Ist eine Wärmepumpe ohne Photovoltaik sinnvoll?
- Benjamin Fritz

- vor 6 Tagen
- 9 Min. Lesezeit
Ist eine Wärmepumpe ohne Photovoltaik sinnvoll? Erfahre, wann sich der Betrieb einer Wärmepumpe auch ohne PV lohnt, welche Kosten entstehen und worauf es ankommt.
Die Wärmepumpe zählt zu den effizientesten und klimafreundlichsten Heizsystemen unserer Zeit. Sie nutzt Umweltwärme und benötigt dafür lediglich Strom – weshalb sie häufig direkt mit einer Photovoltaikanlage in Verbindung gebracht wird. Doch nicht jedes Budget erlaubt eine Komplettlösung.
Daher stellt sich für viele Hausbesitzer eine zentrale Frage: Ist eine Wärmepumpe auch ohne Photovoltaik eine sinnvolle und wirtschaftliche Lösung?
In diesem Beitrag betrachten wir die Wärmepumpe bewusst ohne PV-Anlage. Wir ordnen ein, wann sie auch allein überzeugt, wo ihre Grenzen liegen und für welche Rahmenbedingungen diese Lösung langfristig sinnvoll ist.
Grundsätzliches: Wie wirtschaftlich ist eine Wärmepumpe ohne PV?
Auch ohne Photovoltaikanlage gehört die Wärmepumpe zu den effizientesten Heizsystemen am Markt. Ihre Wirtschaftlichkeit hängt jedoch deutlich stärker von den Rahmenbedingungen ab, da der gesamte Strombedarf aus dem öffentlichen Netz gedeckt werden muss.
Effizienz als entscheidender Faktor
Zentral für die Betriebskosten ist die Jahresarbeitszahl (JAZ). Sie beschreibt, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt. Je höher die JAZ, desto geringer sind die laufenden Stromkosten.
Hohe Effizienz wird vor allem erreicht durch:
gut gedämmte Gebäude,
niedrige Vorlauftemperaturen,
Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizung,
eine fachgerechte Planung und Auslegung der Anlage.
Unter günstigen Bedingungen kann eine Wärmepumpe auch ohne PV wirtschaftlich betrieben werden, da sie im Vergleich zu fossilen Heizsystemen deutlich weniger Endenergie benötigt.
Stromkosten bestimmen die Wirtschaftlichkeit
Ohne Eigenstromnutzung ist die Wärmepumpe vollständig von den Strompreisen abhängig. Typische Stromverbräuche liegen – je nach Gebäude – bei mehreren tausend Kilowattstunden pro Jahr. Steigende Strompreise wirken sich daher direkt auf die laufenden Heizkosten aus.
Zwar existieren spezielle Wärmepumpen-Stromtarife, diese reduzieren die Kosten jedoch nur begrenzt und unterliegen ebenfalls Marktschwankungen. Im Gegensatz zur Kombination mit Photovoltaik fehlt ohne PV ein zentraler Hebel zur langfristigen Kostenstabilisierung.
Ökologisch sinnvoll, wirtschaftlich stärker abhängig
Auch ohne Photovoltaik arbeitet eine Wärmepumpe deutlich klimafreundlicher als Gas- oder Ölheizungen, da der Strommix zunehmend erneuerbar wird.
Wirtschaftlich bleibt sie jedoch stärker von externen Faktoren abhängig als Systeme mit Eigenstromerzeugung.
Entscheidend ist daher: Eine Wärmepumpe ohne Photovoltaik kann wirtschaftlich sein – muss es aber nicht. Ob sie sich rechnet, hängt maßgeblich von Gebäudequalität, Effizienz der Anlage und der langfristigen Entwicklung der Strompreise ab.
Kostenvergleich: Wärmepumpe ohne Photovoltaik vs. mit Photovoltaik
Ob sich eine Wärmepumpe wirtschaftlich lohnt, entscheidet sich weniger an der Technik selbst als an den laufenden Energiekosten über die gesamte Nutzungsdauer. Der zentrale Unterschied zwischen einer Wärmepumpe ohne und mit Photovoltaik liegt dabei in der Stromversorgung.
Betriebskosten ohne Photovoltaik
Wird die Wärmepumpe ausschließlich mit Netzstrom betrieben, fallen die Heizkosten vollständig als Stromkosten an. Je nach Gebäude und Effizienz der Anlage liegt der jährliche Strombedarf typischerweise zwischen 5.000 und 7.000 kWh.
Die jährlichen Kosten werden dabei bestimmt durch:
den Strompreis (Haushalts- oder Wärmepumpentarif),
den tatsächlichen Heizbedarf,
die erreichte Jahresarbeitszahl.
Ohne Photovoltaik gibt es keinen Ausgleich gegen steigende Strompreise. Die Betriebskosten bleiben somit langfristig schwer kalkulierbar und unterliegen Marktentwicklungen.
Betriebskosten mit Photovoltaik: Einordnung
In Kombination mit einer Photovoltaikanlage kann ein Teil des Strombedarfs der Wärmepumpe durch selbst erzeugten Strom gedeckt werden. Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde reduziert den teuren Netzstrombezug und senkt die laufenden Kosten.
Entscheidend ist dabei nicht die installierte PV-Leistung allein, sondern der Eigenstromanteil. Je höher dieser ausfällt, desto größer ist der wirtschaftliche Vorteil gegenüber dem reinen Netzstrombetrieb. Ein Stromspeicher kann den Eigenverbrauch erhöhen, löst jedoch nicht die saisonalen Unterschiede zwischen Sommer und Winter vollständig.
Investition vs. laufende Kosten
Ohne Photovoltaik ist die Anfangsinvestition deutlich geringer. Dafür bleiben die laufenden Kosten höher. Mit Photovoltaik steigen die Investitionskosten, im Gegenzug sinken die jährlichen Energiekosten und die Abhängigkeit vom Strommarkt.
Tipp: Vergleiche unbedingt Angebote für deine Wärmepumpe. Je nach Region können die Kosten um mehr als 50 Prozent variieren. Über das Portal Heizungsfinder erhältst du ganz einfach und unkompliziert verschiedene Angebote von Wärmepumpen-Fachbetrieben aus deiner Region.
Hier ein beispielhafter Verlauf:

Der wirtschaftliche Unterschied zeigt sich daher vor allem langfristig:
Ohne PV (blaue Linie): geringere Anfangskosten, höhere und unsichere Betriebskosten
Mit PV (orangene Linie): höhere Investition, niedrigere und stabilere laufende Kosten
Welche Variante wirtschaftlich sinnvoller ist, hängt letztlich von Nutzungsprofil, Strompreisentwicklung, Eigenverbrauchspotenzial und dem verfügbaren Budget ab.
Das Winterdilemma: Ohne Photovoltaik kein Problem – aber auch kein Hebel
Ein zentraler Punkt bei der Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik ist die saisonale Diskrepanz zwischen Strombedarf und Solarstromerzeugung. Genau dann, wenn die Wärmepumpe am meisten leisten muss, liefert die PV-Anlage am wenigsten.
Warum der Strombedarf im Winter steigt
In der Heizperiode steigt der Wärmebedarf des Gebäudes deutlich. Gleichzeitig arbeiten viele Wärmepumpen bei niedrigen Außentemperaturen weniger effizient als in der Übergangszeit. Das führt dazu, dass der Stromverbrauch im Winter überproportional zunimmt – insbesondere bei Luft-Wasser-Wärmepumpen und bei höheren Vorlauftemperaturen.
Warum PV im Winter weniger hilft
Photovoltaik produziert im Winter deutlich weniger Strom: kürzere Tage, flachere Sonnenstände und häufiger bedeckter Himmel reduzieren den Ertrag. Selbst gut dimensionierte Anlagen können den Winterstrombedarf der Wärmepumpe daher nur begrenzt abdecken. Ein Speicher verschiebt Strom vom Tag in die Abendstunden und ggf. in die Nacht, kann aber keine saisonalen Defizite ausgleichen.
Diesen Zusammenhang belegt folgendes Schaubild.

Das Schaubild verdeutlicht die starke saisonale Entkopplung von Stromerzeugung und -verbrauch: Während die Photovoltaik im Sommer hohe Überschüsse produziert, ist der Strombedarf von Haushalt, Wärmepumpe und E-Auto im Winter am größten.
Gerade in den kalten Monaten fällt die Eigenverbrauchsmenge trotz Wärmepumpe vergleichsweise gering aus, sodass ein erheblicher Anteil des Strombedarfs aus dem Netz gedeckt werden muss. Überschüsse entstehen hingegen vor allem dann, wenn der Wärmebedarf niedrig ist und die PV-Anlage ihre höchste Leistung erreicht.
Was das für Wärmepumpen ohne PV bedeutet
Das sogenannte Winterdilemma beschreibt vor allem eine zentrale Einschränkung der Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe: In der Heizperiode, wenn die Wärmepumpe den meisten Strom benötigt, liefert die PV-Anlage nur einen vergleichsweise kleinen Anteil der benötigten Energie. Selbst große Anlagen mit Speicher können den hohen Winterstrombedarf nur begrenzt abdecken.
Für Wärmepumpen ohne Photovoltaik bedeutet das: Der fehlende PV-Strom ist im Winter weniger nachteilig, als es auf den ersten Blick erscheint. Da der überwiegende Teil des Heizstroms ohnehin aus dem Netz stammt, unterscheidet sich der Winterbetrieb einer Wärmepumpe mit und ohne PV oft nur marginal.
Der wirtschaftliche Mehrwert der Photovoltaik entsteht daher vor allem in den Sommer- und Übergangsmonaten – nicht im Kern der Heizsaison. Das Winterdilemma zeigt somit, dass eine Wärmepumpe auch ohne PV technisch sinnvoll betrieben werden kann, während die PV primär als langfristiger Kosten- und Stabilitätsfaktor über das gesamte Jahr wirkt.
Wann ist eine Wärmepumpe ohne Photovoltaik sinnvoll?
Auch ohne Photovoltaikanlage kann eine Wärmepumpe eine sinnvolle und wirtschaftlich vertretbare Heizlösung sein. Entscheidend ist dabei nicht die maximale Eigenstromnutzung, sondern die Frage, wie stark die Wärmepumpe überhaupt vom selbst erzeugten Strom profitieren kann.
a) Effiziente Gebäude mit moderatem Strombedarf
Besonders sinnvoll ist eine Wärmepumpe ohne Photovoltaik in gut gedämmten Gebäuden mit niedrigem Wärmebedarf. In diesen Fällen bleibt der jährliche Stromverbrauch der Wärmepumpe überschaubar, sodass die laufenden Kosten auch ohne Eigenstromnutzung gut kalkulierbar sind.
Typische Beispiele sind:
Neubauten mit hohem energetischem Standard,
sanierte Bestandsgebäude mit niedrigen Vorlauftemperaturen,
Häuser mit Flächenheizungen und optimierter Heizlast.
b) Begrenztes Budget
Eine Wärmepumpe ohne PV erfordert eine deutlich geringere Anfangsinvestition.
Das kann sinnvoll sein, wenn:
das Budget auf den Heizungstausch begrenzt ist,
Fördermittel gezielt für die Wärmepumpe eingesetzt werden sollen,
zusätzliche Investitionen in PV und Speicher aktuell nicht im Vordergrund stehen.
Gerade vor dem Hintergrund, dass der PV-Strom im Winter nur einen kleinen Teil des Wärmepumpenstroms ersetzt, kann eine klare Priorisierung auf eine effizient ausgelegte Wärmepumpe wirtschaftlich sinnvoll sein.
PV als sinnvolle, ergänzende Option, nicht als Voraussetzung
Photovoltaik ist kein zwingender Bestandteil einer funktionierenden Wärmepumpenlösung, sondern eine ergänzende Technologie, die ihren größten wirtschaftlichen Nutzen über das gesamte Jahr hinweg entfaltet – vor allem in den Sommer- und Übergangsmonaten und für den Haushaltsstrom.
Eine Wärmepumpe ohne Photovoltaik ist daher kein Kompromiss, sondern in vielen Fällen eine bewusst sachliche Entscheidung, wenn Effizienz, Investitionshöhe und Gebäudestandard im Vordergrund stehen.
Wann ist eine Wärmepumpe ohne Photovoltaik eher nicht sinnvoll?
Auch wenn eine Wärmepumpe ohne Photovoltaik technisch problemlos funktioniert, gibt es Situationen, in denen auf den Einsatz von PV verzichtet wird, obwohl sie wirtschaftlich deutlich sinnvoller wäre. Entscheidend ist dabei weniger der Winterbetrieb der Wärmepumpe, sondern das Gesamtsystem aus Stromverbrauch und Nutzung über das Jahr.
a) Hoher Strombedarf über das gesamte Jahr
In Haushalten mit hohem allgemeinem Stromverbrauch – etwa durch Homeoffice, Klimageräte oder andere elektrische Verbraucher – bleibt ohne Photovoltaik ein großes Einsparpotenzial ungenutzt. Die PV-Anlage würde hier nicht primär die Wärmepumpe im Winter versorgen, sondern vor allem den Haushaltsstrom in den Sommer- und Übergangsmonaten deutlich günstiger machen.
Ohne PV wird dieser Strom ganzjährig aus dem Netz bezogen, obwohl er technisch gut durch Eigenstrom ersetzt werden könnte.
b) Zusätzliche Verbraucher wie Elektroautos
Ein Elektroauto verändert die wirtschaftliche Bewertung deutlich. Während die Wärmepumpe im Winter nur begrenzt von PV-Strom profitiert, kann ein Elektroauto vor allem im Sommer sehr gut mit selbst erzeugtem Strom geladen werden. In solchen Fällen erhöht sich der Eigenverbrauch erheblich – und damit auch der wirtschaftliche Nutzen der Photovoltaik.
Wer ein Elektroauto besitzt oder plant, verzichtet mit einer Wärmepumpe ohne PV häufig auf einen zentralen Kostenvorteil.
c) Langfristige Absicherung gegen Strompreisrisiken
Ohne Photovoltaik bleibt die Wärmepumpe vollständig vom Strommarkt abhängig. Zwar betrifft das den Winterbetrieb mit und ohne PV ähnlich stark, doch über das Jahr betrachtet kann eine PV-Anlage die Stromkosten spürbar stabilisieren.
Steigende Strompreise wirken sich dann weniger stark auf die Gesamtkosten aus.
Gerade bei langen Nutzungszeiträumen von 15 bis 20 Jahren kann diese fehlende Absicherung gegen Preissteigerungen ein entscheidender Nachteil sein.
d) Wirtschaftlich verschenktes Potenzial
Eine Wärmepumpe ohne Photovoltaik ist vor allem dann kritisch zu bewerten, wenn:
ausreichend Dachfläche für eine PV-Anlage vorhanden ist,
ein hoher Stromverbrauch außerhalb der Heizperiode besteht,
zusätzliche Verbraucher flexibel mit Solarstrom betrieben werden können.
In diesen Fällen ist der Verzicht auf Photovoltaik weniger eine technische Notwendigkeit als vielmehr eine wirtschaftlich verpasste Chance.
Tipp: Lass dir unbedingt mehrere Angebote für PV-Anlagen anbieten, damit du die PV-Anlage zu einem möglichst guten Preis bekommst. Über folgendes Portal erhältst du in wenigen Schritten verschiedene Angebote von PV-Installateuren aus deiner Region: Solaranlagen-Portal
Kurz zusammengefasst: Eine Wärmepumpe ohne Photovoltaik ist nicht grundsätzlich falsch. Sie ist jedoch dort wenig sinnvoll, wo Photovoltaik über das Jahr hinweg hohe Eigenverbrauchsanteile ermöglicht und damit die Gesamtkosten deutlich senkt.
Rechenbeispiel: Wärmepumpe mit und ohne Photovoltaik im Vergleich
Um die Unterschiede zwischen einer Wärmepumpe ohne und mit Photovoltaik greifbarer zu machen, hilft ein vereinfachtes Rechenbeispiel. Es zeigt nicht die maximale, sondern eine realistische Wirtschaftlichkeit unter typischen Rahmenbedingungen.
Ausgangssituation
Einfamilienhaus mit gutem energetischen Standard
Luft-Wasser-Wärmepumpe
Strombedarf der Wärmepumpe: 5.800 kWh pro Jahr
Haushaltsstrom (ohne Wärmepumpe): 3.500 kWh pro Jahr
Betrachtungszeitraum: 20 Jahre
Variante A: Wärmepumpe ohne Photovoltaik
Gesamter Strombedarf wird aus dem Netz gedeckt
Angenommener Strompreis: 30 ct/kWh
Jährliche Stromkosten:
Wärmepumpe: ca. 1.740 €
Haushalt: ca. 1.050 €
Summe: ca. 2.790 € pro Jahr
Über 20 Jahre ergeben sich – ohne Preissteigerungen – rund 55.800 € an Stromkosten.
Variante B: Wärmepumpe mit Photovoltaik
PV-Anlage: 8 kWp
Jahresertrag: ca. 8.000 kWh
(Hoher) Eigenverbrauchsanteil: 60 % (Haushalt + Wärmepumpe)
Eigenstromnutzung: ca. 4.800 kWh
Jährliche Einsparung:
Reduzierter Netzstrombezug um 4.800 kWh
Ersparnis bei 30 ct/kWh: ca. 1.440 € pro Jahr
Die restlichen Stromkosten belaufen sich auf rund 1.350 € pro Jahr.
Über 20 Jahre ergibt das ca. 27.000 € Stromkosten, zuzüglich der höheren Anfangsinvestition für die PV-Anlage.
Einordnung des Ergebnisses
Bei den Annahmen im Beispiel kann die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik die Gesamtkosten über die Lebensdauer deutlich senken.
Entscheidend ist dabei nicht ein einzelnes Jahr, sondern die langfristige Betrachtung über 15 bis 20 Jahre.
Strategischer Ansatz: Heute ohne Photovoltaik – morgen mit Photovoltaik?
In vielen Fällen ist die Entscheidung für oder gegen eine Photovoltaikanlage keine Grundsatzfrage, sondern eine Frage des Zeitpunkts. Eine Wärmepumpe kann problemlos zunächst ohne PV betrieben werden, solange sie von Anfang an strategisch vorbereitet wird.
Wärmepumpe zuerst, PV später ergänzen
Gerade beim Heizungstausch stehen oft Budget, Förderbedingungen und Zeitdruck im Vordergrund. In solchen Situationen kann es sinnvoll sein, den Fokus zunächst auf eine effizient ausgelegte Wärmepumpe zu legen und die Photovoltaikanlage zu einem späteren Zeitpunkt nachzurüsten. Technisch ist das in der Regel problemlos möglich.
Wichtig ist dabei, dass die Wärmepumpe nicht isoliert geplant wird, sondern als Teil eines zukünftigen Energiesystems.
Worauf bei der Planung geachtet werden sollte
Damit eine spätere PV-Nachrüstung reibungslos funktioniert, sollten einige Punkte frühzeitig berücksichtigt werden:
ausreichende Platzreserven im Zählerschrank,
eine Regelung, die externe Stromsignale oder Eigenstromnutzung unterstützt,
saubere Trennung und Dokumentation der Stromkreise,
optional die Vorbereitung für ein Energiemanagementsystem.
Diese Maßnahmen verursachen kaum Mehrkosten, erhöhen aber die Flexibilität erheblich.
Schrittweise Investition statt Komplettlösung
Nicht jede wirtschaftlich sinnvolle Lösung muss sofort vollständig umgesetzt werden. Eine schrittweise Investition kann Risiken reduzieren und Planungssicherheit schaffen – insbesondere, wenn sich Strompreise, Förderbedingungen oder der eigene Strombedarf in Zukunft ändern.
Fazit: Ist eine Wärmepumpe ohne Photovoltaik sinnvoll?
Eine Wärmepumpe kann auch ohne Solar-Anlage eine sinnvolle, effiziente und zukunftsfähige Heizlösung sein – insbesondere in gut gedämmten Gebäuden mit moderatem Wärmebedarf und begrenztem Investitionsbudget. Technisch funktioniert sie unabhängig von einer PV-Anlage zuverlässig, und auch wirtschaftlich kann sie sich rechnen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Gleichzeitig zeigt die Betrachtung über mehrere Jahre: Der größte wirtschaftliche Mehrwert der Photovoltaik liegt nicht im Winterbetrieb der Wärmepumpe, sondern in der ganzjährigen Reduzierung des Netzstrombezugs – vor allem beim Haushaltsstrom und bei zusätzlichen Verbrauchern.
Wer auf PV verzichtet, verzichtet daher weniger auf eine funktionierende Heizung, sondern auf langfristige Kostenvorteile und eine gewisse Absicherung gegen steigende Strompreise.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht „Wärmepumpe mit oder ohne PV?“, sondern: Passt die Photovoltaik heute schon zum Gebäude, zum Verbrauchsprofil und zum Budget – oder ist sie ein sinnvoller nächster Schritt?
Wer diese Frage realistisch beantwortet und die Wärmepumpe vorausschauend plant, trifft in beiden Fällen eine solide Entscheidung.



















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