Wärmepumpe als Klimaanlage nutzen: So funktioniert das Kühlen mit der Wärmepumpe
- vor 4 Tagen
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Immer mehr Wärmepumpen können nicht nur heizen, sondern auch kühlen. Gerade in immer heißeren Sommern stellt sich deshalb vielen Hausbesitzern die Frage: Kann ich meine Wärmepumpe als Klimaanlage nutzen – oder brauche ich zusätzlich eine klassische Klimaanlage?
Die kurze Antwort lautet: Ja, du kannst eine Wärmepumpe als Klimaanlage nutzen – allerdings hängt die Kühlleistung stark davon ab, welche Wärmepumpe verbaut ist.
Während eine Luft-Luft-Wärmepumpe nahezu wie eine klassische Klimaanlage arbeitet, sorgt eine Luft-Wasser- oder Sole-Wasser-Wärmepumpe eher für eine angenehme Temperierung der Räume. Besonders interessant ist dabei die sogenannte passive Kühlung, die mit Erdwärme besonders energieeffizient funktioniert.
In diesem Beitrag erfährst du:
welche Wärmepumpen überhaupt kühlen können,
was aktive und passive Kühlung unterscheidet,
welche Kühlleistung realistisch ist,
und welche Lösung sich für dein Haus eignet.
Kann jede Wärmepumpe auch kühlen?
Nein.
Grundsätzlich können zwar viele moderne Wärmepumpen auch zum Kühlen genutzt werden, allerdings hängt dies vom Wärmepumpentyp und vom jeweiligen Hersteller ab.
Man unterscheidet dabei drei Varianten:
Luft-Luft-Wärmepumpe
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Sole-Wasser- bzw. Grundwasserwärmepumpe
Alle drei Systeme können grundsätzlich kühlen – allerdings auf unterschiedliche Weise.
Aktive oder passive Kühlung – was ist der Unterschied?
Der wichtigste Unterschied liegt darin, wie die Kälte erzeugt wird.
Aktive Kühlung
Bei der aktiven Kühlung arbeitet die Wärmepumpe ähnlich wie eine Klimaanlage.
Der Kältekreislauf wird umgekehrt, sodass dem Gebäude Wärme entzogen und nach außen abgegeben wird. Der Verdichter läuft dabei ganz normal weiter und benötigt Strom.
Vorteile:
deutlich höhere Kühlleistung
Räume lassen sich gezielt abkühlen
funktioniert auch an sehr heißen Sommertagen
Nachteile:
höherer Stromverbrauch
etwas lautere Betriebsgeräusche
Passive Kühlung
Passive Kühlung funktioniert nur bei Sole-Wasser- oder Grundwasserwärmepumpen.
Hier bleibt der Verdichter der Wärmepumpe ausgeschaltet. Stattdessen wird die natürliche Kühle des Erdreichs oder des Grundwassers genutzt. Lediglich die Umwälzpumpen fördern das kühle Wasser durch das Heizsystem.
Dadurch benötigt die Anlage nur sehr wenig Strom. Lediglich die Umwälzpumpen und die Regelung benötigen Strom.
Vorteile:
äußerst energieeffizient
sehr geringe Betriebskosten
nahezu geräuschlos
Nachteil:
Die Räume werden meist nur um etwa 2 bis 4 Grad Celsius abgesenkt. Deshalb spricht man häufig eher von einer Temperierung als von einer klassischen Klimatisierung.
Die drei Wärmepumpen-Arten im Kühlfunktions-Vergleich
Nicht jede Wärmepumpe kühlt auf die gleiche Weise. Je nach Wärmequelle und technischem Aufbau unterscheiden sich Kühlleistung, Energieverbrauch und Komfort teilweise deutlich.
Grundsätzlich kommen drei Wärmepumpen-Arten infrage: die Luft-Luft-Wärmepumpe, die Luft-Wasser-Wärmepumpe sowie die Sole-Wasser- bzw. Grundwasserwärmepumpe.
Während alle drei Systeme aktiv kühlen können, bieten Erdwärme- und Grundwasserwärmepumpen zusätzlich die besonders energieeffiziente passive Kühlung. Im Folgenden zeigen wir die Unterschiede sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile der einzelnen Varianten.
1. Luft-Luft-Wärmepumpe als Klimaanlage
Die Luft-Luft-Wärmepumpe arbeitet technisch nahezu identisch mit einer modernen Split-Klimaanlage.
Sie entzieht der Raumluft Wärme und gibt diese über das Außengerät an die Außenluft ab. Dadurch erreicht sie die höchste Kühlleistung aller Wärmepumpenarten.
Vorteile
sehr gute Kühlleistung
schnelle Temperatursenkung
vergleichsweise geringe Anschaffungskosten
gleichzeitig Heizfunktion im Winter
Nachteile
ausschließlich aktive Kühlung
Luftströmung im Raum
regelmäßige Filterreinigung notwendig
Geeignet für:
Neubauten, insb. Fertighäuser in Holzbauweisen
einzelne Räume
Wohnungen
Häuser ohne wassergeführtes Heizsystem
2. Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Kühlfunktion
Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen erfolgt die Kühlung über das Heizsystem.
Besonders gut funktioniert dies mit Fußboden-, Wand- oder Deckenheizungen.
Normale Heizkörper eignen sich dagegen nur eingeschränkt, da ihre Kühlleistung vergleichsweise gering ist.
Die Kühlfunktion ist heute bei vielen Geräten verfügbar, muss jedoch je nach Hersteller freigeschaltet oder bereits bei der Planung als Ausstattungsoption berücksichtigt werden.
Vorteile
angenehme Kühlung ohne starke Zugluft
gleichmäßige Temperatur im gesamten Haus
bestehende Flächenheizung wird genutzt
Nachteile
geringere Kühlleistung als Split-Klimaanlagen
aktiver Stromverbrauch
nicht jedes Gerät unterstützt Kühlung
3. Sole-Wasser- und Grundwasserwärmepumpen zum Kühlen
Diese Wärmepumpen bieten den größten Komfort.
Sie können sowohl aktiv als auch passiv kühlen.
Vor allem die passive Kühlung ist einer der größten Vorteile einer Erdwärmepumpe.
Im Sommer wird die natürliche Kühle des Erdreichs oder Grundwassers genutzt, wodurch sich die Räume angenehm temperieren lassen.
Der Stromverbrauch beschränkt sich dabei weitgehend auf die Umwälzpumpen.
Vorteile
aktive und passive Kühlung möglich
äußerst geringe Betriebskosten bei passiver Kühlung
sehr angenehmes Raumklima
keine Außengeräusche während der passiven Kühlung
Nachteile
hohe Investitionskosten
Erdsonden oder Flächenkollektoren erforderlich
Welche Wärmepumpe kühlt am besten?
Stellst du dir die Frage welche die beste Wärmepumpe mit Kühlfunktion ist? Ganz pauschal lässt sich das nicht beantworten, es kommt darauf an, was dir wichtig ist.
Wärmepumpe | Aktive Kühlung | Passive Kühlung | Kühlleistung | Betriebskosten |
Luft-Luft | ✅ | ❌ | Starke, schnelle Raumkühlung | Mittel |
Luft-Wasser | ✅ | ❌ | Gleichmäßige Temperierung über Flächenheizungen | Mittel |
Sole-Wasser und Grundwasser | ✅ | ✅ | Besonders effiziente Temperierung, passive Kühlung mit sehr geringem Stromverbrauch | Mittel (aktiv), niedrig (passiv) |
Braucht man dafür eine Fußbodenheizung?
Nicht unbedingt.
Bei Luft-Luft-Wärmepumpen erfolgt die Kühlung direkt über das Innengerät.
Bei Luft-Wasser- sowie Sole-Wasser-Wärmepumpen funktioniert die Kühlung dagegen am besten mit:
Fußbodenheizung
Wandheizung
Deckenheizung
Normale Heizkörper sind zum Kühlen nur eingeschränkt geeignet.
Wie hoch ist der Stromverbrauch beim Kühlen?
Pauschale Angaben zum Stromverbrauch sind nicht möglich, da dieser stark vom Wärmepumpentyp, der Gebäudedämmung und der gewünschten Raumtemperatur abhängt.
Während eine aktive Kühlung ähnlich viel Strom benötigt wie eine moderne Klimaanlage, verbraucht die passive Kühlung einer Erdwärmepumpe nur einen Bruchteil davon. Hier laufen lediglich die Umwälzpumpen und die Regelung, der energieintensive Verdichter bleibt ausgeschaltet.
Lohnt sich eine Photovoltaikanlage zum Kühlen mit der Wärmepumpe?
Ja, sogar sehr. Der größte Kühlbedarf entsteht an sonnigen und heißen Tagen – genau dann, wenn eine Photovoltaikanlage besonders viel Strom produziert.
Dadurch kann ein großer Teil des Stroms für die Kühlfunktion direkt vom eigenen Dach genutzt werden. Das senkt die Stromkosten, erhöht den Eigenverbrauch und verbessert gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaikanlage.
Besonders in Kombination mit einem Batteriespeicher lässt sich der selbst erzeugte Solarstrom noch effizienter nutzen.
Fazit: Kühlen mit Wärmepumpe oder Klimaanlage?
Eine Wärmepumpe kann eine Klimaanlage durchaus ersetzen – allerdings nicht jede in gleichem Maße.
Wer eine möglichst starke Kühlleistung möchte, fährt mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe beziehungsweise einer modernen Split-Klimaanlage am besten.
Besitzt du bereits eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, lohnt sich die Kühlfunktion vor allem in Verbindung mit einer Fußboden-, Wand- oder Deckenheizung. Die Räume werden angenehm temperiert, erreichen jedoch meist nicht die Kühlleistung einer klassischen Klimaanlage.
Den größten Komfort bieten Sole-Wasser- oder Grundwasserwärmepumpen. Ihre passive Kühlung arbeitet besonders energieeffizient und sorgt mit minimalem Stromverbrauch für ein angenehmes Raumklima – ein Vorteil, der gerade in Zeiten immer heißerer Sommer zunehmend an Bedeutung gewinnt.













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