beschäftigst du dich mit dem Einbau einer Wärmepumpe und fragst dich, welche du wählen sollst: Luftwärmepumpe oder Erdwärmepumpe? Erdwärme- oder Luftwärmepumpe? Egal wie man die Frage dreht oder wendet - wir versuchen in diesem Beitrag eine Antwort darauf zu finden und vergleichen die beiden Technologien anhand von 81 Szenarien. Am Ende bist du schlauer und weißt eine Antwort auf die Frage: Lohnt sich eine Erdwärmepumpe (im Vergleich zur Luftwärmepumpe)?
Hinweis: Falls du nach einem Kosten-Vergleich zwischen Gasheizung und Wärmepumpe suchst, wirst du im verlinkten Beitrag fündig.
Erdwärmepumpe vs. Luftwärmepumpe: Die wichtigsten Ergebnisse kurz zusammengefasst
Eine Erdwärmepumpe lohnt sich gegenüber einer Luftwärmepumpe vor allem bei geringen Mehrkosten, hohem Wärmebedarf und einem deutlichen Effizienzvorsprung. Wir haben 81 Kombinationen aus Anschaffungspreis, Wärmebedarf, Jahresarbeitszahl und Strompreis durchgerechnet.
Unsere feste Vergleichsgröße ist eine Luftwärmepumpe für 35.000 Euro mit einer Jahresarbeitszahl von 3,5.
Die wichtigsten Ergebnisse:
In 9 von 81 Szenarien – rund 11,1 Prozent – gleichen die Stromersparnisse die Mehrkosten innerhalb von 20 Jahren aus.
Sieben dieser Fälle betreffen eine günstige Erdwärmepumpe für 45.000 Euro, also "nur" 10.000 Euro Mehrinvestition. Innerhalb dieser Preisgruppe erreichen 25,9 Prozent der untersuchten Kombinationen die Amortisation innerhalb von 20 Jahren.
Bei 50.000 Euro Gesamtkosten gelingt der Ausgleich in 2 von 27 Kombinationen beziehungsweise 7,4 Prozent. Bei 55.000 Euro reicht die Stromersparnis in keinem untersuchten Szenario für einen Ausgleich innerhalb von 20 Jahren.
Bei 10.000 kWh jährlichem Wärmebedarf erreicht ebenfalls keine Variante dieses Ziel. Bei 20.000 kWh gelingt es in 7,4 Prozent, bei 30.000 kWh in 25,9 Prozent der jeweiligen Szenarien.
Im günstigsten untersuchten Fall dauert die Amortisation rund 10,8 Jahre: 45.000 Euro Gesamtkosten, 30.000 kWh Wärmebedarf, JAZ 5,0 und 36 Cent Strompreis.
Wichtig zur Einordnung: Diese Prozentwerte beschreiben unsere bewusst gewählten Rechenfälle. Sie sind keine Erfolgswahrscheinlichkeit für dein Haus und keine Aussage darüber, wie häufig sich Erdwärme am Markt lohnt. Wir vergleichen die Mehrinvestition mit den Stromersparnissen – ohne Zinsen, Wartungsunterschiede, Ersatzinvestitionen und Restwerte.
Für dein eigenes Angebot ist deshalb entscheidend: Wie hoch darf der Aufpreis für Erdwärme sein, damit die erwartete Stromersparnis ihn ausgleicht? Im folgenden Vergleich zeigen wir Schritt für Schritt, wie die Ergebnisse entstehen, welchen Einfluss die Förderung hat und wie du dein Angebot einordnen kannst.
Stand der Förderinformationen: 16. Oktober 2026. Alle Berechnungen sind Modellrechnungen, keine Preis- oder Effizienzgarantien.
Welche Annahmen gelten für unseren Vergleich Luftwärmepumpe vs Erdwärmepumpe?
Mit Luftwärmepumpe ist hier eine Luft-Wasser-Wärmepumpe gemeint, die Heizungswasser erwärmt. Ihr Gegenstück ist eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, die das Erdreich über eine Sonde oder einen Kollektor erschließt.
Für beide Systeme vergleichen wir die Versorgung desselben Hauses mit derselben Wärmemenge.
Rechengröße | Luftwärmepumpe | Erdwärmepumpe |
Gesamtkosten brutto vor Förderung | 35.000 € | 45.000 / 50.000 / 55.000 € |
Jahresarbeitszahl | 3,5 | 4,0 / 4,5 / 5,0 |
Jährlicher Wärmebedarf einschließlich Warmwasser | 10.000 / 20.000 / 30.000 kWh | Jeweils identisch |
Strompreis | 24 / 30 / 36 ct/kWh | Jeweils identisch |
Betrachtungszeitraum | 20 Jahre | 20 Jahre |
Wie ergeben sich die Kosten Erdwärmepumpe vs. Luftwärmepumpe in unserem Vergleich?
Die 35.000 Euro für die Luftwärmepumpe sind unsere gerundete Vergleichsgröße. Sie orientieren sich am mittleren Angebotspreis von rund 35.300 Euro aus unserer großen Wärmepumpen-Kostenanalyse. cMehr dazu findest du im Beitrag Wärmepumpe im Einfamilienhaus: Kosten mit Einbau.
Auch die Erdwärmepreise sind bewusst gewählte Modellfälle. Sie stehen für vollständige Anlagen einschließlich Wärmequellenerschließung und Einbau. Warum du bei echten Angeboten besonders auf den Leistungsumfang achten musst, erklären wir im Beitrag Erdwärmepumpe: Kosten mit Einbau, Bohrung und Förderung.
Anders als bei den Luftwärmepumpen ließ sich aus unserer Analyse der Erdwärmepumpe-Kosten kein typischer mittlerer Preis ableiten, weil sich die Projekte und ihre Leistungsumfänge zu stark unterscheiden – deshalb rechnen wir hier mit drei unterschiedlichen Kostenszenarien.
Daraus ergeben sich drei Preisabstände:
45.000 Euro für Erdwärme: 10.000 Euro Mehrinvestition.
50.000 Euro für Erdwärme: 15.000 Euro Mehrinvestition.
55.000 Euro für Erdwärme: 20.000 Euro Mehrinvestition.
Notwendige Arbeiten an Heizkörpern, Elektrik oder Warmwasserspeicher müssen in beiden Angeboten vergleichbar berücksichtigt sein. Ein Erdwärmeangebot mit neuen Heizflächen lässt sich nicht ohne Anpassung mit einer Luftwärmepumpe ohne diese Arbeiten vergleichen.
Tipp: Vergleiche mehrere Angebote für dein Haus. In unserer großen Untersuchung lag das höchste Angebot für dasselbe Projekt im Median rund 13 Prozent über dem niedrigsten. Gerade bei einer Wärmepumpe können unterschiedliche Angebotspreise darüber entscheiden, welche Lösung sich für dich rechnet. Achte deshalb auf vergleichbare Leistungen – einschließlich Einbau, notwendiger Nebenarbeiten und bei Erdwärme der Wärmequellenerschließung. Über folgendes Vergleichsportal kannst du ganz unkompliziert mehrere Angebote von Heizungsfachbetrieben aus deiner Region anfragen.
Insgesamt untersuchen wir in dieser Analyse 3 Anschaffungspreise × 3 Wärmebedarfe × 3 Jahresarbeitszahlen × 3 Strompreise = 81 Szenarien. Jede Kombination erhält dasselbe Gewicht. Das bildet unterschiedliche Bedingungen ab, aber nicht ihre tatsächliche Häufigkeit am Markt.
Warum wir mit Jahresarbeitszahlen rechnen
Um den Stromverbrauch einer Erdwärmepumpe mit einer Luftwärmepumpe zu vergleichen, brauchen wir die Jahresarbeitszahl. Die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ, beschreibt das Verhältnis zwischen erzeugter Wärme und eingesetztem Strom über ein ganzes Jahr. Eine JAZ von 4 bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom entstehen im Jahresdurchschnitt vier Kilowattstunden Wärme.
Für eine Jahreskostenrechnung ist diese Größe geeigneter als ein einzelner COP-Wert aus einem bestimmten Prüfpunkt. Wichtig ist außerdem, dieselbe Bilanzgrenze zu verwenden: Heizstab und Hilfsenergie dürfen nicht bei einem System enthalten sein und beim anderen fehlen.
Unsere Werte sind Annahmen, liegen aber in einer Größenordnung, die auch Felduntersuchungen zeigen. Das Fraunhofer ISE berichtet im Projekt „WP-QS im Bestand“ für den ausgewerteten Zeitraum bei 49 Außenluftanlagen JAZ-Werte von 2,6 bis 4,9, im Mittel 3,4. Die 13 Anlagen mit Erdsonden erreichten 3,6 bis 5,4. Das zeigt zugleich: Eine bestimmte JAZ ergibt sich nicht automatisch aus der Wärmequelle.
Ist eine Erdwärmepumpe somit besser als eine Luftwärmepumpe? Was die JAZ angeht im Normalfall schon, aber sie kostet dafür auch im Normalfall deutlich mehr.
Ändert die Förderung den Preisabstand zwischen Luft- und Erdwärmepumpe?
Für die aktuelle KfW-Heizungsförderung im bestehenden Einfamilienhaus werden maximal 28.000 Euro förderfähige Kosten berücksichtigt. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent. Persönliche Bonusvoraussetzungen können den Zuschuss erhöhen; einen gesonderten Effizienzbonus führt die aktuelle Programmseite nicht mehr auf. Die Förderung setzt unter anderem voraus, dass Bauantrag oder Bauanzeige mindestens fünf Jahre zurückliegen.
Für unsere Rechnung nehmen wir an, dass beide Systeme förderfähig sind und jeweils mindestens 28.000 Euro anerkannte Kosten erreichen. Bei gleicher persönlicher Fördersituation erhalten sie dann denselben Zuschuss.
Mit ausschließlich 30 Prozent Grundförderung sieht das so aus:
System | Gesamtkosten | Zuschuss | Eigenanteil |
Luftwärmepumpe | 35.000 € | 8.400 € | 26.600 € |
Erdwärmepumpe, günstig | 45.000 € | 8.400 € | 36.600 € |
Erdwärmepumpe, mittel | 50.000 € | 8.400 € | 41.600 € |
Erdwärmepumpe, teuer | 55.000 € | 8.400 € | 46.600 € |
Der Preisabstand bleibt unverändert. Auch ein höherer, aber für beide Varianten identischer Zuschuss ändert daran nichts.
Die KfW kündigt ab dem 1. Februar 2027 eine schrittweise Absenkung des Kostenhöchstbetrags an. Prüfe deshalb die Bedingungen für deinen Antragstermin. Zusätzliche regionale Zuschüsse oder unterschiedliche anerkannte Kosten musst du separat berücksichtigen.
So berechnen wir Stromkosten und Amortisation
Die Rechnung besteht aus drei Schritten:
Jährlicher Stromverbrauch = Wärmebedarf ÷ Jahresarbeitszahl
Jährliche Stromkosten = Stromverbrauch × Strompreis
Einfache Amortisationszeit = Mehrinvestition ÷ jährliche Stromkostenersparnis
Ein Beispiel mit 20.000 kWh Wärmebedarf, 30 Cent Strompreis und einer Erdwärmepumpe mit JAZ 4,5:
Größe | Luftwärmepumpe | Erdwärmepumpe |
Jahresarbeitszahl | 3,5 | 4,5 |
Stromverbrauch pro Jahr | rund 5.714 kWh | rund 4.444 kWh |
Stromkosten pro Jahr | rund 1.714 € | rund 1.333 € |
Die Erdwärmepumpe spart rund 381 Euro Stromkosten pro Jahr gegenüber der Luftwärmepumpe. Bei 10.000 Euro Mehrinvestition ergibt sich rechnerisch eine Amortisationszeit von 26,3 Jahren. Innerhalb unseres Betrachtungszeitraums von 20 Jahren sind die Mehrkosten damit noch nicht ausgeglichen.
Wir rechnen durchgehend mit ungerundeten Werten und runden erst die Ergebnisse. Dadurch können gerundete Tabellenwerte geringfügig voneinander abweichen.
Was die Rechnung berücksichtigt: Investitionsunterschied und Stromkosten bei konstantem Wärmebedarf, konstanter JAZ und konstantem Strompreis.
Was sie nicht berücksichtigt: Finanzierung, entgangene Kapitalerträge, Unterschiede bei Wartung und Reparaturen, Ersatzinvestitionen und Restwerte. Die 20 Jahre sind ein gewählter Vergleichszeitraum, keine zugesicherte Lebensdauer.
Szenario 1: 10.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr
Bei niedrigem Wärmebedarf gibt es vergleichsweise wenig Strom einzusparen. Selbst ein deutlicher Effizienzvorsprung führt deshalb nur zu einer begrenzten jährlichen Entlastung.
Bei 30 Cent pro Kilowattstunde ergibt sich:
JAZ der Erdwärmepumpe | Stromkosten Luftwärme | Stromkosten Erdwärme | Ersparnis pro Jahr |
4,0 | 857 € | 750 € | 107 € |
4,5 | 857 € | 667 € | 190 € |
5,0 | 857 € | 600 € | 257 € |
Schon im günstigsten Erdwärmefall müssen 10.000 Euro Mehrkosten aufgeholt werden. Bei JAZ 5,0 und 30 Cent Strompreis werden über 20 Jahre rund 5.143 Euro eingespart. Es bleiben etwa 4.857 Euro der ursprünglichen Mehrinvestition offen.
Auch das höhere Strompreisszenario mit 36 Cent reicht nicht: Die Ersparnis steigt auf rund 309 Euro jährlich beziehungsweise 6.171 Euro über 20 Jahre.
Ergebnis: Bei 10.000 kWh Wärmebedarf amortisiert sich keine der 27 untersuchten Kombinationen innerhalb von 20 Jahren allein durch die Stromersparnis. Der Anteil beträgt 0 Prozent.

Die Balken zeigen die Stromkostenersparnis der Erdwärmepumpe nach 20 Jahren. Die gestrichelten Linien markieren die Mehrinvestitionen von 10.000, 15.000 und 20.000 Euro gegenüber der Luftwärmepumpe. Erreicht ein Balken die jeweilige Linie, sind diese Mehrkosten ausgeglichen. Strompreis: 30 ct/kWh.
Szenario 2: 20.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr
Bei doppeltem Wärmebedarf verdoppelt sich unter denselben Annahmen auch die Stromkostenersparnis.
JAZ der Erdwärmepumpe | Stromkosten Luftwärme | Stromkosten Erdwärme | Ersparnis pro Jahr bei 30 ct/kWh |
4,0 | 1.714 € | 1.500 € | 214 € |
4,5 | 1.714 € | 1.333 € | 381 € |
5,0 | 1.714 € | 1.200 € | 514 € |
Für eine Erdwärmepumpe mit 45.000 Euro Gesamtkosten ergeben sich folgende einfache Amortisationszeiten:
JAZ | 24 ct/kWh | 30 ct/kWh | 36 ct/kWh |
4,0 | über 20 Jahre | über 20 Jahre | über 20 Jahre |
4,5 | über 20 Jahre | über 20 Jahre | über 20 Jahre |
5,0 | über 20 Jahre | 19,4 Jahre | 16,2 Jahre |
Bei 50.000 oder 55.000 Euro Gesamtkosten erreicht keine Kombination aus JAZ und Strompreis die Amortisation innerhalb von 20 Jahren.
Der Fall mit JAZ 5,0 und 30 Cent Strompreis liegt nur knapp innerhalb der Grenze: Über 20 Jahre summiert sich die Ersparnis auf rund 10.286 Euro. Nach Ausgleich der 10.000 Euro Mehrkosten bleiben gerade einmal 286 Euro rechnerischer Vorteil – noch ohne Finanzierung und mögliche Kostenunterschiede bei Reparaturen.
Ergebnis: Bei 20.000 kWh Wärmebedarf amortisieren sich 2 von 27 Kombinationen innerhalb von 20 Jahren. Das entspricht 7,4 Prozent. Beide betreffen die Erdwärmepumpe für 45.000 Euro mit JAZ 5,0, einmal bei 30 und einmal bei 36 Cent Strompreis.

Die Balken zeigen die Stromkostenersparnis der Erdwärmepumpe nach 20 Jahren. Die gestrichelten Linien markieren die Mehrinvestitionen von 10.000, 15.000 und 20.000 Euro gegenüber der Luftwärmepumpe. Erreicht ein Balken die jeweilige Linie, sind diese Mehrkosten ausgeglichen. Strompreis: 30 ct/kWh.
Szenario 3: 30.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr
Bei höherem Wärmebedarf wird der Effizienzvorsprung finanziell stärker spürbar.
JAZ der Erdwärmepumpe | Stromkosten Luftwärme | Stromkosten Erdwärme | Ersparnis pro Jahr bei 30 ct/kWh |
4,0 | 2.571 € | 2.250 € | 321 € |
4,5 | 2.571 € | 2.000 € | 571 € |
5,0 | 2.571 € | 1.800 € | 771 € |
Bei 45.000 Euro Gesamtkosten für Erdwärme ergibt sich:
JAZ | 24 ct/kWh | 30 ct/kWh | 36 ct/kWh |
4,0 | über 20 Jahre | über 20 Jahre | über 20 Jahre |
4,5 | über 20 Jahre | 17,5 Jahre | 14,6 Jahre |
5,0 | 16,2 Jahre | 13,0 Jahre | 10,8 Jahre |
Hier entstehen mehrere wirtschaftlich interessante Kombinationen. Bei JAZ 5,0 und 30 Cent Strompreis spart die Erdwärmepumpe über 20 Jahre rund 15.429 Euro. Nach Ausgleich der 10.000 Euro Mehrinvestition verbleiben etwa 5.429 Euro Vorteil in unserer vereinfachten Rechnung.
Bei 50.000 Euro Gesamtkosten reichen die Einsparungen noch in zwei Kombinationen: Mit JAZ 5,0 dauert die Amortisation bei 30 Cent Strompreis 19,4 Jahre, bei 36 Cent 16,2 Jahre. Bei 30 Cent verbleiben nach 20 Jahren allerdings nur rund 429 Euro rechnerischer Vorteil nach Ausgleich der 15.000 Euro Mehrinvestition.
Anders sieht es bei 55.000 Euro Gesamtkosten aus. Selbst mit JAZ 5,0 und 36 Cent Strompreis dauert es rechnerisch rund 21,6 Jahre, bis 20.000 Euro Mehrkosten ausgeglichen wären. Damit liegt auch die günstigste Kombination außerhalb unseres Betrachtungszeitraums. Solche Zeiträume sind keine belastbare Prognose für den Betrieb derselben Anlage ohne Ersatzinvestitionen.
Ergebnis: Bei 30.000 kWh Wärmebedarf amortisieren sich 7 von 27 Kombinationen innerhalb von 20 Jahren. Das entspricht 25,9 Prozent. Ein hoher Wärmebedarf verbessert die Wirtschaftlichkeit deutlich. Einen Aufpreis von 20.000 Euro gleicht er in unseren Szenarien innerhalb von 20 Jahren trotzdem nicht aus.

Die Balken zeigen die Stromkostenersparnis der Erdwärmepumpe nach 20 Jahren. Die gestrichelten Linien markieren die Mehrinvestitionen von 10.000, 15.000 und 20.000 Euro gegenüber der Luftwärmepumpe. Erreicht ein Balken die jeweilige Linie, sind diese Mehrkosten ausgeglichen. Strompreis: 30 ct/kWh.
Wie stark beeinflusst der Strompreis das Ergebnis zwischen Erdwärmepumpe vs. Luftwärmepumpe?
Je teurer jede eingesparte Kilowattstunde ist, desto wertvoller wird der Effizienzvorsprung der Erdwärmepumpe.
Gegenüber dem Basisszenario mit 30 Cent gilt:
Bei 24 Cent sinkt die jährliche Ersparnis um 20 Prozent. Die einfache Amortisationszeit verlängert sich um 25 Prozent.
Bei 36 Cent steigt die jährliche Ersparnis um 20 Prozent. Die einfache Amortisationszeit verkürzt sich um rund 16,7 Prozent.
Ein Beispiel zeigt die Größenordnung: Bei 30.000 kWh Wärmebedarf, Erdwärme-JAZ 4,5 und 10.000 Euro Mehrinvestition entstehen folgende Ergebnisse:
Strompreis | Jährliche Ersparnis | Rechnerische Amortisation |
24 ct/kWh | 457 € | 21,9 Jahre |
30 ct/kWh | 571 € | 17,5 Jahre |
36 ct/kWh | 686 € | 14,6 Jahre |
Über alle untersuchten Anschaffungspreise, Wärmebedarfe und Jahresarbeitszahlen verteilt sich die Amortisation so:
Strompreis | Untersuchte Szenarien | Amortisation innerhalb von 20 Jahren | Anteil |
24 ct/kWh | 27 | 1 | 3,7 % |
30 ct/kWh | 27 | 4 | 14,8 % |
36 ct/kWh | 27 | 4 | 14,8 % |
Dass bei 30 und 36 Cent gleich viele Szenarien die Grenze unterschreiten, bedeutet nicht, dass der höhere Strompreis wirkungslos wäre. Die Amortisationszeiten verkürzen sich, aber keine weitere Kombination erreicht dadurch einen Ausgleich innerhalb von 20 Jahren.
Die drei Strompreise sind feste Rechenannahmen und keine Prognosen. Identische Grundpreise ändern den Vergleich nicht. Falls die Varianten unterschiedliche Zähler- oder Tarifkosten verursachen, musst du diese zusätzlich berücksichtigen.
Wie viel teurer darf die Erdwärmepumpe sein?
Für die Prüfung deines Angebots ist diese Frage oft hilfreicher als eine einzelne Amortisationsdauer.
Die einfache Regel lautet:
Maximaler Aufpreis für einen Ausgleich innerhalb von 20 Jahren = jährliche Stromersparnis × 20
Bei 30 Cent Strompreis und einer Luftwärmepumpe mit JAZ 3,5 ergeben sich folgende Grenzen:
Wärmebedarf pro Jahr | Erdwärme-JAZ 4,0 | Erdwärme-JAZ 4,5 | Erdwärme-JAZ 5,0 |
10.000 kWh | 2.143 € | 3.810 € | 5.143 € |
20.000 kWh | 4.286 € | 7.619 € | 10.286 € |
30.000 kWh | 6.429 € | 11.429 € | 15.429 € |
Maximaler Aufpreis nach Förderung; ohne Zinsen, Wartungsunterschiede, Ersatzinvestitionen und Restwerte.
Bei 24 Cent liegen diese Grenzen 20 Prozent niedriger, bei 36 Cent 20 Prozent höher.
Ein Beispiel: Dein Haus benötigt 20.000 kWh Wärme jährlich. Du erwartest für Erdwärme eine JAZ von 4,5 und rechnest mit 30 Cent Strompreis. Dann dürfen die Mehrkosten nach Förderung höchstens rund 7.619 Euro betragen, damit sie sich innerhalb von 20 Jahren durch Stromersparnisse ausgleichen.
Bei unserer Luftwärmereferenz von 35.000 Euro und gleichem Zuschuss entspricht das einem Erdwärme-Gesamtpreis von ungefähr 42.619 Euro. Ein Angebot für 45.000 Euro liegt bereits darüber.
Die Tabelle hilft dir damit auch bei Angeboten, die zwischen unseren drei Modellpreisen liegen.
Was du vor der Entscheidung zusätzlich prüfen solltest
Die tatsächliche Effizienz beider Anlagen
Unsere Luftwärmepumpe bleibt bewusst bei JAZ 3,5. Erreicht deine konkrete Anlage beispielsweise JAZ 4,0, schrumpft der Vorteil von Erdwärme. Arbeitet sie schlechter als angenommen, wächst er.
Lass deshalb beide Systeme für dein Haus auslegen. Vorlauftemperatur, Warmwasserbereitung und Wärmequelle müssen zu den angesetzten Jahresarbeitszahlen passen.
Wärmebedarf nach einer geplanten Sanierung
Die angesetzten Kilowattstunden sind die jährlich bereitzustellende Wärme einschließlich Warmwasser. Sie sind nicht automatisch mit dem bisherigen Gas- oder Ölverbrauch gleichzusetzen, weil die bisherige Heizung Verluste verursacht.
Planst du Dämmung oder neue Fenster, sollte außerdem der künftige Wärmebedarf in die Rechnung eingehen. Sinkt er, sinkt bei unveränderten Jahresarbeitszahlen auch die absolute Stromersparnis der Erdwärmepumpe.
Finanzierung, Reparaturen und Wärmequelle
Musst du den Aufpreis finanzieren, kommen Zinsen hinzu. Auch Eigenkapital hat einen wirtschaftlichen Wert. Eine Amortisation knapp vor Ablauf von 20 Jahren ist deshalb noch kein überzeugender finanzieller Vorsprung.
Umgekehrt kann eine weiter nutzbare Erdsonde bei einem späteren Gerätetausch einen Wert haben. Ob und wie sie weiterverwendet werden kann, muss technisch geprüft werden. Für einen Vergleich über mehrere Anlagengenerationen müssten Ersatzkosten und Restwerte beider Systeme ausdrücklich berechnet werden.
Einen pauschalen Wartungsvorteil setzen wir nicht an. Dafür sind konkrete Angebote und die jeweiligen Anlagen entscheidend.
Photovoltaik und Kühlung
Mit einer PV-Anlage verändert sich der Wert des verbrauchten und eingesparten Stroms. Entscheidend ist, zu welchen Zeiten die Erdwärmepumpe Netzbezug vermeidet oder zusätzlichen Solarstrom für andere Nutzungen freigibt. Ein pauschaler jährlicher Eigenverbrauchsanteil bildet das nur unzureichend ab.
Erdwärme kann außerdem passive Kühlung ermöglichen. Dabei wird Wärme aus dem Gebäude über die Wärmequelle abgeführt, ohne den Verdichter wie beim aktiven Kühlen zu betreiben. Dafür muss die Anlage entsprechend ausgestattet und geeignet sein. Diesen Komfortvorteil haben wir nicht als Geldersparnis eingerechnet.
Für wen lohnt sich eine Erdwärmepumpe im Vergleich zur Luftwärmepumpe?
Hoher Wärmebedarf und überschaubarer Aufpreis
Benötigt dein Haus jährlich etwa 30.000 kWh Wärme, kann sich Erdwärme bei 10.000 Euro Mehrinvestition rechnen. In unserem Modell reicht bei 30 Cent Strompreis eine JAZ von 4,5 für eine Amortisation nach 17,5 Jahren. Bei JAZ 5,0 sind es rund 13 Jahre.
Mittlerer Wärmebedarf und besonders gute Effizienz
Bei 20.000 kWh Wärmebedarf wird die Rechnung anspruchsvoller. Kostet die Erdwärmepumpe 45.000 Euro und erreicht eine JAZ von 5,0, gleichen sich die Mehrkosten bei 30 Cent Strompreis nach rund 19,4 Jahren aus. Der finanzielle Vorteil nach 20 Jahren ist allerdings klein – zusätzliche Finanzierungskosten können ihn aufzehren.
Eine geeignete Wärmequelle ist bereits vorhanden
Gibt es auf deinem Grundstück bereits eine nutzbare Erdsonde oder einen Kollektor, kann die Mehrinvestition geringer ausfallen. Das verbessert die Wirtschaftlichkeit. Voraussetzung ist, dass ein Fachbetrieb Zustand und Leistung der Wärmequelle prüft und ihre Eignung für die neue Anlage bestätigt.
Zusätzlicher Nutzen durch passive Kühlung
Möchtest du dein Haus im Sommer auch kühlen, kann eine entsprechend ausgelegte Erdwärmeanlage zusätzlichen Nutzen bieten. Die passive Kühlung ist in unserer Amortisationsrechnung nicht enthalten. Sie kann die Entscheidung für Erdwärme unterstützen, auch wenn sich der Aufpreis allein durch die Heizstromersparnis nicht innerhalb von 20 Jahren ausgleicht.
Fazit: Der Aufpreis entscheidet, ob sich Erdwärme lohnt
Erdwärmepumpe oder Luftwärmepumpe - was heißt das unterm Strich? In unserer Modellrechnung amortisiert sich die Erdwärmepumpe in 9 von 81 Szenarien innerhalb von 20 Jahren. Das entspricht 11,1 Prozent. In den übrigen 72 Szenarien beziehungsweise 88,9 Prozent reichen die Stromersparnisse innerhalb dieses Zeitraums nicht aus, um die Mehrinvestition auszugleichen.
Wie stark das Ergebnis vom Anschaffungspreis abhängt, zeigt die Aufteilung:
Gesamtkosten Erdwärmepumpe | Untersuchte Szenarien | Amortisation innerhalb von 20 Jahren | Anteil |
45.000 € | 27 | 7 | 25,9 % |
50.000 € | 27 | 2 | 7,4 % |
55.000 € | 27 | 0 | 0 % |
Gesamt | 81 | 9 | 11,1 % |
Auch der Wärmebedarf macht einen deutlichen Unterschied: Bei 10.000 kWh jährlich erreicht keine Kombination die Amortisation innerhalb von 20 Jahren. Bei 20.000 kWh sind es 7,4 Prozent, bei 30.000 kWh 25,9 Prozent der jeweiligen Szenarien.
Diese Anteile gelten ausschließlich für unsere Auswahl an Modellfällen. Würden wir mehr günstige Erdwärmeangebote oder andere Effizienzwerte untersuchen, änderten sich auch die Prozentzahlen. 11,1 Prozent bedeutet deshalb nicht, dass sich Erdwärme nur für 11,1 Prozent aller Häuser lohnt.
Für deine Entscheidung folgt daraus: Lass dir beide Systeme vollständig anbieten und vergleiche die Kosten nach Förderung. (Tipp: Über Heizungsfinder kannst du passende Fachbetriebe aus deiner Region finden und Vergleichsangebote anfragen). Prüfe anschließend, welche Jahresarbeitszahlen bei deinem Haus realistisch sind und wie viel Wärme du künftig benötigst. Eine geplante Sanierung gehört dabei bereits in die Rechnung.
Ein überschaubarer Aufpreis kann sich bei hohem Wärmebedarf und guter Effizienz rechnen. Bei 15.000 Euro Aufpreis gelingt das in unseren Szenarien nur unter besonders günstigen Bedingungen. Ein Aufpreis von 20.000 Euro wird durch die Stromersparnis in keinem der untersuchten Fälle innerhalb von 20 Jahren ausgeglichen. Vorteile wie passive Kühlung oder eine später weiter nutzbare Erdsonde können trotzdem für Erdwärme sprechen. Sie sollten als zusätzliche Entscheidungskriterien bewertet werden.















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