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Luft-Luft-Wärmepumpe im Altbau – Kosten, Förderung, Vorteile & Nachteile

Luft-Luft-Wärmepumpen im Altbau: Die clevere Alternative zur teuren Sanierung. Erfahre, wie Split-Klimaanlagen effizient heizen, Kosten sparen und dank KfW-Förderung bis zu 70 % günstiger werden. Ideal z.B. für Wohnungen mit Gas-Etagenheizung.

Innengerät Luft Luft Wärmepumpe im Altbau

Warum plötzlich über Luft-Luft-Wärmepumpen geredet wird?

Luft-Luft-Wärmepumpen sind längst keine exotische Nischentechnologie mehr. Sie hängen millionenfach in europäischen Wohnungen, oft unbemerkt – als das, was die meisten schlicht Klimaanlage nennen. Technisch gesehen handelt es sich aber um Wärmepumpen, die sowohl heizen als auch kühlen können. Und genau das macht sie jetzt im Altbau interessant.


Während über Luft-Wasser-Wärmepumpen seit Jahren intensiv diskutiert wird – meist im Zusammenhang mit Neubauten oder aufwendig sanierten Häusern – bleiben Luft-Luft-Systeme in der öffentlichen Wahrnehmung oft unter dem Radar.


Dabei bieten sie gerade dort Vorteile, wo andere Heizsysteme an Grenzen stoßen: in unsanierten oder teilsanierten Altbauten, in Wohnungen mit Gas-Etagenheizung oder überall dort, wo man nicht gleich die ganze Heizungsanlage umbauen möchte.


Was ist überhaupt eine Luft-Luft-Wärmepumpe?

Der Name beschreibt es eigentlich schon: Sie nutzt Außenluft als Wärmequelle und gibt die gewonnene Wärme direkt an die Raumluft im Inneren ab. Anders als bei einer Luft-Wasser-Wärmepumpe wird keine Heizungsflüssigkeit erwärmt – es gibt also keine wasserführenden Leitungen, Heizkörper oder Fußbodenheizung.


Der Begriff „Luft-Luft-Wärmepumpe“ wird oft als Synonym für moderne Split-Klimaanlagen verwendet. Es gibt jedoch noch eine weitere Luft-Luft-Wärmepumpe-Art - man unterscheidet nämlich noch zwischen dezentralen Systemen (Split-Geräte) und zentralen Systemen (Lüftungsheizungen).


Unterschied zwischen dezentralen und zentralen Luft-Luft-Wärmepumpe-Systemen

Merkmal

Split-Klimaanlage (Dezentral)

Lüftungsheizung (Zentral)

Systemtyp

Raumweise (Mono- oder Multisplit)

Hausweites Gesamtsystem

Funktionsweise

Ein Kältemittelkreislauf transportiert Wärme zwischen Innen- und Außeneinheit. Das Innengerät wälzt die vorhandene Raumluft um (filtern, heizen/kühlen).

Ein Luftverteilsystem nutzt eine Wärmepumpe, um die frische Zuluft zu erwärmen. Oft wird der Abluft über einen Wärmetauscher Energie entzogen (Wärmerückgewinnung).

Luftaustausch

Nein. Nur Luftumwälzung. Stoßlüften über Fenster ist weiterhin nötig.

Ja. Kontinuierlicher Austausch. Verbrauchte Luft raus, frische, gefilterte Luft rein.

Anschaffungskosten

Günstiger: ca. 2.500 € – 5.000 € (Single-Split); ca. 6.000 € – 10.000 € (Multi-Split für 3-4 Räume).

Teurer: ca. 15.000 € – 25.000 € (inkl. Lüftungskanälen und Wärmepumpen-Aggregat).

Betriebskosten

Mittel (Stromverbrauch je nach Nutzung und Effizienzklasse, oft A++ oder A+++).

Niedrig (hohe Effizienz durch Wärmerückgewinnung in Passivhäusern).

Installation

Einfach: Kleine Bohrung für Kältemittelleitungen. Ideal für die Nachrüstung.

Aufwendig: Große Lüftungsrohre in Wänden/Decken nötig. Fast nur im Neubau.

Eignung

Einzelne Räume, Wohnungen, Altbau-Sanierung.

Ausschließlich hochgedämmte Häuser (Passiv- oder KfW-40-Standard).

In diesem Beitrag fokussieren wir uns jedoch nur auf die dezentralen Split-Geräte, weil sie der deutlich häufigere Anwendungsfall sind.


Gerade in älteren Gebäuden spielen sie ihre Stärken aus:

  • Keine Eingriffe ins bestehende Heizsystem: Es werden weder Heizkörper noch Rohrleitungen benötigt. Die warme Luft kommt direkt aus der Inneneinheit.

  • Einfache Nachrüstung: Nur zwei dünne Kupferrohre und ein Kabel müssen durch die Wand geführt werden. Der Einbau dauert meist weniger als einen Tag und verursacht kaum Schmutz.

  • Unabhängig von hohen Vorlauftemperaturen: Da keine wassergeführte Heizung versorgt wird, spielt es keine Rolle, ob die alten Radiatoren 60 °C bräuchten. Die Luft-Luft-Wärmepumpe arbeitet mit Raumlufttemperaturen um 20–25 °C.


Damit wird klar: Technisch sind Luft-Luft-Wärmepumpen im Altbau keine Notlösung, sondern eine clevere Ergänzung oder Alternative.


Die Technik dahinter ist seit Jahrzehnten erprobt – sie steckt in Millionen Split-Klimageräten weltweit. Neu ist lediglich die Perspektive: dieselbe Technik als vollwertige Heizung zu nutzen.


Heizen und Kühlen – per Knopfdruck

Eine Besonderheit der Luft-Luft-Wärmepumpe ist ihre Umkehrbarkeit. Ein sogenanntes Vierwegeventil ändert bei Bedarf die Flussrichtung des Kältemittels.

  • Im Heizbetrieb: Wärme wird von außen nach innen transportiert.

  • Im Kühlbetrieb: Der Prozess läuft umgekehrt – die Inneneinheit entzieht dem Raum Wärme und leitet sie nach draußen.


Dadurch wird aus derselben Anlage im Sommer eine vollwertige Klimaanlage. Diese Doppelfunktion ist nicht nur komfortabel, sondern macht die Geräte wirtschaftlich besonders interessant: Man nutzt sie ganzjährig.


Warum ist die Luft-Luft-Wärmepumpe gerade jetzt so relevant?

Mehrere Trends treffen aufeinander:

  1. Energiepreise und Klimaziele: Fossile Heizungen werden durch CO₂-Bepreisung und politische Vorgaben (z. B. GEG – Gebäudeenergiegesetz) zunehmend unattraktiv.

  2. Altbaurealität in Deutschland: Manche Gebäude sind nicht „luft-wasser-wärmepumpenready“. Gerade die vielen Mehrfamilienhäuser mit dezentralen Etagenheizungen. Aber auch nicht jedes alte Einfamilienhaus bietet Idealbedingungen: hohe Vorlauftemperaturen, alte Radiatoren, kein Platz für Pufferspeicher oder Außengeräte – klassische Luft-Wasser-Wärmepumpen stoßen hier an Grenzen. Luft-Luft-Systeme umgehen das Problem komplett: Sie brauchen keine Heizkörper und keine wasserführende Hydraulik.

  3. Hohe Investitionskosten für Wärmepumpen: Luft-Wasser-Wärmepumpen und insbesondere Erdwärmepumpen als auch Grundwasserwärmepumpen erfordern einiges an Budget auf der hohen Kante. Luft-Luft-Wärmepumpen werden hier zur geldsparenden Alternative.

  4. Wachsende Sommerhitze: Klimatisierung wird zunehmend zur Komfort- und Gesundheitsfrage. Eine Anlage, die heizen und kühlen kann, deckt beide Jahreszeiten ab – und macht damit den Schritt zur Wärmepumpe für viele attraktiver.


Markt und Verbreitung

Laut der European Heat Pump Association sind in Europa bereits über 10 Millionen Luft-Luft-Wärmepumpen installiert – mehr als jede andere Wärmepumpenart. Der Markt wird vor allem von asiatischen Herstellern geprägt (z. B. Daikin, Mitsubishi Electric, Panasonic, Fujitsu, LG, Toshiba), doch auch europäische Anbieter holen auf.


In Deutschland werden diese Geräte bislang überwiegend als „Klimaanlagen“ verkauft. Dabei steckt in jedem modernen Splitgerät das Potenzial einer vollwertigen Wärmepumpe – inklusive Heizmodus, Entfeuchtung und intelligenter Regelung.Gerade im Altbau kann dieser Perspektivwechsel den Unterschied machen: aus einem Sommer-Luxus wird eine Brückentechnologie der Wärmewende.


Welche dezentralen Luft-Luft-Wärmepumpe-Systeme gibt es?

Luft-Luft-Wärmepumpe ist nicht gleich Luft-Luft-Wärmepumpe. Die Geräte unterscheiden sich vor allem in Größe, Anschlussart und Regelungskomfort. Für den Altbau ist wichtig zu wissen, welche Systemtypen es gibt – und welcher sich wann eignet.


Single-Split-Systeme – die einfache Lösung für einzelne Räume

Das Single-Split-System ist die klassische Variante: eine Außeneinheit und eine Inneneinheit – verbunden über zwei Kältemittelleitungen.


Typische Merkmale:

  • Heiz-/Kühlleistung meist zwischen 2 und 5 kW, also passend für einzelne Wohn- oder Arbeitsräume.

  • Kompakte Außengeräte (etwa 80 × 60 × 40 cm).

  • Einfache Installation: Wanddurchbruch, zwei Leitungen, Stromanschluss.

  • Sehr geringe Kältemittelfüllmenge → weniger regulatorischer Aufwand.

  • Inzwischen auch mit natürlichem Kältemittel Propan (R290) erhältlich – umweltfreundlicher und zukunftssicherer.


Einsatz im Altbau:

  • Ideal für Wohnungen mit Gas-Etagenheizung 

  • oder Häuser, in denen man zunächst nur einen Hauptwohnraum mit Wärmepumpenwärme versorgen möchte. Das System kann später durch weitere Geräte ergänzt werden.


Multi-Split-Systeme – mehrere Räume, ein Außengerät

Bei einem Multi-Split-System versorgt eine Außeneinheit mehrere Innengeräte – häufig bis zu fünf, bei manchen Herstellern auch mehr.


Vorteile:

  • Nur ein Außengerät an der Fassade, was optisch und genehmigungsrechtlich einfacher ist.

  • Unterschiedliche Raumtemperaturen individuell regelbar.

  • Erweiterbar: Man kann mit zwei Räumen starten und später weitere anschließen.


Nachteile:

  • Etwas höhere Kältemittelfüllmenge und Installationsaufwand (mehr Leitungen).

  • Leistungsaufteilung: Wenn alle Innengeräte gleichzeitig heizen, muss die Außeneinheit entsprechend dimensioniert sein.


Für den Altbau besonders interessant, wenn:

  • Mehrere Räume beheizt werden sollen, aber kein zentraler Heizkreis vorhanden ist.

  • Man keine großen baulichen Eingriffe wünscht (keine Wasserleitungen, keine Heizkörper).

  • Die Wohnung bewohnt bleibt während der Nachrüstung.


VRF-Systeme – für große Gebäude und Mehrfamilienhäuser

VRF steht für Variable Refrigerant Flow (variabler Kältemittelfluss).Diese Technik stammt aus dem gewerblichen Bereich, wird aber zunehmend auch in größeren Wohngebäuden oder Mehrfamilienhäusern eingesetzt.


Charakteristika:

  • Eine leistungsstarke Außeneinheit (oder ein Verbund mehrerer) kann Dutzende Inneneinheiten versorgen.

  • Jede Inneneinheit regelt ihre Leistung individuell über ein eigenes Expansionsventil.

  • Varianten mit Drei-Leiter-System ermöglichen sogar gleichzeitiges Heizen und Kühlen verschiedener Räume – etwa Nordseite heizen, Südseite kühlen.


Vorteile:

  • Sehr flexibel in der Regelung.

  • Besonders effizient, wenn Heiz- und Kühlbedarf im Gebäude gleichzeitig auftreten.

  • Ideal für größere Wohnanlagen, Büros oder gemischt genutzte Altbauten.


Nachteile:

  • Komplexere Planung und Wartung.

  • Hohe Kältemittelfüllmengen → strenge Sicherheitsanforderungen.

  • Für Einfamilien- oder kleine Mehrfamilienhäuser meist überdimensioniert.


Sonderformen und Bauvarianten

Neben den bekannten Wandgeräten gibt es auch:

  • Deckenkassetten: werden in abgehängte Decken integriert – ideal für Lofts oder Büros.

  • Boden- und Truhengeräte: ähneln Heizkörpern, sinnvoll bei Dachschrägen oder niedrigen Wänden.

  • Kanalgeräte: ermöglichen unsichtbare Luftauslässe über Luftkanäle – technisch aufwendiger, aber ästhetisch unauffällig.


Diese Varianten können im Altbau interessant sein, wenn es optische oder bauliche Einschränkungen gibt, etwa bei denkmalgeschützten Fassaden.


Fazit zu den Systemtypen

Gebäudetyp / Situation

Empfohlenes System

Vorteile

Einzelraum, Etagenwohnung, Altbau mit Gastherme

Single-Split

günstig, schnell montiert

Mehrere Räume, Einfamilienhaus

Multi-Split

ein Außengerät, flexible Raumregelung

Großes Mehrfamilienhaus / Gewerbe

VRF

hohe Effizienz, viele Zonen

Denkmal / Sichtschutzanforderungen

Kanal- oder Deckengeräte

unsichtbare Installation

Für die meisten Altbauten reicht ein einfaches Split-System oder ein kleines Multi-Split-System völlig aus. Sie liefern sofort Heiz- und Kühlkomfort – ohne aufwändige Umbauten im bestehenden Heizsystem.


Komfort & Wohngefühl bei einer Luft-Luft-Wärmepumpe

Das Wohngefühl bei einer Split-Klimaanlage (Luft-Luft-Wärmepumpe) unterscheidet sich deutlich von klassischen wassergeführten Heizungen (Heizkörper oder Fußbodenheizung). Da die Wärme über die Luft übertragen wird, ist das Empfinden dynamischer, bringt aber auch spezifische Herausforderungen mit sich.


a) Das Wärmeempfinden

  • Schnelligkeit: Ein großer Komfort-Pluspunkt ist die Reaktionszeit. Während eine Fußbodenheizung Stunden braucht, liefert die Split-Anlage innerhalb von Minuten warme Luft. Das ist ideal für Räume, die man spontan nutzt (z. B. Home-Office oder Gästezimmer).

  • Fehlende Strahlungswärme: Im Gegensatz zu einem Kachelofen oder einer Fußbodenheizung fehlt die Infrarot-Strahlungswärme. Sobald das Gerät abschaltet, kühlt die Luft schnell wieder ab, da die Wände bei dieser Heizmethode oft weniger stark durchwärmt werden.


b) Luftstrom und Zugluft

Das ist oft der größte Kritikpunkt. Da Luft bewegt werden muss, um Wärme zu transportieren, entsteht ein Luftzug.

  • Moderne Abhilfe: Hochwertige Geräte nutzen Sensoren (z. B. Intelligent Eye), die erkennen, wo Personen im Raum sind, und den Luftstrom aktiv von ihnen weglenken.

  • Coanda-Effekt: Manche Innengeräte leiten die warme Luft erst an der Decke oder Wand entlang, sodass sie sanft in den Raum „fällt“, statt direkt auf die Bewohner zu blasen.


c) Geräuschkulisse

Eine Klimaanlage ist im Betrieb nie völlig lautlos.

  • Innengerät: Moderne Geräte sind im „Silent-Modus“ mit ca. 19 bis 22 dB(A) extrem leise (vergleichbar mit Flüstern oder Blätterrauschen). Im Schlafzimmer ist das für die meisten Menschen akzeptabel, für sehr Geräuschempfindliche kann es dennoch störend sein.

  • Außengerät: Hier ist der Komfort eher ein Thema für die Nachbarschaft. Bei Volllast im Winter (beim Heizen) brummt der Kompressor hörbar.


d) Luftqualität und Luftfeuchtigkeit

  • Trockene Luft: Im Heizbetrieb empfinden viele die Luft als sehr trocken. Das liegt physikalisch daran, dass warme Luft mehr Feuchtigkeit binden kann als kalte – die relative Luftfeuchtigkeit sinkt.

  • Filterfunktion: Ein Komfort-Gewinn für Allergiker: Die Geräte filtern Staub, Pollen und teils sogar Viren aus der Luft. Das sorgt für ein „frischeres“ Gefühl im Vergleich zu Heizkörpern, in denen sich oft Staub sammelt.


Recht & Förderung – Ist das GEG-konform im Altbau?

Und wie sieht es rechtlich aus? Werden die Anforderungen des Gebäudeenergiegesetz erfüllt? Zählt eine Luft-Luft-Wärmepumpe überhaupt als erneuerbare Heizung? Und darf ich sie einfach zusätzlich zu meiner Gastherme einbauen?


Rechtliche Basis: das GEG und die 65%-Regel

Seit 2024 schreibt das Gebäudeenergiegesetz (§ 71 GEG) vor, dass neu eingebaute Heizungen mindestens 65 % erneuerbare Energie nutzen müssen. Wärmepumpen – auch Luft-Luft-Systeme – gelten laut § 71c GEG grundsätzlich als erneuerbare Energien, da sie Umweltwärme nutzen.


Entscheidend ist also nicht, ob es sich um eine Luft-Wasser- oder Luft-Luft-Wärmepumpe handelt, sondern ob das Gerät den Hauptheizbetrieb übernimmt oder Teil eines Hybridsystems ist.


Fall A: Luft-Luft-Wärmepumpe als alleinige Heizung

Wenn die Luft-Luft-Wärmepumpe die gesamte Heizlast eines Gebäudes trägt, gilt sie wie jede andere Wärmepumpe als voll GEG-konform.


Das bedeutet:

  • Sie erfüllt automatisch die 65%-Anforderung.

  • Es ist keine zusätzliche Prüfung oder Steuerung nötig.

  • Im Altbau kann sie theoretisch die Gasheizung komplett ersetzen – praktisch ist das aber nur sinnvoll, wenn genügend Innengeräte für alle Hauptaufenthaltsräume installiert sind.


Praxis-Tipp: In kleineren Wohnungen oder gut gedämmten Einfamilienhäusern ist ein rein elektrisch betriebenes Luft-Luft-System durchaus realistisch. In größeren, unsanierten Altbauten empfiehlt sich dagegen oft ein hybrider Ansatz (siehe unten).


Fall B: Hybridsystem aus Gas/Öl + Luft-Luft-Wärmepumpe

Die häufigste Variante im Altbau: Die vorhandene Gas- oder Ölheizung bleibt bestehen, wird aber durch eine Luft-Luft-Wärmepumpe ergänzt. Die Wärmepumpe deckt den Großteil des Jahresbedarfs, der Kessel springt nur bei extremer Kälte oder für Warmwasser an.


Das Gebäudeenergiegesetz erlaubt solche hybriden Heizsysteme ausdrücklich (§ 71h GEG), stellt aber Bedingungen:

  1. Vorrang der Wärmepumpe: Sie muss im Normalbetrieb zuerst laufen, der fossile Wärmeerzeuger nur bei Bedarf.

  2. Mindestanteil an Heizlast: Die Wärmepumpe muss am sogenannten Teillastpunkt A (≈ –7 °C Außentemperatur)

    • mindestens 30 % der Heizlast decken (bivalent-paralleler Betrieb), oder

    • mindestens 40 %, wenn sie bei einer bestimmten Temperatur ganz übernimmt und dann abgeschaltet wird (bivalent-alternativer Betrieb).

  3. Gemeinsame fernansprechbare Steuerung: Beide Systeme müssen technisch so verknüpft sein, dass sie gemeinsam geregelt oder vom Energieversorger angesteuert werden können.


Das Problem mit der „gemeinsamen Steuerung“

Genau hier wird es kompliziert – vor allem im Bestand.

Das Gesetz definiert nicht eindeutig, was „gemeinsam und fernansprechbar“ bedeutet. Zwei mögliche Auslegungen sind derzeit im Umlauf:

Lesart

Beschreibung

Konsequenz

Pragmatisch (weiter Begriff)

Die gemeinsame Regelung erfolgt indirekt über die Raumtemperatur: Die Wärmepumpe hält die Solltemperatur, der Kessel schaltet sich erst ein, wenn das nicht reicht.

Viele Hybridlösungen wären damit GEG-konform.

Streng (enge Auslegung)

Beide Systeme müssen über eine physische oder digitale Schnittstelle (Bus, Cloud, Kombiregler) gekoppelt sein.

Die meisten Nachrüstungen erfüllen das (noch) nicht.

Da der Gesetzgeber bislang keine verbindliche Auslegung veröffentlicht hat, wird die Verantwortung in der Praxis an den bevollmächtigten Schornsteinfeger weitergereicht – der die Anlage letztlich abnimmt. Und dieser wiederum entscheidet oft nach Ermessen oder verweist auf das Fachhandwerk.


Fazit: Rein technisch funktionieren hybride Systeme hervorragend – rechtlich sind sie aber noch grauzonenhaft. Hier wird in den nächsten Monaten mit Klarstellungen zu rechnen sein.


Genehmigung und baurechtliche Hinweise

In den meisten Fällen sind Luft-Luft-Wärmepumpen genehmigungsfrei, aber es gibt Ausnahmen:

Situation

Genehmigung nötig?

Hinweise

Einfamilienhaus (Eigentum)

Nein

Außeneinheit kann frei aufgestellt oder an der Fassade montiert werden.

Mehrfamilienhaus / WEG

Ja, Zustimmung der Eigentümergemeinschaft nötig

Außeneinheit gilt als bauliche Veränderung der Fassade.

Denkmalschutz / Ensembleschutz

Ja

Standort, Optik und Geräuschentwicklung müssen abgestimmt werden.

Tipp:

  • Vor Installation beim Bauamt oder der Hausverwaltung kurz nachfragen – das spart spätere Konflikte.

  • Bei dicht bebauten Grundstücken die Schallgrenzen der TA Lärm beachten.


Rechtliche Realität im Altbau (Zusammenfassung)

Nutzungsszenario

GEG-konform?

Bemerkung

Luft-Luft-Wärmepumpe als alleinige Heizung

✅ Ja

Gilt als erneuerbar nach § 71c GEG

Hybrid aus Gas + Luft-Luft-Wärmepumpe (indirekte Steuerung)

⚠️ Unklar

Möglich, aber von Schornsteinfeger abhängig

Hybrid mit digitaler Kombisteuerung

✅ Ja

Voll konform

Zusatzgerät ohne Heizungsintegration („Klimaanlage mit Heizfunktion“)

⚙️ Technisch sinnvoll, rechtlich neutral

Kein Heizungstausch im Sinne des GEG, aber Energieeinsparung möglich

Fazit: rechtlich möglich – aber mit Augenmaß

  • Als Hauptheizung: vollwertige, gesetzeskonforme Lösung.

  • Als Hybrid mit Gas: technisch optimal, rechtlich noch nicht eindeutig geregelt.

  • Bürokratie: gering im Einfamilienhaus, höher in Eigentümergemeinschaften.


Kurz gesagt: Die Luft-Luft-Wärmepumpe ist keine Grauzone – aber die Gesetzgebung ist noch nicht ganz mit ihr mitgewachsen. Wer plant, sollte frühzeitig Energieberater:in, Schornsteinfeger:in und Netzbetreiber einbeziehen, um auf der sicheren Seite zu bleiben.


Gilt die BEG-Förderung auch für Luft-Luft-Wärmepumpen? (Stand: Januar 2026)

Ja, die BEG-Förderung gilt auch für Luft-Luft-Wärmepumpen (Split-Klimaanlagen), sofern diese als Hauptheizsystem im Bestand (Gebäude älter als 5 Jahre) eingesetzt werden. Die Abwicklung erfolgt über die KfW (Programm 458).


Zuschüsse (bis max. 70 %)

  • 30 % Grundförderung für alle.

  • + 20 % Bonus für den Tausch alter fossiler Heizungen (Öl, Kohle, Nachtspeicher, Gas > 20 J.).

  • + 30 % Bonus bei Haushaltseinkommen $\le$ 40.000 €.


Voraussetzungen

  • Effizienz: SCOP gleich oder größer als 3,7 (bei Geräten kleiner oder gleich 12 kW) sowie 4,6 (bei Geräten gleich oder größer 12 kW).

  • Technik: Netzdienliche Steuerung, Wärmemengenerfassung und zertifizierter Schallschutz.

  • Nachweis: Fachunternehmer-Bestätigung über die Einregulierung der Luftströme.


Ablauf

Erst Liefer-/Leistungsvertrag mit Fachbetrieb abschließen, dann Antrag im KfW-Portal stellen, danach installieren.


Vorteile der Luft-Luft-Wärmepumpe im Altbau

Im Altbau zählt oft nicht die perfekte Theorie, sondern das, was praktisch machbar, bezahlbar und effizient ist. Und genau hier spielt die Luft-Luft-Wärmepumpe ihre Stärken aus: Sie bringt Wärme und Kühlung ins Haus, ohne die komplette Heizungsinfrastruktur austauschen zu müssen.


Einfacher Einbau – kaum Eingriff ins Gebäude

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe benötigt weder Heizkörper noch wasserführende Leitungen. Das macht sie besonders interessant für bestehende Gebäude mit Gas-Etagenheizungen oder alten Einzelöfen.

  • Kein Heizkreis nötig: Nur zwei dünne Kupferrohre und ein Stromkabel führen durch die Wand.

  • Kurze Einbauzeit: Installation in der Regel innerhalb eines Tages.

  • Wenig Schmutz oder Lärm: Kein Aufstemmen von Wänden, kein Eingriff in Böden oder Heizungsnischen.

  • Auch bewohnt nachrüstbar: Die Bewohner:innen können während der Montage meist in der Wohnung bleiben.

➡️ Ideal für Mietwohnungen, Eigentumswohnungen und teilmodernisierte Altbauten.


Geringe Investitionskosten

Im Vergleich zu Luft-Wasser-Wärmepumpen oder zentralen Heizsystemen sind die Anschaffungskosten deutlich niedriger.

  • Gerätepreise: ca. 800 bis 2.500 € pro Split-System (Inneneinheit + Außeneinheit).

  • Montage: je nach Aufwand 400–1.000 €.

  • Gesamtkosten: in der Regel unter 3.000 € pro Raum – inklusive Installation.


Zum Vergleich: Eine zentrale Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Hydraulik, Speicher und Verrohrung liegt schnell bei mehr als 30.000 €.


Fazit:

Für viele Altbauten ist die Luft-Luft-Wärmepumpe der kostengünstigste Einstieg in erneuerbares Heizen – auch ohne Komplettsanierung.


Kombination aus Heizen und Kühlen

Ein großer Pluspunkt, der in keiner anderen Heiztechnik steckt: Heizen im Winter, Kühlen im Sommer – mit einem einzigen Gerät.

  • Im Heizbetrieb: effiziente Wärmepumpe mit hohem SCOP-Wert.

  • Im Kühlbetrieb: energieeffiziente Klimaanlage mit Entfeuchtung.

  • Spart Platz, Kosten und Installationsaufwand.


Gerade im Altbau, wo Dachgeschosse und Südzimmer schnell überhitzen, ist diese Doppelfunktion ein echter Komfortgewinn – und kann sogar die Notwendigkeit externer Klimageräte vermeiden.


Keine hohen Vorlauftemperaturen nötig

Luft-Luft-Wärmepumpen erwärmen die Raumluft direkt, nicht das Heizungswasser. Damit umgehen sie das klassische Problem vieler Altbauten: die hohen Vorlauftemperaturen alter Radiatoren.


Egal, ob 50 °C oder 70 °C im alten System gebraucht würden –die Luft-Luft-Wärmepumpe arbeitet unabhängig davon und bleibt effizient.

Besonders vorteilhaft:

  • bei Gebäuden mit alten, nicht „wärmepumpentauglichen“ Heizkörpern,

  • in Etagenwohnungen ohne Zentralheizung,

  • oder wo keine wasserführende Fußbodenheizung nachgerüstet werden kann.


Hohe Effizienz bei typischen Außentemperaturen

In der Übergangszeit (Frühling/Herbst) läuft die Anlage mit sehr hoher Effizienz (SCOP > 4).Selbst bei Frost liefert sie noch zuverlässig Wärme – und spart im Jahresmittel 30–50 % Energie gegenüber Gas oder Öl.


Da sie keinen Heizwasserverlust hat und keine Wärme über Rohrleitungen verloren geht, arbeitet sie gerade in älteren, verwinkelten Gebäuden erstaunlich effektiv.


Verbesserte Luftqualität

Jede Luft-Luft-Wärmepumpe filtert und zirkuliert die Raumluft. Das sorgt für ein sauberes, gleichmäßiges Raumklima und kann Allergiker:innen oder empfindlichen Personen helfen.

  • Filter gegen Staub, Pollen, Rauch und Gerüche.

  • Kein „Staubaufwirbeln“ durch heiße Heizkörper.

  • Optionale Ionisierungs- oder Desinfektionsfunktionen bei hochwertigen Geräten.


Viele Nutzer berichten von spürbar besserer Luftqualität, gerade in Altbauten mit trockener Heizungsluft oder alten Gasthermen.


Modulare Erweiterung

Ein großer Vorteil für alle, die Schritt für Schritt modernisieren möchten: Man kann mit einem Gerät beginnen und das System später modular erweitern.

  • Erst den Wohnbereich ausstatten, später Schlafzimmer oder Büro.

  • Multi-Split-Systeme erlauben bis zu 5–8 Innengeräte pro Außeneinheit.

  • Jedes Gerät arbeitet eigenständig – ideal bei geteilten Wohnzonen oder vermieteten Einheiten.


Damit eignet sich die Technologie auch hervorragend für Etappensanierungen oder Mehrparteienhäuser, in denen nicht überall gleichzeitig modernisiert werden kann.


Kaum Wartungsaufwand

Luft-Luft-Wärmepumpen benötigen keine jährliche Heizungswartung im klassischen Sinne.

  • Filterreinigung oder -tausch alle paar Monate (je nach Nutzung).

  • Professionelle Wartung nur alle 2–3 Jahre empfohlen.

  • Keine Brenner, Abgaswege oder Sicherheitsventile.

Das spart nicht nur Geld, sondern reduziert auch Ausfallrisiken.


Flexibel, dezentral, krisenfest

Ein weiterer Pluspunkt, der oft übersehen wird: Jede Inneneinheit arbeitet autonom. Fällt ein Gerät aus, bleibt der Rest in Betrieb – anders als bei zentralen Heizsystemen.


Zudem können Luft-Luft-Wärmepumpen mit PV-Strom direkt betrieben werden. Gerade bei kleinen Photovoltaikanlagen (< 10 kWp) ist das ideal: Ein Teil des Solarstroms wird tagsüber genutzt, um Wärme im Raum zu speichern.


Fazit: Kleine Anlage, große Wirkung

Für den Altbau bringt die Luft-Luft-Wärmepumpe viele Vorteile, die andere Systeme nur mit großem Aufwand erreichen.


Kurz gesagt: Die Luft-Luft-Wärmepumpe ist kein Allheilmittel – aber eine sehr pragmatische Lösung für viele Altbauten, in denen klassische Wärmepumpen an Grenzen stoßen. Wer Gas- oder Nachtspeicherheizungen ersetzen oder ergänzen will, findet hier eine schnelle, bezahlbare Brückentechnologie in Richtung erneuerbarer Wärme.


Nachteile & Grenzen der Luft-Luft-Wärmepumpe im Altbau

So attraktiv Luft-Luft-Wärmepumpen als schnelle, saubere Heizlösung klingen – sie sind kein Alleskönner. Gerade im Altbau gibt es Rahmenbedingungen, bei denen die Technik an physikalische, rechtliche oder Komfortgrenzen stößt. Ein realistischer Blick hilft, spätere Enttäuschungen oder Fehlplanungen zu vermeiden.


Kein Warmwasser

Der wichtigste Punkt gleich vorweg: Luft-Luft-Wärmepumpen erwärmen keine Trinkwasserleitung.


  • Sie liefern ausschließlich Raumwärme und Kühlung.

  • Warmwasser muss also weiterhin über eine separate Lösung bereitgestellt werden – z. B.:

    • eine kleine Warmwasser-Wärmepumpe,

    • einen elektrischen Durchlauferhitzer,

    • oder (im Hybridbetrieb) den bestehenden Gas-/Ölkessel.


Für Haushalte, die auf eine einzige, zentrale Lösung setzen wollen, ist das ein Nachteil. Wer jedoch ohnehin dezentrale Warmwasserbereitung nutzt (z. B. in Etagenwohnungen), merkt den Unterschied kaum.


Punktuelle Wärme statt zentrale Versorgung

Luft-Luft-Systeme erwärmen Räume direkt dort, wo sie installiert sind. Das hat Vorteile in der Effizienz – aber auch Grenzen:

  • Räume ohne Inneneinheit (z. B. Flure, Bäder, Abstellräume) werden nur indirekt mitgewärmt.

  • Warme Luft verteilt sich zwar über geöffnete Türen, aber nicht gleichmäßig über ganze Etagen.


Geräuschemissionen außen und innen

Auch wenn moderne Geräte sehr leise arbeiten, bleibt ein gewisser Geräuschpegel – insbesondere draußen.

  • Außengeräte erzeugen bei Volllast 40–60 dB(A) (je nach Modell).

  • In dicht besiedelten Altbaugebieten oder bei Reihenhäusern kann das zu Nachbarschaftskonflikten führen.

  • In Innenräumen können Luftgeräusche (Ventilator) störend sein, wenn Geräte zu nahe an Schlafräumen hängen.


Abhilfe:

  • Aufstellung auf vibrationsgedämmtem Sockel.

  • Schallhauben oder seitliche Schallschutzpaneele.

  • Bewusste Positionierung (z. B. hofseitig statt zur Straße).


Optik und Platzbedarf der Außeneinheit

Das Außengerät ist unübersehbar – ein grauer oder weißer Kasten an der Fassade oder auf dem Boden. In vielen Altbauumgebungen stört das ästhetisch oder ist denkmalrechtlich problematisch.

  • Besonders bei Fassadenschutz, Ensembleschutz oder Eigentümergemeinschaften ist die Zustimmung Pflicht.

  • In dicht bebauten Innenhöfen kann die Luftzirkulation (Abstand zu Wänden) schwierig werden.


Lösungen:

  • Geräte unter Balkonen oder in Nischen platzieren,

  • Designhauben oder gitterförmige Abdeckungen nutzen,

  • bei Reihenhäusern: ggf. gemeinschaftliche Aufstellung für mehrere Parteien.


Leistungsgrenzen im tiefen Winter

Auch die beste Luft-Luft-Wärmepumpe kann keine Wunder vollbringen: Bei sehr niedrigen Außentemperaturen (unter –10 °C) sinkt die Heizleistung deutlich, weil:

  • die Außenluft kaum noch Energie enthält,

  • der Kompressor mehr arbeiten muss,

  • und Abtauvorgänge häufiger auftreten.

Folge: Die Anlage liefert noch Wärme, aber mit geringerer Effizienz. In sehr kalten Regionen oder schlecht gedämmten Altbauten kann deshalb eine Zusatzheizung (z. B. Elektro- oder Gaskonvektor) sinnvoll bleiben.


Abtauphasen – kurze Komforteinbußen

Im Winter muss die Außeneinheit regelmäßig abtauen. Dabei läuft das System kurzzeitig im Kühlmodus, entzieht also Wärme aus dem Innenraum. Das dauert nur wenige Minuten, kann aber spürbar sein, wenn die Anlage zu knapp dimensioniert ist oder kein Puffer vorhanden ist.


Abhängigkeit von Strompreisen

Da die Geräte ausschließlich elektrisch betrieben werden, reagieren sie empfindlich auf Strompreisschwankungen. Auch wenn der Wirkungsgrad hoch ist (typisch 3–4), gilt: Steigt der Strompreis, steigen auch die Heizkosten.


Lösungen:

  • Kombination mit Photovoltaik oder dynamischen Stromtarifen.

  • Nutzung der Kühlfunktion im Sommer, wenn PV-Stromüberschuss vorhanden ist.

Ohne Eigenstrom oder günstigen Tarif kann der wirtschaftliche Vorteil gegenüber Gasheizung etwas kleiner ausfallen.


Rechtliche Unsicherheiten im Hybrideinsatz

Wie im Kapitel 6 beschrieben, ist die GEG-Konformität hybrider Kombinationen (Gas + Luft-Luft-Wärmepumpe) derzeit nicht vollständig geklärt.Das betrifft insbesondere die geforderte „gemeinsame Steuerung“.

Bis eindeutige Regelungen vorliegen, sollte man:

  • den Schornsteinfeger frühzeitig einbinden,

  • alle Energieerträge dokumentieren (z. B. mit Energiemessung),

  • und sich ggf. schriftlich bestätigen lassen, dass der Betrieb zulässig ist.


Begrenzte Lebensdauer im Dauereinsatz

Die meisten Hersteller geben eine Lebensdauer von 15–18 Jahren an. Das ist etwas kürzer als bei konventionellen Wärmepumpen oder Gasthermen (typisch 20–25 Jahre). Gründe:

  • häufigere Betriebszyklen,

  • zusätzliche bewegliche Teile (z. B. Ventilatoren in Innen- und Außeneinheit).


Ein Austausch nach 15 Jahren ist aber vergleichsweise kostengünstig, da nur kompakte Geräte betroffen sind.


Für wen eignet sich eine Luft-Luft-Wärmepumpe?

Luft-Luft-Wärmepumpen sind keine universelle Lösung für jedes Gebäude – aber sie passen perfekt zu bestimmten Wohn- und Nutzungsszenarien, in denen klassische Wärmepumpen oder Gasheizungen an Grenzen stoßen. Gerade im Altbau können sie die Brücke zwischen alter Bausubstanz und moderner Heiztechnik schlagen.

Hier die wichtigsten Anwendungsfälle.


Altbauwohnungen mit Gas-Etagenheizung

Einer der naheliegendsten Einsätze: Wohnungen mit Gasthermen in jeder Etage oder jedem Geschoss.


Probleme dieser Wohnungen:

  • Jede Partei heizt separat, oft mit alten, ineffizienten Geräten.

  • Kein gemeinsames Heizsystem – also kaum Chance auf zentrale Wärmepumpe.

  • Austausch der Gastherme ist teuer und GEG-rechtlich zunehmend schwierig.


Lösung: Eine Luft-Luft-Wärmepumpe kann hier Raum für Raum nachgerüstet werden – ohne Eingriff in das alte Rohrnetz.


Vorteile:

  • Kein Schornstein, kein Gasanschluss nötig.

  • Einfacher Ersatz für Einzelfeuerstätten.

  • In Kombination mit elektrischem Warmwasserbereiter vollständig fossilfrei.


Einfamilienhäuser mit älterem Heizsystem

Auch in Altbauten mit zentraler Öl- oder Gasheizung kann die Luft-Luft-Wärmepumpe als Ergänzung sinnvoll sein.

  • In der Übergangszeit (Frühjahr/Herbst) übernimmt sie fast vollständig das Heizen.

  • Der Kessel läuft nur noch bei Frost oder für Warmwasser.

  • So sinken Betriebsstunden, Brennstoffverbrauch und Wartungskosten deutlich.


Vorteil: Man kann das bestehende System weiter nutzen, ohne sofort auf 65 % Erneuerbare umrüsten zu müssen – eine praktische Zwischenlösung, bis eine komplette Sanierung ansteht.


Besonders geeignet:

  • Häuser mit Wohn-/Essbereich als Hauptaufenthaltsraum,

  • Bewohner:innen, die nicht alle Räume durchgehend beheizen müssen,

  • Eigentümer:innen, die schrittweise modernisieren wollen.


Vermietete Altbauten oder Eigentumswohnungen

Vermieter:innen oder Eigentümergemeinschaften stehen oft vor dem Problem:

  • Zentralheizung darf nicht einfach getauscht werden,

  • Investitionen müssen sich aufteilen lassen,

  • oder Denkmalschutz verhindert größere Umbauten.


Hier punktet die Luft-Luft-Wärmepumpe durch ihre Unabhängigkeit:

  • Jede Wohnung kann autark beheizt und gekühlt werden.

  • Kein Eingriff ins Gemeinschaftseigentum nötig (außer bei Außeneinheit).

  • Mieter:innen profitieren direkt durch niedrigere Heizkosten.


Gerade bei vermieteten Altbauten in urbanen Lagen (z. B. Gründerzeitgebäude mit Etagenheizungen) ist das oft der realistischste Einstieg in erneuerbares Heizen.


Ferienhäuser, Nebenwohnungen und Anbauten

Luft-Luft-Wärmepumpen sind ideal, wenn Räume nicht dauerhaft genutzt werden.

  • Schnelles Aufheizen: In 10–15 Minuten von 10 °C auf 21 °C.

  • Geringe Bereitschaftsverluste: Kein Warmwasserspeicher, kein Rohrnetz.

  • Kühlfunktion für Sommergäste oder Dachzimmer inklusive.


Auch für nachträgliche Anbauten, Wintergärten oder Dachgeschossausbauten ist diese Lösung ideal – überall dort, wo kein Heizkreis vorhanden ist.


Gebäude mit Photovoltaik-Anlage

In Kombination mit PV ergibt sich ein besonders wirtschaftliches System:

  • Strom vom eigenen Dach kann direkt zum Heizen und insbesonderew zum Kühlen genutzt werden.

  • Überschüsse im Sommer werden durch Kühlbetrieb sinnvoll verbraucht.

  • Moderne Geräte lassen sich über Smart-Home-Systeme oder Energiemanagement koppeln.


Senioren- und Kleinhaushalte

Für alleinlebende oder ältere Personen ist die Technik besonders interessant:

  • Kein Brennstoffnachschub, keine Wartung durch Schornsteinfeger.

  • Intuitive Fernbedienung oder App-Steuerung.

  • Schnelles Reagieren auf Temperaturänderungen (z. B. bei Kälteempfindlichkeit).

  • Keine Verbrennungsgefahr, kein CO₂-Risiko.


Damit sind Luft-Luft-Wärmepumpen eine komfortable, sichere und wartungsarme Alternative zu alten Gas- oder Nachtspeicheröfen.


Kleine Gewerbeflächen, Büros, Ateliers

Auch nichtwohnliche Altbauten profitieren: In Werkstätten, Praxen oder kleinen Läden sind Investition und Betriebskosten klassischer Heizungen oft zu hoch.


Die Luft-Luft-Wärmepumpe:

  • liefert schnelle Wärme bei Bedarf,

  • verbessert das Raumklima durch Luftfilterung,

  • kann außerhalb der Öffnungszeiten komplett abschalten.


Dadurch sinken die Energiekosten deutlich, ohne Komfortverlust.


Wann lohnt sie sich nicht?

Trotz vieler Einsatzmöglichkeiten gibt es auch Szenarien, in denen Luft-Luft-Systeme wenig Sinn machen:

  • Sehr große oder mehrstöckige Altbauten mit vielen geschlossenen Räumen → Wärmeverteilung schwierig.

  • Gebäude mit zentraler Heizwasserverteilung und geplanter Komplettsanierung → besser gleich Luft-Wasser-Wärmepumpe.

  • Streng denkmalgeschützte Fassaden ohne Außengerät-Möglichkeit.

  • Nutzer:innen mit hohem Warmwasserbedarf (Familienhaushalt mit 3+ Personen).


Fazit: Luft-Luft-Wärmepumpe im Altbau – pragmatischer Schritt in Richtung Wärmewende

Luft-Luft-Wärmepumpen sind in vielerlei Hinsicht eine unterschätzte Technologie. Was viele noch als „Klimaanlage“ wahrnehmen, ist technisch längst eine vollwertige Heiz- und Kühlanlage, die besonders im Altbau ihre Stärken ausspielt: schnell installiert, effizient, förderfähig – und in den meisten Fällen ohne Eingriff in die bestehende Gebäudetechnik.


Gerade in Gebäuden, die nicht vollständig saniert sind oder wo Gasetagenheizungen dominieren, bieten Luft-Luft-Systeme eine realistische, bezahlbare Lösung, um den Gasverbrauch drastisch zu senken und gleichzeitig den Wohnkomfort zu erhöhen.

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