Wann lohnt sich Photovoltaik? 216 Szenarien zeigen, ab wann sich eine PV-Anlage rechnet
- 20. Apr.
- 19 Min. Lesezeit
Lohnt sich eine Photovoltaikanlage wirklich? Die Antwort hängt von mehr Faktoren ab, als viele denken. In dieser Analyse haben wir 216 Szenarien berechnet – mit unterschiedlichen Haushalten, Anlagengrößen, Strompreisen und Eigenverbrauch.
TL;DR – Die wichtigsten Ergebnisse unserer Analyse
Wir haben die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen in 216 Szenarien untersucht. Dabei haben wir vier Haushaltstypen, drei Anlagengrößen sowie unterschiedliche Strompreise, Eigenverbrauchsquoten und Anlagenkosten kombiniert.
Das Ergebnis: Photovoltaik lohnt sich nicht immer – aber unter den richtigen Bedingungen fast immer.
Die wichtigsten Erkenntnisse auf einen Blick:
Je höher der Stromverbrauch, desto häufiger lohnt sich Photovoltaik: In unserer Analyse waren beim 2-Personen-Haushalt nur 25,9 % der Szenarien wirtschaftlich, beim Haushalt mit E-Auto und Wärmepumpe dagegen 68,5 %.
Eigenverbrauch verbessert die Wirtschaftlichkeit deutlich: Szenarien mit niedrigem Eigenverbrauch waren in 39,8 % der Fälle wirtschaftlich, Szenarien mit hohem Eigenverbrauch in 52,8 %.
Hohe Strompreise verschieben die Wirtschaftlichkeit spürbar ins Positive: Bei einem mittleren Strompreis von 24 Cent/kWh waren 37,5 % der Szenarien wirtschaftlich, bei 30 Cent waren es 44,4 %, bei 36 Cent 56,9 %.
Größere Anlagen lohnen sich vor allem bei hohem Stromverbrauch: Beim Haushalt mit 7.000 kWh Jahresverbrauch waren 10- und 15-kWp-Anlagen jeweils in 15 von 18 Szenarien wirtschaftlich. Beim 2-Personen-Haushalt dagegen nur in 5 von 18 Szenarien.
Der Preis der Anlage ist der wichtigste Faktor: Bei niedrigen Investitionskosten waren 94,4 % der Szenarien wirtschaftlich, bei mittleren Kosten 33,3 % und bei hohen Kosten nur noch 11,1 %. Tipp: Über das Solaranlagen-Portal kannst du in wenigen Schritten verschiedene Angebote von PV-Installateuren aus deiner Region erhalten.
Fazit: Photovoltaik ist keine einfache Ja-oder-Nein-Frage. Entscheidend sind vor allem Stromverbrauch, Eigenverbrauch und Investitionskosten. Besonders attraktiv wird eine PV-Anlage für Haushalte mit Elektroauto, Wärmepumpe oder generell hohem Stromverbrauch.
Lohnt sich Photovoltaik wirklich?
Für viele Hausbesitzer stellt sich früher oder später eine zentrale Frage: Lohnt sich eine Photovoltaikanlage finanziell?
Auf den ersten Blick scheint die Antwort einfach. Photovoltaikanlagen erzeugen Strom aus Sonnenenergie, senken den Strombezug aus dem Netz und ermöglichen zusätzliche Einnahmen durch die Einspeisung überschüssigen Stroms. Gleichzeitig sind die Preise für PV-Anlagen in den letzten Jahren deutlich gesunken, während die Strompreise langfristig eher gestiegen sind.
Trotzdem ist die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage für viele Hausbesitzer schwer einzuschätzen. Der Grund: Die Frage „Lohnt sich Photovoltaik?“ lässt sich nicht mit einem einzigen Beispiel beantworten.
Die Rentabilität hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel:
wie viel Strom ein Haushalt verbraucht
wie groß die Photovoltaikanlage ist
wie viel des erzeugten Stroms selbst genutzt wird
wie hoch die Investitionskosten sind
wie hoch der Strompreis ist
Viele Artikel im Internet beantworten die Frage deshalb anhand eines einzelnen Beispielhaushalts. In der Realität kann das Ergebnis jedoch stark variieren.
Ein Haushalt mit Wärmepumpe und Elektroauto hat zum Beispiel einen ganz anderen Strombedarf als ein Zwei-Personen-Haushalt ohne zusätzliche elektrische Verbraucher. Auch die Preise für PV-Anlagen können sich je nach Anbieter, Region und Ausstattung erheblich unterscheiden.
Um diese Unterschiede besser sichtbar zu machen, haben wir die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen nicht nur für ein einzelnes Beispiel berechnet, sondern für 216 unterschiedliche Szenarien.
Dabei kombinieren wir:
vier Haushaltstypen mit unterschiedlichem Stromverbrauch
drei Anlagengrößen (5, 10 und 15 kWp)
drei Strompreisniveaus
zwei Eigenverbrauchs-Szenarien
drei Kosten-Szenarien für die Anlage
So entsteht ein deutlich differenzierteres Bild der Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik.
Das Ziel dieser Analyse ist nicht, eine einzige allgemeingültige Antwort zu geben. Stattdessen wollen wir zeigen, unter welchen Bedingungen sich eine PV-Anlage besonders häufig lohnt – und wann sie finanziell schwieriger wird.
Im nächsten Abschnitt erklären wir genauer, wie unsere Szenarien aufgebaut sind und welche Faktoren wir in der Analyse variieren.
Methodik der Analyse
Um die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen möglichst realistisch abzubilden, haben wir nicht nur ein einzelnes Beispiel gerechnet, sondern 216 verschiedene Szenarien analysiert.
Der Hintergrund: Die Rentabilität einer PV-Anlage hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören insbesondere der Stromverbrauch im Haushalt, die Größe der Anlage, der Eigenverbrauch des erzeugten Stroms, die Investitionskosten und das Strompreisniveau.
Anstatt nur eine Kombination dieser Faktoren zu betrachten, haben wir sie systematisch variiert.
Vier Haushaltstypen
Zunächst unterscheiden wir vier typische Haushaltssituationen mit unterschiedlichem Stromverbrauch.

Diese vier Haushalte decken typische Situationen in Einfamilienhäusern ab – vom eher geringen Stromverbrauch bis zu einem hohen Strombedarf durch zusätzliche elektrische Verbraucher.
Drei Anlagengrößen
Für jeden Haushalt betrachten wir drei unterschiedliche Photovoltaikanlagen mit Batteriespeicher:
Anlage | Größe |
kleine Anlage | 5 kWp Photovoltaik + 5 kWh Speicher |
mittlere Anlage | 10 kWp Photovoltaik + 10 kWh Speicher |
große Anlage | 15 kWp Photovoltaik + 15 kWh Speicher |
Damit lässt sich untersuchen, wie stark die Anlagengröße die Wirtschaftlichkeit beeinflusst.
Drei Strompreis-Szenarien
Da sich Strompreise langfristig schwer vorhersagen lassen, rechnen wir mit drei unterschiedlichen durchschnittlichen Strompreisniveaus über den gesamten Betrachtungszeitraum.
Szenario | Strompreis |
niedrig | 24 Cent pro kWh |
mittel | 30 Cent pro kWh |
hoch | 36 Cent pro kWh |
Diese Werte bilden unterschiedliche mögliche Entwicklungen der Strompreise ab.
Zwei Eigenverbrauchs-Szenarien
Ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit ist der Anteil des erzeugten Solarstroms, der direkt im Haushalt genutzt wird – der sogenannte Eigenverbrauch.
Für jede Kombination aus Haushalt und Anlagengröße betrachten wir deshalb zwei Szenarien:
ein Szenario mit niedrigem Eigenverbrauch
ein Szenario mit hohem Eigenverbrauch
Die Eigenverbrauchsquoten unterscheiden sich je nach Haushaltsgröße und Anlagengröße. Größere Anlagen erreichen bei gleichem Stromverbrauch typischerweise niedrigere Eigenverbrauchsanteile.
Drei Kosten-Szenarien für die Anlage
Auch die Investitionskosten für eine Photovoltaikanlage können je nach Anbieter, Region und Ausstattung stark variieren. Deshalb haben wir drei Kostenstufen angenommen:
Kosten-Szenario | Beschreibung |
niedrig | sehr günstiges Angebot |
mittel | durchschnittlicher Marktpreis |
hoch | vergleichsweise teures Angebot |
Insgesamt 216 Szenarien
Aus der Kombination dieser Faktoren ergeben sich insgesamt:
4 Haushalte
3 Anlagengrößen
3 Strompreis-Szenarien
2 Eigenverbrauchs-Szenarien
3 Kosten-Szenarien
Das ergibt insgesamt:
4 × 3 × 3 × 2 × 3 = 216 Szenarien
Für jedes dieser Szenarien haben wir berechnet, wie sich eine Photovoltaikanlage über einen Zeitraum von 20 Jahren finanziell entwickelt. Dadurch lassen sich nicht nur einzelne Beispiele betrachten, sondern auch typische Muster der Wirtschaftlichkeit erkennen.
Modellannahmen der Wirtschaftlichkeitsrechnung
Damit sich die verschiedenen Szenarien sinnvoll vergleichen lassen, haben wir für alle Berechnungen ein einheitliches Modell mit festen Annahmen verwendet. Diese Parameter bestimmen, wie viel Strom eine Photovoltaikanlage erzeugt, welche Einnahmen entstehen und welche Kosten im Laufe der Zeit anfallen.
Stromertrag der Photovoltaikanlage
Der Stromertrag einer PV-Anlage hängt unter anderem von Standort, Dachneigung und Ausrichtung ab. Für unsere Analyse verwenden wir einen typischen Durchschnittswert für Deutschland.
Parameter | Annahme |
Stromertrag | 1.000 kWh pro kWp und Jahr |
Damit ergibt sich im ersten Betriebsjahr folgender jährlicher Stromertrag:
Anlagengröße | Stromertrag pro Jahr |
5 kWp | 5.000 kWh |
10 kWp | 10.000 kWh |
15 kWp | 15.000 kWh |
Dieser Wert entspricht einer gut ausgerichteten Dachanlage unter durchschnittlichen Bedingungen.
Einspeisevergütung
Nicht selbst genutzter Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist. Dafür erhalten Betreiber von Photovoltaikanlagen eine gesetzlich festgelegte Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).
Für unsere Berechnung verwenden wir die aktuell gültigen Vergütungssätze für Teileinspeisung.
Anlagengröße | Einspeisevergütung |
Anlagen bis 10 kWp | 7,78 Cent pro kWh |
Anlagen über 10 kWp | gestaffelt |
Bei der 15-kWp-Anlage ergibt sich daraus ein gewichteter Mischwert von etwa 7,43 Cent pro kWh, da ein Teil der Leistung in die niedrigere Vergütungsstufe fällt.
Betriebskosten
Neben den einmaligen Investitionskosten fallen über die Jahre auch kleinere laufende Kosten an. Dazu gehören zum Beispiel:
Versicherung der Anlage
Wartung und Monitoring
kleinere Reparaturen
Für die Modellrechnung setzen wir pauschal an:
Parameter | Annahme |
jährliche Betriebskosten | 1 % der Investitionskosten pro Jahr |
Diese Größenordnung wird auch in vielen Wirtschaftlichkeitsrechnern für Photovoltaik verwendet.
Strompreis
Da sich Strompreise langfristig nur schwer prognostizieren lassen, rechnen wir nicht mit einer jährlichen Preissteigerung. Stattdessen verwenden wir drei mögliche durchschnittliche Strompreisniveaus über den gesamten Betrachtungszeitraum.
Szenario | Strompreis |
niedrig | 24 Cent pro kWh |
mittel | 30 Cent pro kWh |
hoch | 36 Cent pro kWh |
Diese Szenarien bilden unterschiedliche mögliche Entwicklungen des Strommarkts ab.
Moduldegradation
Photovoltaikmodule verlieren im Laufe der Zeit langsam an Leistung. Moderne Module haben jedoch eine sehr geringe jährliche Degradation.
Für unsere Analyse nehmen wir an:
Parameter | Annahme |
Moduldegradation | 0,5 % pro Jahr |
Nach 20 Jahren erreicht die Anlage damit noch etwa 90 % ihrer ursprünglichen Leistung.
Eigenverbrauch
Der Eigenverbrauch beschreibt, welcher Anteil des erzeugten Solarstroms direkt im Haushalt genutzt wird. Da dieser Strom den Bezug von teurem Netzstrom ersetzt, hat er einen großen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit.
Finanzierung und Steuern
Für die Berechnung gehen wir davon aus, dass die Anlage vollständig aus Eigenmitteln bezahlt wird. Kreditzinsen werden daher nicht berücksichtigt.
Außerdem gelten für Photovoltaikanlagen auf Wohngebäuden bis 30 kWp derzeit steuerliche Vereinfachungen:
0 % Mehrwertsteuer auf Anschaffung und Installation
keine Einkommensteuer auf Einnahmen aus der Anlage
Diese Regelungen berücksichtigen wir in der Modellrechnung.
Betrachtungszeitraum
Alle Szenarien werden über einen Zeitraum von 20 Jahren berechnet. Dieser Zeitraum entspricht der Dauer der Einspeisevergütung nach dem EEG und wird häufig für Wirtschaftlichkeitsanalysen verwendet.
Auf dieser Grundlage lassen sich die finanziellen Ergebnisse der verschiedenen Szenarien direkt miteinander vergleichen.
Im nächsten Abschnitt schauen wir uns an, welche grundlegenden Muster sich aus den 216 Szenarien ergeben.
Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick
Die Analyse der 216 Szenarien zeigt ein klares Bild: Photovoltaik kann sich finanziell lohnen – aber nicht unter allen Bedingungen. Besonders stark wirken sich drei Faktoren auf die Wirtschaftlichkeit aus:
Investitionskosten der Anlage
Stromverbrauch im Haushalt
Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms
Ein erster Überblick über die Ergebnisse zeigt bereits deutliche Muster.
Der Preis der Anlage ist der wichtigste Faktor
Der größte Einflussfaktor in unserer Analyse sind die Investitionskosten der Photovoltaikanlage. Je günstiger die Anlage installiert werden kann, desto häufiger wird sie wirtschaftlich.
Kosten-Szenario | wirtschaftliche Szenarien |
niedrige Anlagenkosten | 94,4 % |
mittlere Anlagenkosten | 33,3 % |
hohe Anlagenkosten | 11,1 % |
Das bedeutet: Bei sehr günstigen Angeboten rechnet sich Photovoltaik in fast allen untersuchten Szenarien. Steigen die Investitionskosten stark an, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer positiven Rendite deutlich.
Diese Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, mehrere Angebote einzuholen und Preise zu vergleichen. Über das Solaranlagen-Portal kannst du in wenigen Schritten verschiedene Angebote von Solarteuren aus deiner Nähe erhalten.
Stromverbrauch des Haushalts beeinflusst die Wirtschaftlichkeit stark
Auch der Stromverbrauch im Haushalt hat einen großen Einfluss auf die Rentabilität einer Photovoltaikanlage. Je mehr Strom ein Haushalt verbraucht, desto mehr des erzeugten Solarstroms kann direkt genutzt werden.
Haushalt | Anteil wirtschaftlicher Szenarien |
Haushalt 1 – 2.000 kWh | 25,9 % |
Haushalt 2 – 3.500 kWh | 37,0 % |
Haushalt 3 – 4.800 kWh | 53,7 % |
Haushalt 4 – 7.000 kWh | 68,5 % |
Der Zusammenhang ist deutlich: Mit steigendem Stromverbrauch nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass sich eine Photovoltaikanlage finanziell lohnt.
Besonders Haushalte mit Elektroauto oder Wärmepumpe profitieren davon, da sie einen großen Teil des erzeugten Stroms selbst verbrauchen können.
Eigenverbrauch verbessert die Wirtschaftlichkeit
Neben dem Stromverbrauch spielt auch die Eigenverbrauchsquote eine wichtige Rolle. Sie beschreibt, welcher Anteil des erzeugten Solarstroms direkt im Haushalt genutzt wird.
Eigenverbrauch | wirtschaftliche Szenarien |
niedrig | 39,8 % |
hoch (=10 Prozent höher) | 52,8 % |
Ein höherer Eigenverbrauch verbessert die Wirtschaftlichkeit, weil selbst genutzter Solarstrom den Bezug von teurem Netzstrom ersetzt.
Allerdings zeigt die Analyse auch: Ein hoher Eigenverbrauch allein reicht nicht aus, um eine sehr teure Anlage wirtschaftlich zu machen.
Strompreis verschiebt den Kipppunkt
Auch das Strompreisniveau hat einen spürbaren Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit.
Strompreis | wirtschaftliche Szenarien |
24 Cent pro kWh | 37,5 % |
30 Cent pro kWh | 44,4 % |
36 Cent pro kWh | 56,9 % |
Je höher der Strompreis ist, desto größer ist der finanzielle Vorteil von selbst erzeugtem Solarstrom.
Ein erstes Zwischenfazit
Die Ergebnisse der 216 Szenarien zeigen ein klares Muster: Photovoltaik wird besonders wirtschaftlich, wenn mehrere günstige Faktoren zusammenkommen.
Dazu gehören vor allem:
ein hoher Stromverbrauch im Haushalt
eine hohe Eigenverbrauchsquote
moderate oder niedrige Investitionskosten
mittlere oder hohe Strompreise
Treffen mehrere dieser Faktoren gleichzeitig zu, steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass sich eine PV-Anlage finanziell lohnt.
Im nächsten Abschnitt schauen wir uns genauer an, wie stark der Stromverbrauch eines Haushalts die Wirtschaftlichkeit beeinflusst.
Einfluss des Stromverbrauchs
Ein zentraler Faktor für die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage ist der Stromverbrauch im Haushalt. Je mehr Strom ein Haushalt verbraucht, desto mehr des erzeugten Solarstroms kann direkt genutzt werden. Dadurch sinkt der Anteil des Stroms, der ins Netz eingespeist wird.
Da die Einspeisevergütung deutlich niedriger ist als der Strompreis, verbessert ein hoher Eigenverbrauch die Wirtschaftlichkeit erheblich.
Unsere Analyse zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Stromverbrauch und Wirtschaftlichkeit.
Haushalt | Stromverbrauch | wirtschaftliche Szenarien |
Haushalt 1 | 2.000 kWh | 25,9 % |
Haushalt 2 | 3.500 kWh | 37,0 % |
Haushalt 3 | 4.800 kWh | 53,7 % |
Haushalt 4 | 7.000 kWh | 68,5 % |
Mit steigendem Stromverbrauch nimmt also auch die Wahrscheinlichkeit zu, dass sich eine Photovoltaikanlage finanziell lohnt.
Warum ein hoher Stromverbrauch die Wirtschaftlichkeit verbessert
Der Grund liegt in der unterschiedlichen Bewertung von selbst genutztem und eingespeistem Strom.
Selbst genutzter Solarstrom ersetzt Strom aus dem Netz und spart den vollen Strompreis.
Eingespeister Strom wird dagegen nur mit der Einspeisevergütung vergütet.
Der Unterschied ist erheblich. In unseren Szenarien liegt der Strompreis je nach Annahme zwischen 24 und 36 Cent pro kWh, während die Einspeisevergütung nur rund 7 bis 8 Cent pro kWh beträgt.
Das bedeutet: Jede Kilowattstunde, die direkt im Haushalt verbraucht wird, ist deutlich mehr wert als eine eingespeiste Kilowattstunde.
Beispiele aus der Praxis
Ein Haushalt mit 2.000 kWh Stromverbrauch kann nur einen begrenzten Anteil des erzeugten Solarstroms selbst nutzen. Ein großer Teil der Produktion wird ins Netz eingespeist und bringt nur eine relativ geringe Vergütung.
Ganz anders sieht es bei einem Haushalt mit 7.000 kWh Stromverbrauch aus. Hier kann ein deutlich größerer Anteil des Solarstroms direkt im Haushalt genutzt werden – zum Beispiel für eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto.
Dadurch steigt die Wirtschaftlichkeit der Anlage deutlich.
Wärmepumpe und Elektroauto als zusätzliche Treiber
In unserer Analyse zeigen sich besonders gute Ergebnisse bei Haushalten mit zusätzlichem Stromverbrauch durch elektrische Technologien.
Dazu gehören zum Beispiel:
Elektroautos
Wärmepumpen
elektrische Warmwasserbereitung
Diese Anwendungen erhöhen nicht nur den Stromverbrauch insgesamt, sondern sorgen häufig auch dafür, dass Strom zu Zeiten mit hoher Solarproduktion genutzt wird. Dadurch steigt die Eigenverbrauchsquote.
Zwischenfazit
Der Stromverbrauch eines Haushalts gehört zu den wichtigsten Faktoren für die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage. Haushalte mit hohem Strombedarf können einen größeren Teil ihres Solarstroms selbst nutzen und profitieren dadurch stärker von einer PV-Anlage.
Im nächsten Abschnitt betrachten wir genauer, wie stark die Größe der Photovoltaikanlage die Wirtschaftlichkeit beeinflusst.
Einfluss der Anlagengröße
Neben dem Stromverbrauch spielt auch die Größe der Photovoltaikanlage eine wichtige Rolle für die Wirtschaftlichkeit. Eine größere Anlage produziert mehr Strom – gleichzeitig sinkt jedoch meist der Anteil des Stroms, der direkt im Haushalt genutzt werden kann.
Wenn der Stromverbrauch im Haushalt niedrig ist, steigt mit zunehmender Anlagengröße der Anteil des Stroms, der ins Netz eingespeist wird. Da eingespeister Strom nur mit der vergleichsweise niedrigen Einspeisevergütung vergütet wird, kann dies die Wirtschaftlichkeit verringern.
Unsere Analyse zeigt jedoch ein differenzierteres Bild.
Wirtschaftliche Szenarien nach Anlagengröße
Die folgende Tabelle zeigt, in wie vielen der 18 Szenarien pro Kombination aus Haushalt und Anlagengröße die Anlage innerhalb von 20 Jahren wirtschaftlich war.
Haushalt | 5 kWp | 10 kWp | 15 kWp |
Haushalt 1 – 2.000 kWh | 4 / 18 | 5 / 18 | 5 / 18 |
Haushalt 2 – 3.500 kWh | 6 / 18 | 7 / 18 | 7 / 18 |
Haushalt 3 – 4.800 kWh | 6 / 18 | 12 / 18 | 11 / 18 |
Haushalt 4 – 7.000 kWh | 7 / 18 | 15 / 18 | 15 / 18 |
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Wirtschaftlichkeit weniger von der absoluten Größe der Anlage abhängt als vom Verhältnis zwischen Stromproduktion und Stromverbrauch im Haushalt.
Kleine Haushalte profitieren nur begrenzt
Beim 2-Personen-Haushalt mit 2.000 kWh Verbrauch ist Photovoltaik vergleichsweise selten wirtschaftlich. Selbst größere Anlagen erreichen nur 5 von 18 wirtschaftlichen Szenarien.
Der Grund liegt im begrenzten Stromverbrauch: Ein großer Teil der Solarproduktion kann nicht direkt genutzt werden und wird deshalb ins Netz eingespeist.
Mittlere Haushalte profitieren bereits stärker
Beim 4-Personen-Haushalt mit etwa 3.500 kWh Stromverbrauch verbessert sich die Situation deutlich. Anlagen mit 10 oder 15 kWp sind hier in 7 von 18 Szenarien wirtschaftlich und schneiden damit etwas besser ab als kleinere Anlagen.
Hoher Stromverbrauch verändert das Bild deutlich
Bei Haushalten mit höherem Stromverbrauch werden größere Anlagen deutlich attraktiver.
Beim Haushalt mit Elektroauto (4.800 kWh) sind Anlagen mit 10 kWp bereits in zwei Dritteln der Szenarien wirtschaftlich. Die 15-kWp-Anlage liegt mit 11 von 18 Szenarien nur leicht darunter.
Beim Haushalt mit Elektroauto und Wärmepumpe (7.000 kWh) sind Anlagen mit 10 oder 15 kWp sogar in 15 von 18 Szenarien wirtschaftlich.
Warum größere Anlagen nicht automatisch riskanter sind
Viele Hausbesitzer gehen davon aus, dass kleinere Anlagen grundsätzlich wirtschaftlicher sind. Unsere Analyse zeigt jedoch, dass diese Annahme nicht immer stimmt.
Bei Haushalten mit höherem Stromverbrauch können größere Anlagen sogar deutlich robuster wirtschaftlich sein, weil ein größerer Teil des erzeugten Stroms direkt im Haushalt genutzt wird.
Entscheidend ist also weniger die absolute Größe der Anlage, sondern vor allem das Verhältnis zwischen Stromproduktion und Stromverbrauch im Haushalt.
Im nächsten Abschnitt schauen wir uns an, bei welchen Strompreisen Photovoltaik wirtschaftlich wird und wo die wichtigsten wirtschaftlichen Kipppunkte liegen.
Break-Even-Analyse: Wann wird Photovoltaik wirtschaftlich?
Neben Stromverbrauch, Anlagengröße und Investitionskosten spielt auch der Strompreis eine zentrale Rolle für die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage. Je höher der Strompreis ist, desto größer ist der finanzielle Vorteil von selbst erzeugtem Solarstrom.
Um diesen Zusammenhang besser zu verstehen, haben wir untersucht, bei welchem Strompreis eine PV-Anlage typischerweise wirtschaftlich wird. Dieser Punkt wird als Break-Even bezeichnet – also der Moment, in dem die Einnahmen und Einsparungen die Investitionskosten ausgleichen.
Strompreis als wirtschaftlicher Kipppunkt
Unsere Analyse zeigt, dass der Strompreis ein wichtiger, aber nicht allein entscheidender Faktor ist.
Strompreis | wirtschaftliche Szenarien |
24 Cent/kWh | 37,5 % |
30 Cent/kWh | 44,4 % |
36 Cent/kWh | 56,9 % |
Je höher der Strompreis ist, desto häufiger wird eine Photovoltaikanlage wirtschaftlich. Der Grund liegt darin, dass selbst verbrauchter Solarstrom teuren Netzstrom ersetzt.
Unterschiedliche Break-Even-Punkte je Haushalt
Der Strompreis, bei dem eine Anlage wirtschaftlich wird, hängt stark vom Stromverbrauch im Haushalt ab.
Haushalt | typischer Break-Even-Strompreis |
Haushalt 1 – 2.000 kWh | etwa 35 Cent/kWh |
Haushalt 2 – 3.500 kWh | etwa 30 Cent/kWh |
Haushalt 3 – 4.800 kWh | etwa 26 Cent/kWh |
Haushalt 4 – 7.000 kWh | etwa 23 Cent/kWh |
Der Zusammenhang ist klar: Je höher der Stromverbrauch, desto früher erreicht eine Photovoltaikanlage den Break-Even.
Der Grund liegt darin, dass Haushalte mit hohem Stromverbrauch einen größeren Anteil ihres Solarstroms selbst nutzen können.
Warum Eigenverbrauch entscheidend ist
Der wirtschaftliche Vorteil entsteht vor allem durch den Unterschied zwischen Strompreis und Einspeisevergütung.
Strompreis: 24–36 Cent pro kWh
Einspeisevergütung: rund 7–8 Cent pro kWh
Das bedeutet: Jede Kilowattstunde, die im Haushalt selbst genutzt wird, spart deutlich mehr Geld als eine eingespeiste Kilowattstunde einbringt.
Deshalb erreichen Haushalte mit Elektroauto oder Wärmepumpe den Break-Even meist deutlich schneller.
Einordnung der Ergebnisse
Die Break-Even-Analyse zeigt, dass der Strompreis zwar eine wichtige Rolle spielt, aber nicht der einzige entscheidende Faktor ist.
Auch bei niedrigen Strompreisen kann Photovoltaik wirtschaftlich sein, wenn:
der Stromverbrauch im Haushalt hoch ist
ein großer Teil des Solarstroms selbst genutzt wird
die Investitionskosten der Anlage moderat sind
Umgekehrt kann eine sehr teure Anlage selbst bei hohen Strompreisen wirtschaftlich schwierig bleiben.
Im nächsten Abschnitt betrachten wir deshalb genauer, wie stark der Eigenverbrauch die Wirtschaftlichkeit beeinflusst.
Einfluss des Eigenverbrauchs
Neben Stromverbrauch und Anlagenkosten gehört der Eigenverbrauch zu den wichtigsten Faktoren für die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage.
Der Eigenverbrauch beschreibt den Anteil des erzeugten Solarstroms, der direkt im Haushalt genutzt wird. Dieser Strom ersetzt Strom aus dem Netz und spart damit den vollen Strompreis.
In unserer Analyse unterscheiden wir deshalb zwei Szenarien:
niedriger Eigenverbrauch
hoher Eigenverbrauch (um 10 Prozent höher)
Die Ergebnisse zeigen einen klaren Effekt.
Eigenverbrauch | wirtschaftliche Szenarien |
niedrig | 39,8 % |
hoch (um 10 Prozent höher) | 52,8 % |
Ein höherer Eigenverbrauch erhöht also deutlich die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine PV-Anlage finanziell lohnt.
Warum Eigenverbrauch so wichtig ist
Der Grund liegt im großen Unterschied zwischen Strompreis und Einspeisevergütung.
Stromart | Wert |
selbst genutzter Solarstrom | 24–36 Cent pro kWh |
eingespeister Strom | ca. 7–8 Cent pro kWh |
Das bedeutet: Eine Kilowattstunde, die direkt im Haushalt genutzt wird, ist mehr als drei- bis viermal so viel wert wie eine eingespeiste Kilowattstunde.
Je mehr Solarstrom ein Haushalt selbst nutzt, desto stärker profitiert er finanziell von der Photovoltaikanlage.
Wie Haushalte ihren Eigenverbrauch erhöhen können
In der Praxis gibt es mehrere Möglichkeiten, den Eigenverbrauch zu steigern.
Dazu gehören zum Beispiel:
Elektroauto tagsüber laden
Wärmepumpe oder Warmwasserbereitung mit Solarstrom betreiben
Haushaltsgeräte gezielt bei Sonnenschein nutzen
Batteriespeicher einsetzen
Besonders Haushalte mit Elektroauto oder Wärmepumpe können einen großen Teil ihres Solarstroms selbst nutzen.
Eigenverbrauch ist wichtig – aber nicht alles
Trotz seines großen Einflusses zeigt unsere Analyse auch: Eigenverbrauch allein entscheidet nicht über die Wirtschaftlichkeit.
Selbst bei hohem Eigenverbrauch kann eine Anlage wirtschaftlich schwierig sein, wenn:
die Investitionskosten sehr hoch sind
der Stromverbrauch im Haushalt niedrig ist
der Strompreis relativ niedrig bleibt
Umgekehrt können Anlagen bei moderaten Kosten auch bei mittlerem Eigenverbrauch wirtschaftlich sein.
Im nächsten Abschnitt betrachten wir deshalb, wie robust die Wirtschaftlichkeit unter unterschiedlichen Annahmen bleibt.
Robustheitsanalyse: Wie stabil ist die Wirtschaftlichkeit?
Ein einzelnes Szenario kann schnell ein verzerrtes Bild liefern. Deshalb haben wir zusätzlich untersucht, wie robust die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage unter unterschiedlichen Annahmen bleibt.
Dabei geht es um die Frage:
Wie häufig bleibt eine Anlage wirtschaftlich, wenn sich Strompreis, Eigenverbrauch oder Anlagenkosten ändern?
Für jede Kombination aus Haushalt und Anlagengröße haben wir 18 unterschiedliche Szenarien betrachtet. Je mehr dieser Szenarien wirtschaftlich sind, desto robuster ist die Wirtschaftlichkeit der Anlage.
Robustheit nach Haushalt und Anlagengröße
Die folgende Tabelle zeigt, in wie vielen der 18 Szenarien die jeweilige Anlage wirtschaftlich war.
Haushalt | 5 kWp | 10 kWp | 15 kWp |
Haushalt 1 – 2.000 kWh | 4 / 18 | 5 / 18 | 5 / 18 |
Haushalt 2 – 3.500 kWh | 6 / 18 | 7 / 18 | 7 / 18 |
Haushalt 3 – 4.800 kWh | 6 / 18 | 12 / 18 | 11 / 18 |
Haushalt 4 – 7.000 kWh | 7 / 18 | 15 / 18 | 15 / 18 |
Diese Ergebnisse zeigen deutlich, wie stark der Stromverbrauch die Robustheit beeinflusst.
Kleine Haushalte bleiben anfälliger
Beim 2-Personen-Haushalt mit 2.000 kWh Stromverbrauch ist Photovoltaik vergleichsweise selten wirtschaftlich. Selbst unter günstigen Bedingungen sind nur 4 bis 5 von 18 Szenarien wirtschaftlich.
Das bedeutet: In diesem Fall hängt die Wirtschaftlichkeit stark von günstigen Anlagenkosten und einem hohen Eigenverbrauch ab.
Mittlere Haushalte bewegen sich im Grenzbereich
Beim 4-Personen-Haushalt mit etwa 3.500 kWh Stromverbrauch liegt die Wirtschaftlichkeit im mittleren Bereich. Anlagen sind hier in 6 bis 7 von 18 Szenarien wirtschaftlich.
Das bedeutet: Photovoltaik kann sich hier durchaus lohnen, ist aber stärker von den Rahmenbedingungen abhängig.
Hoher Stromverbrauch macht Photovoltaik deutlich robuster
Bei Haushalten mit höherem Stromverbrauch verbessert sich die Situation deutlich.
Beim Haushalt mit Elektroauto (4.800 kWh) sind Anlagen mit 10 kWp in 12 von 18 Szenarien wirtschaftlich.
Beim Haushalt mit Elektroauto und Wärmepumpe (7.000 kWh) sind Anlagen mit 10 oder 15 kWp sogar in 15 von 18 Szenarien wirtschaftlich.
In diesen Fällen bleibt Photovoltaik also auch dann wirtschaftlich, wenn einzelne Annahmen – etwa Strompreis oder Eigenverbrauch – ungünstiger ausfallen.
Interpretation der Ergebnisse
Die Robustheitsanalyse zeigt ein klares Muster:
Je höher der Stromverbrauch, desto stabiler wird die Wirtschaftlichkeit.
Größere Anlagen werden bei hohem Verbrauch besonders attraktiv.
Kleine Haushalte sind stärker von günstigen Rahmenbedingungen abhängig.
Das bedeutet: Photovoltaik wird besonders interessant für Haushalte mit hohem Stromverbrauch – etwa durch Elektroautos oder Wärmepumpen.
Im nächsten Abschnitt fassen wir die Ergebnisse zusammen und zeigen, für welche Haushalte sich Photovoltaik besonders häufig lohnt.
Entscheidungshilfe: Für welche Haushalte lohnt sich Photovoltaik besonders?
Die Analyse von 216 Szenarien zeigt deutlich: Ob sich eine Photovoltaikanlage lohnt, hängt stark von der individuellen Situation eines Haushalts ab. Besonders entscheidend sind dabei der Stromverbrauch, die Eigenverbrauchsquote und die Investitionskosten der Anlage.

Aus den Ergebnissen lassen sich jedoch einige typische Muster ableiten, die als Orientierung dienen können.
Haushalt mit etwa 2.000 kWh Stromverbrauch
Typisch:
1–2 Personen
keine Wärmepumpe
kein Elektroauto
In unserer Analyse waren nur 4 bis 5 von 18 Szenarien wirtschaftlich. Das bedeutet: Photovoltaik ist für sehr kleine Haushalte finanziell deutlich schwieriger.
Der Grund ist der geringe Stromverbrauch. Ein großer Teil des erzeugten Solarstroms kann nicht direkt genutzt werden und wird ins Netz eingespeist.
Da die Einspeisevergütung deutlich unter dem Strompreis liegt, fällt der finanzielle Vorteil geringer aus.
Wann sich PV trotzdem lohnen kann:
sehr günstige Anlagenpreise
hoher Eigenverbrauch
höhere Strompreise
Haushalt mit etwa 3.500 kWh Stromverbrauch
Typisch:
Familie mit 3–4 Personen
kein Elektroauto
keine Wärmepumpe
In unserer Analyse waren hier 6 bis 7 von 18 Szenarien wirtschaftlich.
Das bedeutet: Photovoltaik kann sich für diesen Haushaltstyp durchaus lohnen, ist aber stärker von den Rahmenbedingungen abhängig.
Besonders wichtig sind in diesem Fall:
moderate Anlagenkosten
ein möglichst hoher Eigenverbrauch
Haushalt mit etwa 4.800 kWh Stromverbrauch (z. B. mit Elektroauto)
Typisch:
Familie mit Elektroauto
höherer Strombedarf
In diesem Fall waren 11 bis 12 von 18 Szenarien wirtschaftlich. Die Wirtschaftlichkeit wird also deutlich robuster.
Der zusätzliche Stromverbrauch durch das Elektroauto sorgt dafür, dass ein größerer Teil des Solarstroms direkt im Haushalt genutzt werden kann.
Dadurch steigt die Einsparung beim Strombezug deutlich.
Haushalt mit etwa 7.000 kWh Stromverbrauch (E-Auto + Wärmepumpe)
Typisch:
Familie mit Elektroauto
Wärmepumpe
hoher Strombedarf
Dieser Haushaltstyp profitiert in unserer Analyse am stärksten von Photovoltaik.
Hier waren 15 von 18 Szenarien wirtschaftlich. Photovoltaik ist in diesem Fall also sehr häufig rentabel.
Der Grund ist der hohe Stromverbrauch: Ein großer Teil des erzeugten Solarstroms kann direkt genutzt werden.
Eine einfache Faustregel
Aus der Analyse lässt sich eine einfache Regel ableiten:
Je höher der Stromverbrauch im Haushalt, desto wahrscheinlicher wird eine Photovoltaikanlage wirtschaftlich.
Besonders attraktiv wird Photovoltaik für Haushalte mit:
Elektroauto
Wärmepumpe
generell hohem Stromverbrauch
Einschränkungen der Analyse
Auch wenn unsere Analyse auf 216 Szenarien basiert, handelt es sich dennoch um eine vereinfachte Modellrechnung. Die Ergebnisse sollten deshalb nicht als exakte Prognose für einzelne Haushalte verstanden werden.
Die Ergebnisse zeigen Muster – keine Wahrscheinlichkeiten
Wichtig ist vor allem: Die angegebenen Werte sind keine realen Wahrscheinlichkeiten.
Wenn beispielsweise in unserer Analyse 46 % der Szenarien wirtschaftlich sind, bedeutet das nicht, dass sich Photovoltaik nur in 46 % aller realen Fälle lohnt.
Die Szenarien basieren auf bestimmten Annahmen zu Strompreisen, Eigenverbrauch und Anlagenkosten. Sie dienen vor allem dazu, typische Muster und Einflussfaktoren sichtbar zu machen.
Die Analyse zeigt also vor allem:
welche Faktoren die Wirtschaftlichkeit besonders stark beeinflussen
unter welchen Bedingungen Photovoltaik besonders attraktiv wird
Individuelle Rahmenbedingungen können stark abweichen
In der Praxis können die Ergebnisse deutlich von den hier berechneten Szenarien abweichen. Gründe dafür sind unter anderem:
Dachausrichtung und Verschattung
regionale Unterschiede bei den Anlagenkosten
tatsächliche Eigenverbrauchsprofile im Haushalt
individuelle Strompreise und Tarife
zukünftige Veränderungen des Stromverbrauchs
Auch Faktoren wie dynamische Stromtarife, intelligente Steuerung von Verbrauchern oder zukünftige Elektroautos können die Wirtschaftlichkeit einer Anlage deutlich verändern.
Die Analyse soll Orientierung geben
Das Ziel dieser Untersuchung ist daher nicht, eine endgültige Antwort für jeden Haushalt zu liefern. Stattdessen soll sie zeigen, unter welchen Bedingungen Photovoltaik besonders häufig wirtschaftlich wird.
Für eine konkrete Entscheidung lohnt sich immer eine individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung, die die tatsächlichen Gegebenheiten eines Hauses berücksichtigt.
Fazit: Wann lohnt sich Photovoltaik wirklich?
Unsere Analyse von 216 Szenarien zeigt ein klares Bild: Photovoltaik kann sich finanziell lohnen – aber nicht unter allen Bedingungen. Entscheidend ist vor allem das Zusammenspiel mehrerer Faktoren.
Die wichtigsten Treiber der Wirtschaftlichkeit sind:
Stromverbrauch im Haushalt
Eigenverbrauch des erzeugten Solarstroms
Investitionskosten der Anlage
Strompreisniveau
Besonders deutlich wird der Einfluss des Stromverbrauchs. Während beim 2-Personen-Haushalt mit 2.000 kWh Jahresverbrauch nur wenige Szenarien wirtschaftlich sind, steigt die Wirtschaftlichkeit bei höherem Strombedarf deutlich an. Beim Haushalt mit Elektroauto und Wärmepumpe (7.000 kWh) sind Photovoltaikanlagen in unserer Analyse in 15 von 18 Szenarien wirtschaftlich.
Auch die Kosten der Anlage spielen eine zentrale Rolle. Bei günstigen Anlagenpreisen waren in unserer Analyse fast alle Szenarien wirtschaftlich. Steigen die Investitionskosten stark an, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer positiven Rendite deutlich.
Ein weiterer wichtiger Hebel ist der Eigenverbrauch. Je mehr Solarstrom direkt im Haushalt genutzt wird, desto stärker profitiert man von den Einsparungen beim Strombezug aus dem Netz.
Die wichtigste Erkenntnis
Die zentrale Erkenntnis unserer Analyse lautet daher:
Photovoltaik lohnt sich besonders dann, wenn ein Haushalt einen großen Teil seines Solarstroms selbst nutzen kann.
Das ist vor allem bei Haushalten mit hohem Stromverbrauch, etwa durch Elektroautos oder Wärmepumpen, häufig der Fall.
Was Hausbesitzer daraus mitnehmen können
Wer über eine Photovoltaikanlage nachdenkt, sollte vor allem drei Punkte im Blick behalten:
Angebote vergleichen: Die Investitionskosten haben den größten Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit.
Anlagengröße zum Stromverbrauch passend planen: Entscheidend ist das Verhältnis zwischen Stromproduktion und Eigenverbrauch.
Eigenverbrauch möglichst erhöhen: Zum Beispiel durch Elektroautos, Wärmepumpen oder intelligente Steuerung von Haushaltsgeräten.
Photovoltaik ist also keine einfache Ja-oder-Nein-Frage. Unter den richtigen Bedingungen kann sie jedoch eine sehr attraktive Investition sein – sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich.
Häufige Fragen zur Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik
Rund um die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik tauchen immer wieder die gleichen Fragen auf. Die wichtigsten davon beantworten wir hier – auf Basis unserer 216 Szenarien.
1) Lohnt sich Photovoltaik für einen 2-Personen-Haushalt?
Ein Haushalt mit etwa 2.000 kWh Stromverbrauch hat im Vergleich zu größeren Haushalten eine geringere Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Photovoltaikanlage finanziell lohnt.
In unserer Analyse waren nur 4 bis 5 von 18 Szenarien wirtschaftlich. Der Grund ist der relativ geringe Stromverbrauch: Ein großer Teil des erzeugten Solarstroms kann nicht direkt im Haushalt genutzt werden und wird ins Netz eingespeist.
Trotzdem kann sich eine Anlage auch in diesem Fall lohnen – vor allem wenn:
die Anlage vergleichsweise günstig installiert werden kann
der Eigenverbrauch hoch ist
der Strompreis steigt
2) Ab wie viel kWh Stromverbrauch lohnt sich Photovoltaik?
Eine feste Grenze gibt es nicht. Unsere Analyse zeigt jedoch einen klaren Trend: Mit steigendem Stromverbrauch steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich Photovoltaik lohnt.
In unserer Modellrechnung ergaben sich folgende Ergebnisse:
Stromverbrauch | wirtschaftliche Szenarien |
2.000 kWh | 25,9 % |
3.500 kWh | 37,0 % |
4.800 kWh | 53,7 % |
7.000 kWh | 68,5 % |
Besonders attraktiv wird Photovoltaik daher häufig ab etwa 4.000–5.000 kWh Jahresverbrauch.
3) Lohnt sich eine PV-Anlage bei 2.000 kWh Stromverbrauch?
Ja, aber unter bestimmten Bedingungen.
Bei einem Stromverbrauch von 2.000 kWh pro Jahr ist Photovoltaik wirtschaftlich anspruchsvoller, weil der Eigenverbrauch relativ niedrig ist.
Die Anlage kann sich dennoch lohnen, wenn:
die Investitionskosten niedrig sind
ein Batteriespeicher den Eigenverbrauch erhöht
zusätzliche Verbraucher wie ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe geplant sind
4) Ab welchem Stromverbrauch lohnt sich eine Solaranlage besonders?
Besonders attraktiv wird Photovoltaik für Haushalte mit hohem Stromverbrauch, weil ein größerer Teil des Solarstroms direkt genutzt werden kann.
Typische Beispiele sind Haushalte mit:
Elektroauto
Wärmepumpe
elektrischer Warmwasserbereitung
In unserer Analyse waren Anlagen beim Haushalt mit 7.000 kWh Stromverbrauch in 15 von 18 Szenarien wirtschaftlich.
4) Wie stark beeinflussen die Kosten der Anlage die Wirtschaftlichkeit?
Die Investitionskosten gehören zu den wichtigsten Faktoren überhaupt.
In unserer Analyse waren:
94,4 % der Szenarien wirtschaftlich, wenn die Anlage günstig war
nur 11,1 % wirtschaftlich, wenn die Anlage sehr teuer war
Das zeigt: Angebote vergleichen lohnt sich.
5) Wie lange dauert es, bis sich eine Photovoltaikanlage amortisiert?
Die Amortisationszeit hängt stark von mehreren Faktoren ab:
Investitionskosten der Anlage
Strompreis
Eigenverbrauch
Stromverbrauch im Haushalt
In vielen Fällen liegt die Amortisationszeit bei 10 bis 18 Jahren.
In unserer Analyse zeigte sich, dass Photovoltaikanlagen besonders schnell amortisieren, wenn:
der Stromverbrauch hoch ist
ein großer Teil des Solarstroms selbst genutzt wird
die Anlage zu moderaten Kosten installiert wird
Bei sehr hohen Investitionskosten oder niedrigem Stromverbrauch kann die Amortisationszeit dagegen deutlich länger sein.
6) Lohnt sich eine größere Photovoltaikanlage?
Viele Hausbesitzer gehen davon aus, dass eine kleinere Anlage automatisch wirtschaftlicher ist. Unsere Analyse zeigt jedoch, dass das nicht immer stimmt.
Bei Haushalten mit hohem Stromverbrauch – etwa durch Elektroautos oder Wärmepumpen – können größere Anlagen sogar deutlich wirtschaftlicher sein.
Der Grund: Ein großer Teil des erzeugten Solarstroms kann direkt im Haushalt genutzt werden.
Entscheidend ist daher nicht nur die Größe der Anlage, sondern vor allem das Verhältnis zwischen Stromproduktion und Stromverbrauch.
7) Sollte man seine PV-Anlage eher größer oder kleiner planen?
Viele Installateure empfehlen heute, das Dach möglichst vollständig zu belegen. Dafür gibt es zwei Gründe:
Größere Anlagen sind pro kWp oft günstiger.
Zusätzlicher Strom kann später z. B. für Elektroautos oder Wärmepumpen genutzt werden.
Unsere Analyse zeigt allerdings auch, dass sehr große Anlagen bei Haushalten mit geringem Stromverbrauch wirtschaftlich schwieriger sein können.
Die beste Lösung ist daher meist eine Anlage, die zum aktuellen und zukünftigen Stromverbrauch des Haushalts passt.















Interessanter Beitrag allerdings hinkt er in der finalen Aussage ziemlich.
Man sollte eine PV-Anlage schon auch an den Bedarf anpassen. Wenn also ein 2- Personenhaushalt nur 2.000 kWh verbraucht, ist ein 10 kW Speicher mit 10 kWp Anlage deutlich überdimensioniert - zumindest wirtschaftlich.
Das ist ein wenig so, als würde ich einem zwei Personenhaushalt einen 7 Sitzer riesen SUV empfehlen, um zweimal pro Woche zwei Kilometer zum Einkaufsladen zu fahren. Kann man machen, ist vielleicht bequem, ist aber wirtschaftlich Blödsinn.
Ob es sich lohnt oder nicht, kann man selber mit den diversen online Rechner nachrechnen. Zum Beispiel auf www.pv-berechnung.de.
Da kann man dann seine realen Verbraucher erfassen und eine ziemlich reale Berechnung für die eigene Situation durchführen. Habe ich auch gerade mal für Euren 2-Personenhaushalt gemacht. Mit einer…