Wärmepumpe selber einbauen – ist das erlaubt & gibt es dafür KfW-Förderung?
- Benjamin Fritz

- vor 1 Tag
- 7 Min. Lesezeit
Darfst du eine Wärmepumpe selbst einbauen und trotzdem Förderung erhalten? Erfahre, was erlaubt ist, welche Wärmepumpe sich eignet und worauf du achten musst.
Der Einbau einer Wärmepumpe gehört zu den größten Modernisierungsschritten, die viele Hausbesitzer aktuell angehen. Steigende Energiekosten, attraktive Förderungen und der Wunsch nach einer nachhaltigen Heizlösung führen dazu, dass sich immer mehr Menschen mit dem Thema beschäftigen.
Gleichzeitig überlegen viele, ob sie den Einbau – zumindest teilweise – selbst übernehmen können, um Kosten zu sparen oder unabhängiger von langen Wartezeiten der Fachbetriebe zu sein.
Dabei tauchen sofort zwei zentrale Fragen auf:
Darf man eine Wärmepumpe überhaupt selbst einbauen?
Und wenn ja – bleibt die Anlage dann trotzdem förderfähig?
Die kurze Antwort lautet: Ja, der Selbsteinbau ist grundsätzlich möglich. Aber: Es gibt klare technische, rechtliche und förderrechtliche Rahmenbedingungen, die unbedingt beachtet werden müssen.
Manche Arbeiten dürfen ausschließlich Fachbetriebe übernehmen, andere kann man problemlos selbst erledigen. Welche Wärmepumpentypen sich überhaupt für den Selbsteinbau eignen, welche Aufgaben zwingend Profis vorbehalten sind und wie man trotz Eigenleistung die Förderung erhält – das klären wir Schritt für Schritt in diesem Beitrag.
Darf man eine Wärmepumpe überhaupt selbst einbauen?
Die kurze Antwort lautet: Ja, grundsätzlich darf man eine Wärmepumpe selbst einbauen. Hausbesitzer dürfen an ihrem eigenen Gebäude viele Arbeiten in Eigenleistung ausführen. Dennoch gibt es wichtige Einschränkungen, die Einfluss auf Sicherheit, Betriebserlaubnis und Förderfähigkeit haben.
Grundsätzlich erlaubt – aber nicht alles
Der reine mechanische Einbau bestimmter Wärmepumpentypen (z. B. Monoblock-Luft-Wasser-Wärmepumpen) kann von einer Privatperson durchgeführt werden. Dazu gehören beispielsweise:
Aufstellen der Außeneinheit
Herstellung der Leitungswege
Montage von Halterungen oder Fundamenten
Vorbereitung des Heizkreises

Aber: Es gibt mehrere Bereiche, in denen Eigenarbeit gesetzlich oder fachlich ausgeschlossen ist.
Was man nicht selbst machen darf
Auch beim Selbsteinbau einer Wärmepumpe gibt es klare Grenzen. Bestimmte Arbeiten sind aus rechtlichen, sicherheitstechnischen oder förderrechtlichen Gründen ausschließlich Fachbetrieben vorbehalten und dürfen nicht in Eigenleistung durchgeführt werden.
a) Arbeiten am Kältekreislauf
Der wichtigste Punkt: Am Kältekreislauf dürfen nur Personen mit Fachkundenachweis nach der F-Gas-Verordnung arbeiten.
Das betrifft vor allem:
das Evakuieren und Befüllen des Kältemittels
das Verschrauben und Abdichten kältetechnischer Leitungen
die Inbetriebnahme bei Split-Geräten
Damit sind Split-Wärmepumpen für Heimwerker praktisch ausgeschlossen.
b) Elektrische Arbeiten
Auch bestimmte elektrische Arbeiten dürfen nur von Elektrofachkräften ausgeführt oder abgenommen werden – besonders:
der Anschluss der Wärmepumpe ans Stromnetz
der Einbau, der Umbau oder die Erweiterung des Zählerschranks
der Anschluss einer Stromzuleitung (meist 400 V)
Ein Elektriker muss diese Arbeiten fachgerecht durchführen, dokumentieren und freigeben.
Wichtige Rolle des Energieberaters
Der Energieberater ist beim DIY-Wärmepumpeneinbau nicht optional, sondern fördersystemrelevant, z.B. für die Anträge wie BzA und BnD.
Außerdem ist er sinnvoll für zentrale, planerische Aufgaben wie:
Bestandsaufnahme des Gebäudes
Heizlastberechnung
Auslegung von Heizkörpern oder Fußbodenheizung
Erstellung des hydraulischen Abgleichs
Planung des Hydraulikschema
Unterstützung bei der technischen Grobplanung
Ohne Energieberater (oder alternativ Fachunternehmer) gibt es keine Förderung, und die Planung wäre oft unvollständig oder fehleranfällig.
Welche Wärmepumpe eignet sich für den Selbsteinbau?
Nicht jede Wärmepumpe ist für den Selbsteinbau geeignet. Manche Systeme erfordern Genehmigungen, spezielle Maschinen oder Arbeiten, die ausschließlich Fachkräfte ausführen dürfen.
Wenn man möglichst viel selbst übernehmen möchte, bleibt am Ende nur ein Wärmepumpentyp wirklich praktikabel: die Luft-Wasser-Wärmepumpe in der Monoblock-Variante.
Empfehlung: Luft-Wasser-Wärmepumpe (Monoblock)

Die Monoblock-Wärmepumpe ist für Heimwerker ideal, weil:
der komplette Kältekreislauf im Gerät eingeschlossen ist
keine kältetechnischen Arbeiten an Leitungen oder Verbindungen anfallen
der Anschluss rein hydraulisch erfolgt (Vorlauf/Rücklauf)
die Außeneinheit vormontiert geliefert wird
keine zusätzlichen Fachzertifikate benötigt werden, um das Gerät mechanisch aufzubauen
Damit können viele Arbeitsschritte selbst übernommen werden – vom Fundament über die Leitungswege bis zur Montage der Wärmepumpe. Für elektrische Arbeiten und die Inbetriebnahme bleibt jedoch weiterhin ein Fachbetrieb notwendig.
Nicht so gut geeignet für den Selbsteinbau
So attraktiv Eigenleistung auch ist: Bei bestimmten Wärmepumpentypen ist der Selbsteinbau aufgrund von Technik, Genehmigungen oder Kältekreislaufarbeiten nicht sinnvoll.
a) Erdwärmepumpen (Sole/Wasser)
Diese Systeme erfordern:
Tiefenbohrungen oder Erdkollektoren
geologische Gutachten
Genehmigungen der Behörden
professionelle Verlegung des Solekreises
Daher sind sie für DIY-Projekte nahezu ungeeignet.
b) Grundwasser-Wärmepumpen (Wasser/Wasser)
Hier benötigt man:
zwei Brunnen (Saug- und Schluckbrunnen)
wasserrechtliche Genehmigungen
Fachwissen zur Pumpenhydraulik
Diese Option ist für Eigenleistung ebenfalls nicht realistisch.
c) Split-Luft-Wasser-Wärmepumpen
Split-Geräte haben einen offenen Kältekreislauf, der bei der Installation:
evakuiert
geprüft
befüllt
und kältetechnisch abgedichtet
werden muss – und das darf nur eine Person mit Kälteschein.
Damit scheiden Split-Wärmepumpen für DIY-Einbau praktisch aus.
Wie sieht die sinnvolle Arbeitsteilung mit Fachbetrieben aus?
Damit der Selbsteinbau einer Wärmepumpe sowohl sicher, förderfähig als auch technisch zuverlässig gelingt, ist eine klare Aufgabenverteilung entscheidend.
Manche Schritte können ambitionierte Heimwerker problemlos selbst übernehmen – andere dürfen oder sollten zwingend von Fachleuten durchgeführt werden. Die richtige Kombination spart Kosten, ohne Risiken einzugehen.
Aufgaben, die von Fachbetrieben übernommen werden müssen
Auch wenn du viele Arbeiten selbst übernehmen kannst, gibt es bestimmte Aufgaben, die aus rechtlichen, sicherheitstechnischen und förderrechtlichen Gründen zwingend von Fachbetrieben ausgeführt und bestätigt werden müssen.
1) vom Energieberater
Der Energieberater ist ein zentraler Bestandteil des Projekts – vor allem wegen der Förderung. Zu seinen Aufgaben gehören:
Bestandsaufnahme des Gebäudes
Heizlastberechnung nach DIN EN 12831
Auslegung der neuen Heizflächen (Heizkörper oder Fußbodenheizung)
Erstellung des hydraulischen Abgleichs
Unterstützung bei der hydraulischen Systemplanung
Hilfe bei der Grobplanung der gesamten Anlage
Durchführung des BAFA- bzw. KfW-Förderantrags
Ohne Energieberater (oder alternativ Fachbetrieb): keine Förderung und deutlich erhöhtes Planungsrisiko.
2) vom Elektriker
Ein Elektrofachbetrieb ist unverzichtbar für:
den Umbau oder die Erweiterung des Zählerschranks
die Absicherung und Erstellung eines separaten Stromkreises
den Anschluss der Wärmepumpe (meist 400 V)
die Installation einer externen Steuerung / Smart Metering
Diese Arbeiten sind sicherheitsrelevant – Eigenleistung ist hier ausgeschlossen.
3) vom Heizungsbauer / SHK-Fachbetrieb
Auch wenn du vieles selbst machen kannst, übernimmt der Fachbetrieb mindestens:
Prüfung der Installation
Abnahme des Systems
Inbetriebnahme der Wärmepumpe
Arbeiten am Kältekreislauf (falls benötigt)
Ausstellung der Fachunternehmererklärung (für Förderung zwingend)
Damit ist sichergestellt, dass alle sicherheits- und förderrelevanten Schritte korrekt dokumentiert sind.
Diese Arbeiten kann man selbst übernehmen
Hier liegt das größte Einsparpotenzial. Viele Schritte rund um Vorbereitung, Logistik und Montage können gut selbst erledigt werden:
Auswahl und Bestellung der Wärmepumpe und aller Komponenten
Preisvergleich von Lieferanten und Zubehörteilen
Planung des Ablaufs und Koordination der Gewerke
Vorbereitung des Aufstellorts (Fundament, Wanddurchführung, Leitungswege)
Montage der Außeneinheit (Monoblock) und der wesentlichen Komponenten
Verlegen von Heizungsleitungen, sofern keine Fachkompetenz vorausgesetzt wird
Entsorgung der alten Heizungsanlage (ohne Kältemittel)
Dokumentation der Arbeiten für spätere Nachweise
Alles, was nicht in den Bereich Kältetechnik oder Elektrik fällt, kann – mit entsprechender handwerklicher Fähigkeit – eigenständig ausgeführt werden.
Warum diese Arbeitsteilung ideal ist
Die Kombination aus Eigenleistung und gezielter Fachunterstützung vereint das Beste aus beiden Welten. Du kannst dort selbst anpacken, wo Zeitaufwand und Kosten hoch sind, während sicherheits- und förderrelevante Aufgaben professionell abgesichert bleiben.
Diese Arbeitsteilung ist ideal, weil sie:
Kosten deutlich reduziert: Vorbereitende Arbeiten, Montage und Materialbeschaffung verursachen bei Fachbetrieben hohe Arbeitskosten. Durch Eigenleistung lassen sich hier mehrere tausend Euro sparen.
Förderfähigkeit sicherstellt: Energieberater, Elektriker und SHK-Fachbetrieb übernehmen genau die Schritte, die für BzA, BnD und die Fachunternehmererklärung erforderlich sind.
Rechtliche und technische Sicherheit bietet: Kältekreislauf, Elektrik und Abnahme bleiben in professionellen Händen – das minimiert Risiken und Haftungsfragen.
Planung und Kontrolle verbessert: Wer selbst plant, bestellt und koordiniert, behält den Überblick über Technik, Kosten und Zeitplan.
Langfristig zu effizienteren Anlagen führt: Eine sauber geplante und richtig eingestellte Wärmepumpe arbeitet effizienter, leiser und zuverlässiger – mit geringeren Betriebskosten.
Kurz gesagt: Du sparst Geld, ohne auf Sicherheit, Qualität oder Förderung zu verzichten. Genau deshalb ist diese Arbeitsteilung der praktikabelste Weg für den Selbsteinbau einer Wärmepumpe.
Gibt es eine Förderung beim Wärmepumpe selber einbauen?
Die entscheidende Frage für viele Heimwerker lautet: Kann eine Wärmepumpe förderfähig sein, wenn Teile der Installation in Eigenleistung erfolgen?
Ja — eine Förderung ist möglich, aber nur unter der Voraussetzung, dass alle förderrelevanten Schritte von Fachleuten durchgeführt und bestätigt werden.
Eigenleistung ist also erlaubt, aber sie darf nicht die fachlichen und dokumentationspflichtigen Aufgaben ersetzen, die für die Förderung vorgeschrieben sind.
➡️Damit du die Heizungsförderung der KfW erhältst, musst du den Förderprozess in einer festgelegten Reihenfolge durchlaufen. Die KfW beschreibt den korrekten Ablauf in 6 Schritten, die zwingend einzuhalten sind - mehr dazu in unserem Blogbeitrag Förderung für Wärmepumpe beantragen.
Wichtig: Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden.
Fazit: Förderung beim Selbst-Einbau – ja, aber mit klaren Regeln
Ja — auch bei einem Selbsteinbau ist eine Förderung möglich.
Eigenleistung selbst wird zwar nicht gefördert, aber sie schadet der Förderung nicht, solange:
BzA vor Antragstellung erstellt wurde
ein korrekter Liefer-/Leistungsvertrag vorliegt
alle Fachschritte (Elektrik, Inbetriebnahme, hydraulischer Abgleich etc.) durch Fachbetriebe erfolgen
BnD nach Fertigstellung erstellt wird
alle Rechnungen, Zahlungsbelege und Zusatzdokumente fristgerecht eingereicht werden
➡️Mehr zu den benötigten Dokumenten erfährst du in unserem Blogbeitrag Förderung für Wärmepumpe beantragen.
Wer diese Vorgaben beachtet, kann trotz umfangreicher Eigenleistung eine volle Förderung erhalten und gleichzeitig Kosten sparen.
Erfahrungsbericht: Ein DIY-Einbauer berichtet
Wenn du wissen möchtest, wie ein kompletter Wärmepumpen-Selbsteinbau in der Praxis aussehen kann, lohnt sich ein Blick auf Sebastians Projekt. Er hat eine Monoblock-Luft-Wasser-Wärmepumpe, eine Brauchwasser-WP sowie neue Heizkörper weitgehend selbst installiert – und die fachlichen Schritte wie Elektrik, Inbetriebnahme und Förderdokumentation den Profis überlassen.
Dabei zeigt er sehr anschaulich:
welche Arbeitsschritte du gut selbst übernehmen kannst
wie die Zusammenarbeit mit Fachbetrieben sinnvoll funktioniert
und wie groß der Kosten-Unterschied zwischen DIY und Komplettvergabe sein kann
➡️ Zum ausführlichen Erfahrungsbericht: Wärmepumpe selber einbauen: Sebastians Erfahrungen inkl. Schritt-für-Schritt-Anleitung und Kostenvergleich
Fazit: Wärmepumpe selber einbauen ist erlaubt und förderfähig
Der Selbsteinbau einer Wärmepumpe ist möglich – aber nur innerhalb klarer technischer und rechtlicher Grenzen. Wer eine Wärmepumpe in Eigenleistung installieren möchte, sollte vor allem eines verstehen: Es geht nicht darum, alles selbst zu machen, sondern die richtigen Aufgaben selbst zu übernehmen und die entscheidenden Schritte den Fachleuten zu überlassen.
Mit einer Monoblock-Luft-Wasser-Wärmepumpe steht ein Gerätetyp zur Verfügung, der sich sehr gut für private Installationsarbeiten eignet, da keine Eingriffe in den Kältekreislauf notwendig sind. Gleichzeitig bleiben wichtige Fachaufgaben wie der elektrische Anschluss, der hydraulische Abgleich, die Inbetriebnahme und die technischen Bestätigungen für die Förderung zwingend in der Verantwortung zertifizierter Experten.
Die KfW-Förderung ist auch bei umfangreicher Eigenleistung weiterhin möglich – sofern:
eine BzA vor Antragstellung vorliegt,
ein korrekter Liefer- oder Leistungsvertrag besteht,
alle förderrelevanten Fachschritte dokumentiert werden,
eine BnD nach Abschluss erstellt wird,
alle Rechnungen und Zahlungsbelege fristgerecht eingereicht werden.
Damit zeigt sich: Der Selbsteinbau kann Kosten sparen, ohne auf Förderung zu verzichten – sofern man sich an die Rahmenbedingungen hält. Wer handwerklich geschickt ist und sich gut vorbereitet, kann einen erheblichen Teil der Arbeiten selbst übernehmen und dennoch eine professionelle, förderfähige und langlebige Heizlösung erhalten.
Der wichtigste Erfolgsfaktor ist dabei eine klare und faire Arbeitsteilung zwischen Heimwerker und Fachbetrieben. So bleibt die Qualität hoch, die Förderung gesichert und die Wärmepumpe langfristig zuverlässig.



















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