Welche Wallbox kann PV-Überschuss laden? 15 Hersteller im Vergleich
- vor 10 Stunden
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Du fragst dich, ob eine bestimmte Wallbox PV-Überschuss laden kann? Wir schauen uns die Wallboxen von Huawei, KOSTAL, SMA, go-e, Fronius, Tesla, KEBA, Sungrow und weiteren Herstellern an.

Wer eine Photovoltaikanlage und ein Elektroauto besitzt, möchte möglichst viel selbst erzeugten Solarstrom direkt im Fahrzeug nutzen. Dafür reicht es aber nicht, dass eine Wallbox lediglich „PV-fähig“ ist. Für echtes automatisches PV-Überschussladen muss das System laufend erfassen, wie viel Strom am Netzanschlusspunkt übrig bleibt, und die Ladeleistung entsprechend anpassen.
In diesem Vergleich siehst du, welche Wallboxen von Huawei, KOSTAL, Easee, SolarEdge, KEBA, SMA, Sungrow, go-e, Elli, Victron, Tesla, Fronius, Heidelberg beziehungsweise AMPERFIED, Growatt und MENNEKES PV-Überschussladen unterstützen – und welche Zusatzgeräte oder Systemkomponenten dafür erforderlich sind.
Wallboxen für PV-Überschussladen im Vergleich
In der folgenden Tabelle findest du einen schnellen Überblick über die 15 Hersteller. Mehr zu den einzelnen Herstellern findest du weiter unten im Artikel.
Hersteller | Geeignete Wallbox beziehungsweise Lösung | Automatisches Überschussladen | Automatische Phasenumschaltung | Typische Voraussetzung | Systemoffenheit |
Huawei | Smart Charger, insbesondere 22KT-S0 | Ja | Ja, beim dreiphasigen Modell | Huawei-Wechselrichter, Leistungssensor beziehungsweise Huawei-Energiemanagement | Eher geschlossen |
KOSTAL | ENECTOR G1/G2 | Ja | System- und versionsabhängig | KOSTAL Smart Energy Meter beziehungsweise PLENTICORE-System | Eher geschlossen |
Easee | Easee-Wallbox mit Equalizer | Ja | Systemabhängig | Easee Equalizer und kompatibler Zähleranschluss | Relativ offen |
SolarEdge | SolarEdge EV Charger beziehungsweise ONE EV Charger | Ja | Modell- und installationsabhängig | SolarEdge-Wechselrichter und SolarEdge Home | Eher geschlossen |
KEBA | KeContact P40; P30 PV Edition/PV Set | Ja | Ja beim P40; beim P30 abhängig von Lösung | KEBA-System, Zähler oder externes HEMS | Offen bis systemgebunden |
SMA | SMA eCharger; älterer SMA EV Charger | Ja | Ja | SMA Home Energy Solution und Energiemanagement | Eher geschlossen |
Sungrow | AC011E-01 und AC22E-01 | Ja | Ja | Kompatibler Sungrow-Hybridwechselrichter; je nach Anlagenaufbau Smart Energy Meter oder iHomeManager | Eher geschlossen |
go-e | go-e Charger plus go-e Controller | Ja | Ja bei kompatiblen Generationen | go-e Controller oder externe Steuerung/API | Sehr offen |
Elli | Elli Charger 2 | Ja | Ja | Kompatible Mess- beziehungsweise Energiemanagementlösung | Mittlere Offenheit |
Victron | EV Charging Station / EV Charging Station NS | Ja | Nein, nicht automatisch bei den klassischen Modellen | Victron-System mit GX-Gerät für volle Integration | Vor allem Victron-System |
Tesla | Beliebige geeignete Ladestation; Tesla Wall Connector möglich | Ja, über „Überschussladen“ | Fahrzeug-/Anschlussabhängig | Tesla-Fahrzeug, Powerwall und PV-Anlage | Stark geschlossen |
Fronius | Wattpilot Home/Go beziehungsweise Wattpilot Flex | Ja | Ja | Fronius Smart Meter und kompatibler Fronius-Wechselrichter | Eher geschlossen |
Heidelberg / AMPERFIED | connect.solar / connect.solar pro; Energy Control mit HEMS | Ja | Ja bei connect.solar | Separater Stromzähler; bei älteren Modellen externes HEMS | connect.solar sehr PV-offen |
Growatt | THOR-Wallbox | Ja | Modellabhängig; ältere 11-kW-Lösung häufig erst ab 4,2 kW | Growatt Smart Meter oder Stromwandler, je nach System | Eher geschlossen |
MENNEKES | AMTRON 4You 300/500; weitere AMTRON mit HEMS | Ja | Produktabhängig | Externer Zähler, MENNEKES-System oder kompatibles HEMS | Relativ offen |
Die folgende Tabelle dient als Orientierung. Modellgeneration, Firmware, Netzform, Fahrzeug und konkrete Installation können die verfügbaren Funktionen verändern.
Was bedeutet PV-Überschussladen genau?
PV-Überschuss entsteht, wenn die Photovoltaikanlage mehr Strom produziert, als Haushalt und gegebenenfalls Batteriespeicher gerade aufnehmen. Ohne zusätzliche Steuerung wird dieser Strom ins öffentliche Netz eingespeist. Beim dynamischen PV-Überschussladen misst ein Energiezähler den Stromfluss am Netzanschlusspunkt. Das Energiemanagement erhöht oder reduziert daraufhin die Ladeleistung der Wallbox.
Ein einfaches Beispiel:
Die PV-Anlage erzeugt 7 kW.
Im Haus werden aktuell 2 kW verbraucht.
5 kW stehen als Überschuss für das Elektroauto zur Verfügung.
Schaltet sich ein Verbraucher mit 1 kW ein, reduziert die Wallbox die Ladeleistung möglichst auf 4 kW.
Wichtig ist die technisch bedingte Mindestladeleistung. Nach dem üblichen AC-Ladestandard benötigt ein Elektroauto mindestens 6 Ampere je aktiver Phase. Das entspricht ungefähr 1,4 kW beim einphasigen und rund 4,1 bis 4,2 kW beim dreiphasigen Laden.
Eine automatische Umschaltung zwischen einer und drei Phasen ist deshalb besonders sinnvoll: Sie ermöglicht Solarstromladen bereits bei kleinen Überschüssen.
Huawei Wallbox und PV-Überschussladen
Huawei bietet mit dem Smart Charger eine eng in FusionSolar integrierte Lösung. Im PV-Prioritätsmodus wird selbst erzeugter Solarstrom bevorzugt zum Laden des Fahrzeugs eingesetzt. Besonders interessant ist das dreiphasige Modell SCharger-22KT-S0: Es kann automatisch auf einphasiges Laden umschalten und dadurch bereits ab etwa 1,4 kW Überschuss laden. Huawei nennt diese Funktion ausdrücklich für den dreiphasigen Smart Charger im PV-Vorzugsmodus.
Die Stärken liegen in der einheitlichen FusionSolar-App und der Abstimmung von Wechselrichter, Speicher, Energiemessung und Wallbox. Die Kehrseite ist die Systembindung. Besonders unkompliziert ist die Lösung, wenn bereits ein kompatibler Huawei-Wechselrichter und der erforderliche Leistungssensor beziehungsweise das Huawei-Energiemanagement vorhanden sind. Bei einer PV-Anlage eines anderen Herstellers ist die Huawei-Wallbox nicht die naheliegendste Nachrüstlösung.
Geeignet für: Haushalte, die bereits ein Huawei-FusionSolar-System nutzen oder eine komplette Huawei-Lösung planen.
KOSTAL Wallbox und PV-Überschussladen
Die KOSTAL ENECTOR ist für solaroptimiertes Laden im KOSTAL-Energiesystem vorgesehen. In Verbindung mit dem KOSTAL Smart Energy Meter und einem kompatiblen PLENTICORE-Wechselrichter kann die Ladeleistung am tatsächlich verfügbaren Überschuss ausgerichtet werden. Für die ENECTOR werden unter anderem die Modi Solar Pure und Solar Plus angeboten. Solar Pure zielt auf möglichst reines Überschussladen, während Solar Plus einen festgelegten Netzstromanteil ergänzen kann. KOSTAL beschreibt die ENECTOR ausdrücklich als Wallbox für effizientes Laden mit Solarüberschuss.
Bei der ersten ENECTOR-Generation mussten Komfortfunktionen je nach Anlagenkonfiguration zusätzlich freigeschaltet werden. Bei der ENECTOR G2 sind diese Funktionen laut Hersteller bereits standardmäßig beziehungsweise per Update verfügbar. Deshalb ist beim Kauf wichtig, zwischen G1 und G2 zu unterscheiden und die Kompatibilität mit KSEM, Wechselrichtergeneration und Firmware zu prüfen
Geeignet für: Besitzer eines KOSTAL- beziehungsweise PLENTICORE-Systems, die eine sauber integrierte Gesamtlösung wünschen.
Easee Wallbox und PV-Überschussladen
Easee ermöglicht Überschussladen über die Kombination aus einer kompatiblen Easee-Wallbox und dem Easee Equalizer. Der Equalizer erfasst den Stromfluss am Netzanschluss und teilt der Ladeinfrastruktur mit, wie viel Leistung zur Verfügung steht. In der Easee-App stehen je nach Installation unter anderem die Optionen „Surplus only“ und „Limited grid usage“ zur Verfügung.
Bei „Surplus only“ beginnt der Ladevorgang erst, wenn mehr als 6 Ampere Solarüberschuss verfügbar sind. „Limited grid usage“ kann fehlende Leistung bis zur Mindeststromstärke aus dem Netz ergänzen. Easee erklärt die beiden Varianten in seiner Anleitung zum Solar Charging.
Ob eine automatische Phasenwahl beziehungsweise Phasenumschaltung in der konkreten Installation möglich ist, hängt von Wallboxmodell, Netzanschluss, Equalizer-Variante und Konfiguration ab. Deshalb sollte diese Funktion nicht allein aus der allgemeinen Aussage „Solar Charging“ abgeleitet werden.
Geeignet für: Haushalte, die eine kompakte, appbasierte Lösung suchen und den Easee Equalizer passend zum vorhandenen Zähler einsetzen können.
SolarEdge Wallbox und PV-Überschussladen
SolarEdge integriert das Laden in sein eigenes Home-Energy-Ökosystem. Der SolarEdge EV Charger beziehungsweise der neuere SolarEdge ONE EV Charger kann vorhandenen Solarüberschuss zum Laden nutzen und über mySolarEdge beziehungsweise SolarEdge ONE gesteuert werden. SolarEdge beschreibt die Nutzung von überschüssigem Solarstrom und die Einbindung in SolarEdge Home auf seiner Produktseite.
Bei älteren SolarEdge-Lösungen startet das Überschussladen erst, wenn die Mindestladeleistung des Fahrzeugs erreicht ist. SolarEdge nennt für das einphasige Laden etwa 1,5 kW. Bei einer dreiphasigen Konfiguration sind mindestens 6 Ampere auf allen drei Phasen notwendig. Das System ermittelt beim Anstecken, welche Ladeart das Fahrzeug akzeptiert. Eine generelle automatische 1-/3-Phasenumschaltung darf deshalb nicht für jede SolarEdge-Generation vorausgesetzt werden.
Die Lösung spielt ihre Vorteile vor allem aus, wenn Wechselrichter, Optimierer, Speicher und Energiemanagement bereits von SolarEdge stammen. Für Fremdwechselrichter ist eine herstellerunabhängigere Wallbox meist flexibler.
Geeignet für: Bestehende oder neue SolarEdge-Home-Systeme.
KEBA Wallbox und PV-Überschussladen
Bei KEBA muss nach der Produktgeneration unterschieden werden. Die KeContact P30 kann über offene Schnittstellen wie Modbus TCP oder UDP in ein Energiemanagement eingebunden werden. Zusätzlich wurden P30 PV Edition Sets angeboten, die die erforderliche Mess- und Steuertechnik für automatisches Überschussladen bündeln. KEBA erläutert die Einbindung der KeContact P30 in PV- und Energiemanagementsysteme.
Die neuere KeContact P40 ist für PV-Laden besonders interessant, weil sie eine Phasenumschaltung unterstützt. Damit kann sie auch kleinere Überschüsse nutzen, statt erst ab rund 4,2 kW dreiphasig zu starten. KEBA hebt diese Phasenumschaltung beim PV-Laden ausdrücklich hervor.
KEBA eignet sich damit sowohl für ein herstellereigenes Komplettsystem als auch für Projekte mit externem HEMS. Vor allem bei älteren P30-Varianten muss genau geprüft werden, welche Kommunikationsschnittstellen und Zusatzkomponenten vorhanden sind.
Geeignet für: Nutzer, die Wert auf offene Schnittstellen legen; für eine neue PV-Lösung ist besonders die P40 interessant.
SMA Wallbox und PV-Überschussladen
Der SMA eCharger ist auf das Zusammenspiel mit der SMA Home Energy Solution ausgelegt. Das Energiemanagement berücksichtigt PV-Erzeugung, Hausverbrauch und weitere steuerbare Verbraucher. Der eCharger unterstützt solaroptimiertes Laden und eine automatische Phasenumschaltung, sodass auch kleinere Überschüsse genutzt werden können. SMA bestätigt die automatische Phasenumschaltung auf der Produktseite des eChargers.
Auch der ältere SMA EV Charger 7.4/22 bietet PV-optimiertes und prognosebasiertes Laden sowie eine automatische Phasenumschaltung. In der Regel wird dafür der Sunny Home Manager 2.0 benötigt. Der Vorteil des SMA-Systems liegt nicht nur im momentanen Überschussladen: Prognosen und Ladeziele können helfen, das Fahrzeug bis zu einer gewünschten Abfahrtszeit mit einem möglichst hohen Solarstromanteil zu laden.
Geeignet für: Haushalte mit SMA-Wechselrichter und Sunny Home Manager beziehungsweise einer vollständigen SMA Home Energy Solution.
Sungrow Wallbox und PV-Überschussladen
Sungrow bietet mit der älteren AC011E-01 und der neueren AC22E-01 zwei Wallboxen für PV-Überschussladen an. Beide können die Ladeleistung an den verfügbaren Solarstrom anpassen und automatisch zwischen ein- und dreiphasigem Laden wechseln. Dadurch ist Überschussladen bereits ab etwa 1,38 kW möglich. Die AC011E-01 lädt mit bis zu 11 kW, während die AC22E-01 je nach Konfiguration bis zu 22 kW erreicht und optional mit einem MID-konformen Zähler erhältlich ist. Das Sungrow-Datenblatt bestätigt für die AC22E-01 die automatische Phasenumschaltung und die Einbindung in die Sungrow Hybrid Solution.
Für die vollständige Überschusssteuerung ist eine kompatible Sungrow-Anlagenkonfiguration erforderlich. Die AC011E-01 wurde insbesondere für die Hybridwechselrichter SH5.0RT bis SH10RT angeboten. Die AC22E-01 unterstützt neuere Sungrow-Systeme der Reihen SHRT, SHRS und SHT; abhängig vom Aufbau werden zusätzlich ein Sungrow Smart Energy Meter oder der iHomeManager benötigt. Als reine Stand-alone-Wallboxen können die Geräte zwar laden, die vollständige PV-Optimierung entsteht aber erst durch die Systemintegration.
Geeignet für: Besitzer eines kompatiblen Sungrow-Hybridwechselrichters, die Wechselrichter, Speicher und Wallbox in einem System bündeln möchten. Für Neuinstallationen ist vor allem die leistungsfähigere AC22E-01 interessant.
go-e Charger und PV-Überschussladen
Beim go-e Charger erfolgt die komfortable Überschusssteuerung über den go-e Controller. Dieser misst den Energiefluss am Netzanschlusspunkt und regelt einen oder mehrere go-e Charger entsprechend. Mit kompatiblen Geräten der Gemini- und HOME-Serien ist auch eine automatische Umschaltung zwischen einer und drei Phasen möglich. Bei 1,4 bis 4,2 kW Überschuss wird einphasig geladen; oberhalb der Umschaltschwelle kann auf dreiphasiges Laden gewechselt werden. go-e beschreibt diese Funktionsweise auf der Lösungsseite zum PV-Überschussladen.
Ein großer Vorteil ist die Offenheit. Der Controller ist mit vielen Wechselrichtern und auch AC-gekoppelten Speichersystemen kombinierbar. Alternativ lässt sich ein go-e Charger über seine API von externen Energiemanagementsystemen wie evcc steuern. Allerdings beherrschen nicht alle älteren Hardwaregenerationen die automatische Phasenumschaltung. Die Kompatibilitätsangaben stellt go-e auf der Produktseite des Controllers bereit.
Geeignet für: Bestandsanlagen mit unterschiedlichen Wechselrichtermarken sowie technikaffine Nutzer, die offene Schnittstellen schätzen.
Elli Wallbox und PV-Überschussladen
Der Elli Charger 2 unterstützt intelligentes PV-Überschussladen und eine dynamische Phasenumschaltung. Damit kann die Ladeleistung an kleinere und größere Solarüberschüsse angepasst werden. Außerdem verbindet Elli das Thema mit preisoptimiertem Laden über dynamische Stromtarife. Elli nennt beim Charger 2 sowohl PV-Überschussladen als auch dynamische Phasenumschaltung.
Entscheidend ist auch hier die Messung am Netzanschlusspunkt. Welche zusätzliche Hardware und welche Funktionen verfügbar sind, hängt von Produktvariante, Land, Zähler und konkreter Energiemanagementlösung ab. Bei Wallboxen der ersten Generation sollte nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass sie dieselben PV-Funktionen wie der Charger 2 besitzen.
Geeignet für: Nutzer aus dem Volkswagen- beziehungsweise Elli-Umfeld, die eine aktuelle Wallbox mit PV- und Tarifoptimierung suchen.
Victron Wallbox und PV-Überschussladen
Die Victron EV Charging Station und die EV Charging Station NS können im Automatikmodus überschüssige Solarenergie zum Laden verwenden. Besonders sinnvoll ist die Lösung in einem Victron-System mit MultiPlus oder Quattro, Speicher und GX-Gerät. Dann stehen die erforderlichen Daten zentral zur Verfügung und die Wallbox kann über VictronConnect, GX-Gerät oder VRM gesteuert werden. Victron beschreibt den automatischen Überschussmodus im Handbuch.
Eine wichtige Einschränkung: Die klassischen Victron EV Charging Stations können zwar einphasig oder dreiphasig installiert beziehungsweise betrieben werden, besitzen aber keine reguläre automatische Umschaltung zwischen einer und drei Phasen während des Betriebs. Das ist ein Unterschied zu Lösungen wie Fronius Wattpilot, go-e mit Controller oder AMPERFIED connect.solar. Die Anschlussart sollte daher passend zur PV-Leistung geplant werden. Victron nennt eine Regelung bis hinunter zu 6 Ampere einphasig, also etwa 1,4 kW, sofern die Wallbox entsprechend einphasig betrieben wird. Die technischen Grundfunktionen erläutert Victron in seiner Produktinformation.
Geeignet für: Haushalte mit bestehendem Victron-ESS; weniger attraktiv als isolierte Nachrüstlösung für beliebige PV-Anlagen.
Tesla Wallbox und PV-Überschussladen
Tesla löst das Überschussladen anders als viele klassische Wallboxhersteller. Die Funktion „Überschussladen“ beziehungsweise „Charge on Solar“ wird über Tesla-Fahrzeug, Tesla-App und Powerwall gesteuert. Benötigt werden ein kompatibles Model S, 3, X oder Y, eine Powerwall am Standort und eine PV-Anlage. Das Fahrzeug passt seine Ladeleistung ungefähr alle zehn Sekunden an. Es kann warten, bis mindestens 1,2 kW stabiler Solarüberschuss vorhanden sind. Tesla nennt Voraussetzungen und Funktionsweise detailliert im deutschen Supportbereich.
Die Funktion setzt nicht zwingend voraus, dass der Tesla Wall Connector selbst den PV-Überschuss ermittelt. Der Wall Connector kann als komfortable Tesla-Ladestation verwendet werden, die eigentliche Überschusslogik liegt aber im Zusammenspiel aus Fahrzeug und Powerwall. Das ist elegant, wenn das komplette Tesla-System bereits vorhanden ist, aber stark geschlossen: Tesla bestätigt ausdrücklich, dass „Überschussladen“ eine Powerwall und ein Tesla-Fahrzeug voraussetzt.
Geeignet für: Haushalte, die sowohl einen Tesla als auch eine Powerwall besitzen. Für andere Fahrzeuge oder PV-Systeme ohne Powerwall ist der Tesla Wall Connector allein keine vollständige native Überschusslösung.
Fronius Wallbox und PV-Überschussladen
Der Fronius Wattpilot gehört zu den etablierten Lösungen für dynamisches PV-Laden. Im Eco Mode wird überschüssiger Solarstrom bevorzugt genutzt. Die automatische 1-/3-Phasenumschaltung ermöglicht eine Regelung ab etwa 1,38 kW bis 11 beziehungsweise 22 kW. Zwischen 1,38 und 4,14 kW lädt das System einphasig; bei höherem Überschuss kann es dreiphasig laden. Fronius erklärt die Leistungsstufen und Phasenumschaltung ausführlich.
Für die native Überschusssteuerung werden ein kompatibler Fronius-Wechselrichter und ein Fronius Smart Meter benötigt. Eco Mode kann neben PV-Überschuss auch günstige Zeitfenster eines variablen Tarifs berücksichtigen. Der Next Trip Mode stellt dagegen sicher, dass bis zu einer geplanten Abfahrt eine vorgegebene Energiemenge geladen ist. Der neuere Wattpilot Flex führt die PV-optimierte 1-/3-Phasenumschaltung fort. Fronius nennt für den Wattpilot Flex einen nutzbaren Überschuss ab 1,38 kW.
Geeignet für: Fronius-PV-Anlagen und Nutzer, die sehr kleine Überschüsse verwerten und zugleich Ladeziele beziehungsweise Tarife berücksichtigen möchten.
Heidelberg beziehungsweise AMPERFIED Wallbox und PV-Überschussladen
Die frühere Heidelberg-Wallbox-Sparte tritt heute unter AMPERFIED auf. Bei älteren Modellen muss differenziert werden: Die Heidelberg Wallbox Home Eco kann über einen potenzialfreien Kontakt abhängig von einem Schaltsignal gestartet oder gestoppt werden. Die Heidelberg Energy Control lässt sich über ein kompatibles HEMS dynamischer steuern. Ohne externes Energiemanagement sind diese älteren Geräte jedoch nicht mit einer modernen, komplett integrierten Solar-Wallbox gleichzusetzen. AMPERFIED erläutert die Möglichkeiten der älteren Heidelberg-Modelle in den FAQ.
Deutlich komfortabler ist die Heidelberg AMPERFIED connect.solar. Sie besitzt ein integriertes Solar Management und eine automatische Phasenumschaltung. Mit separat erhältlichem Stromzähler kann sie wechselrichterunabhängig arbeiten und bereits ab etwa 1,4 kW Überschuss laden. Sinkt die verfügbare Leistung unter die Schwelle für dreiphasiges Laden, schaltet sie auf eine Phase zurück. AMPERFIED beschreibt diese Funktion auf der Produktseite der connect.solar.
Geeignet für: Neuinstallationen, bei denen eine wechselrichterunabhängige PV-Wallbox gesucht wird. Bei bestehenden Heidelberg-Modellen ist häufig ein externes HEMS erforderlich.
Growatt Wallbox und PV-Überschussladen
Growatt bietet mit der THOR-Serie eine Wallbox, die in das GroHome- beziehungsweise Growatt-Energiesystem eingebunden werden kann. Im PV-Kopplungsmodus wird das Fahrzeug dynamisch mit überschüssigem Solarstrom geladen. Zusätzlich stehen je nach Modell und Software Boost- beziehungsweise Zeitfunktionen zur Verfügung. Growatt beschreibt den PV-Kopplungsmodus auf seiner Lösungsseite.
Für die Messung werden je nach Anlagenaufbau ein kompatibler Growatt Smart Meter oder Stromwandler benötigt. Bei älteren dreiphasigen THOR-11-kW-Modellen ist besonders auf die Mindestleistung zu achten: Ohne automatische Umschaltung auf eine Phase beginnt reines Überschussladen erst bei ungefähr 4,2 kW. Neuere beziehungsweise anders ausgeführte THOR-Modelle können andere Eigenschaften besitzen. Deshalb sollten Modellnummer, Phasenumschaltung und unterstützte Wechselrichter vor dem Kauf schriftlich bestätigt werden.
Geeignet für: Bestehende Growatt-Anlagen, sofern die konkrete THOR-Variante und die erforderliche Messtechnik zueinander passen.
MENNEKES Wallbox und PV-Überschussladen
MENNEKES bietet mehrere AMTRON-Lösungen für PV-Überschussladen. Aktuell nennt der Hersteller insbesondere AMTRON 4You 300 und AMTRON 4You 500. Mit externer Messung wird der tatsächliche Überschuss erfasst und die Ladeleistung dynamisch angepasst. MENNEKES führt die geeigneten Modelle auf seiner Seite zum Solarladen auf.
Darüber hinaus lassen sich verschiedene AMTRON-Modelle über ein kompatibles HEMS beziehungsweise offene Kommunikationswege in PV-Systeme integrieren. Ob eine automatische Phasenumschaltung verfügbar ist, hängt vom konkreten Modell ab und sollte nicht pauschal für alle AMTRON-Wallboxen angenommen werden.
Das ist besonders bei älteren Charge-Control- oder Professional-Modellen wichtig.
Geeignet für: Nutzer, die eine robuste Wallbox suchen und entweder eine aktuelle AMTRON-Solarlösung oder ein kompatibles Energiemanagement einplanen.
Welche Wallbox ist für PV-Überschussladen besonders empfehlenswert?
Die beste Wallbox für PV-Überschussladen hängt vor allem davon ab, welche PV-Technik bereits vorhanden ist.
Bei einem bestehenden Hersteller-Ökosystem
Wenn Wechselrichter, Smart Meter und Speicher bereits von Huawei, KOSTAL, SolarEdge, SMA, Sungrow oder Fronius stammen, ist die herstellereigene Wallbox häufig die einfachste Lösung. Messwerte, App und Energiemanagement sind aufeinander abgestimmt. Vor dem Kauf sollten jedoch die exakten Gerätegenerationen geprüft werden.
Bei einer herstellerunabhängigen Bestandsanlage
Für PV-Anlagen mit gemischten Komponenten sind Lösungen wie go-e Charger plus go-e Controller, AMPERFIED connect.solar oder eine über ein offenes HEMS gesteuerte KEBA- beziehungsweise MENNEKES-Wallbox interessant. Sie reduzieren die Abhängigkeit von einer bestimmten Wechselrichtermarke.
Bei kleinen PV-Anlagen oder häufig wechselnder Bewölkung
Dann ist eine automatische 1-/3-Phasenumschaltung besonders wertvoll. Sie ermöglicht das Laden bereits ab etwa 1,4 kW statt erst ab rund 4,2 kW. Zu den klar ausgewiesenen Lösungen gehören unter anderem Huawei Smart Charger 22KT-S0, SMA eCharger, KEBA P40, Sungrow AC011E-01, go-e mit Controller, Elli Charger 2, Fronius Wattpilot und AMPERFIED connect.solar.
Wenn bereits Tesla Powerwall und Tesla-Fahrzeug vorhanden sind
Dann ist Teslas „Überschussladen“ besonders bequem. Ohne Powerwall oder mit einem Fahrzeug einer anderen Marke bietet der Tesla Wall Connector allein jedoch keine gleichwertige native Lösung.
Darauf solltest du vor dem Kauf achten
1. Smart Meter und Energiemanagement
Frage nicht nur, ob die Wallbox PV-Überschussladen „kann“. Kläre, welches Messgerät zusätzlich benötigt wird, wo es eingebaut wird und wie Wallbox und Energiemanagement kommunizieren.
2. Automatische Phasenumschaltung
Ohne Phasenumschaltung kann eine dreiphasig angeschlossene Wallbox für reines Überschussladen rund 4,2 kW benötigen. Mit Umschaltung reicht theoretisch ungefähr 1,4 kW. Das kann den Solarstromanteil im Frühjahr, Herbst und bei Wolken deutlich erhöhen.
3. Zusammenspiel mit dem Batteriespeicher
Lege fest, ob zuerst der Hausspeicher oder zuerst das Auto geladen werden soll. Prüfe außerdem, ob die Wallbox versehentlich den Batteriespeicher entlädt, obwohl eigentlich nur aktueller PV-Überschuss genutzt werden soll.
4. Netzstrombezug und Hysterese
Ein gutes System reagiert nicht auf jede kleine Wolke mit ständigem Starten und Stoppen. Es arbeitet mit Zeitverzögerungen und Leistungsschwellen. Kleine Netzbezüge können durch Regelverzögerungen trotzdem auftreten. Wichtig ist, ob sich reines Überschussladen und ein Mischmodus mit Netzstrom getrennt einstellen lassen.
5. Fahrzeugkompatibilität
Nicht jedes Elektroauto reagiert gleich auf Ladeunterbrechungen oder Phasenwechsel. Manche Fahrzeuge starten nach mehreren Unterbrechungen nicht automatisch erneut. Andere laden nur ein- oder zweiphasig. Die Wallboxfunktion allein garantiert deshalb noch kein optimales Ergebnis.
6. Offene Schnittstellen
Modbus TCP, EEBUS, OCPP oder eine dokumentierte API erleichtern die Einbindung in ein externes HEMS. Das ist besonders wertvoll, wenn Wechselrichter oder Speicher später ausgetauscht werden.
7. Dienstwagen und Abrechnung
Wer Ladestrom gegenüber dem Arbeitgeber abrechnen möchte, benötigt je nach Vorgabe einen MID-konformen oder eichrechtskonformen Zähler. Nicht jede PV-Wallbox erfüllt diese Anforderung in der Grundausstattung.
Fazit: Viele Wallboxen können Überschussladen – aber nur im passenden System
Huawei, KOSTAL, Easee, SolarEdge, KEBA, SMA, Sungrow, go-e, Elli, Victron, Tesla, Fronius, AMPERFIED, Growatt und MENNEKES bieten grundsätzlich Wege zum Laden mit PV-Überschuss. Die entscheidende Frage lautet jedoch nicht nur: „Kann die Wallbox Überschussladen?“ Entscheidend ist, mit welchen Zusatzgeräten, in welchem Ökosystem und ab welcher Mindestleistung sie es kann.
Für kleine und mittelgroße private PV-Anlagen ist eine automatische Phasenumschaltung meist ein großer Vorteil. Wer bereits ein geschlossenes Hersteller-Ökosystem nutzt, fährt mit der passenden System-Wallbox oft am einfachsten. Wer flexibel bleiben oder eine gemischte Bestandsanlage nachrüsten möchte, sollte dagegen besonders auf herstellerunabhängige Messung und offene Schnittstellen achten.
Häufige Fragen zum PV-Überschussladen
Kann jede Wallbox PV-Überschuss laden?
Manuell lässt sich grundsätzlich fast jede regelbare Wallbox bei vorhandenem Solarüberschuss starten. Für automatisches, dynamisches Überschussladen werden jedoch eine laufende Messung am Netzanschlusspunkt, ein Energiemanagement und eine steuerbare Wallbox benötigt.
Wie viel PV-Überschuss braucht eine Wallbox mindestens?
Einphasig beginnt AC-Laden üblicherweise bei 6 Ampere beziehungsweise ungefähr 1,4 kW. Dreiphasig werden bei 6 Ampere je Phase rund 4,1 bis 4,2 kW benötigt. Deshalb ist eine automatische Phasenumschaltung vorteilhaft.
Kann eine 11-kW-Wallbox mit nur 1,4 kW laden?
Ja, wenn sie einphasig laden kann und das Fahrzeug dies akzeptiert. Eine dreiphasig angeschlossene Wallbox benötigt dafür entweder eine automatische Phasenumschaltung oder muss fest einphasig betrieben werden.
Funktioniert PV-Überschussladen auch mit einem Batteriespeicher?
Ja. Im Energiemanagement muss jedoch festgelegt werden, ob Hausbatterie oder Elektroauto Vorrang haben. Außerdem sollte verhindert werden, dass die Hausbatterie ungewollt entladen wird, nur um das Auto zu laden.
Funktioniert Überschussladen mit jedem Wechselrichter?
Nicht mit jeder Wallbox. Manche Lösungen sind eng an einen bestimmten Wechselrichter gebunden. Herstellerunabhängige Systeme messen den Überschuss direkt am Netzanschlusspunkt und können deshalb mit vielen Wechselrichtern zusammenarbeiten.
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