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Welche Heizkörper sind für eine Wärmepumpe am besten geeignet?

21. Aug.
7 Min. Lesezeit

Welche Heizkörper eignen sich für eine Wärmepumpe? Erfahre, welche Modelle bei niedrigen Vorlauftemperaturen ausreichend Wärme liefern, worauf du bei der Auswahl achten solltest und mit welchen Kosten du rechnen musst.

Wärmepumpe mit Heizkörper betreiben

ine Wärmepumpe benötigt nicht zwingend eine Fußbodenheizung. Auch klassische Heizkörper können die Räume zuverlässig erwärmen – vorausgesetzt, ihre Heizleistung reicht bei einer möglichst niedrigen Vorlauftemperatur aus.


Wenn vorhandene Heizkörper zu klein sind, müssen deshalb nicht automatisch alle ausgetauscht werden. Häufig genügt es, einzelne kritische Räume mit größeren oder leistungsfähigeren Modellen auszustatten. Dafür kommen verschiedene Lösungen infrage: großflächige Plattenheizkörper, spezielle Niedertemperatur-Heizkörper oder Gebläsekonvektoren.


In diesem Beitrag erfährst du:

  • welche Heizkörper besonders gut mit Wärmepumpen funktionieren,

  • wie sich die verschiedenen Modelle unterscheiden,

  • worauf es bei der Dimensionierung ankommt,

  • wann ein Gebläse sinnvoll sein kann

  • und mit welchen Kosten du ungefähr rechnen musst.


Was zeichnet einen guten Heizkörper für eine Wärmepumpe aus?

Wärmepumpen arbeiten besonders effizient, wenn sie das Heizungswasser nur auf eine vergleichsweise niedrige Temperatur erwärmen müssen. Der geeignete Heizkörper muss deshalb auch bei dieser niedrigeren Vorlauftemperatur genügend Wärme an den Raum abgeben.


Entscheidend ist nicht allein die Bezeichnung des Heizkörpers, sondern seine tatsächliche Heizleistung unter den geplanten Betriebsbedingungen. Ein großer klassischer Plattenheizkörper kann sich daher besser eignen als ein kleiner Heizkörper, der ausdrücklich als Niedertemperaturmodell beworben wird.


Ein guter Heizkörper für eine Wärmepumpe zeichnet sich insbesondere durch folgende Eigenschaften aus:

  • ausreichend hohe Heizleistung bei niedriger Vorlauf- und Rücklauftemperatur,

  • möglichst große Wärmeübertragungsfläche,

  • passende Dimensionierung für die Heizlast des Raums,

  • guter Wasserdurchfluss,

  • möglichst geringe Einschränkung durch Verkleidungen, Möbel oder Nischen,

  • passende Abmessungen und Anschlüsse für den vorgesehenen Einbauort.


Welche Heizkörper eignen sich am besten für eine Wärmepumpe?

Grundsätzlich kommen mehrere Heizkörertypen infrage. Welche Variante am besten passt, hängt von der Heizlast, dem verfügbaren Platz, der benötigten Vorlauftemperatur und dem Budget ab.


Großflächige Plattenheizkörper

Plattenheizkörper sind im Gebäudebestand weit verbreitet. Sie bestehen aus einer oder mehreren wasserführenden Platten und können zusätzlich mit Konvektionsblechen ausgestattet sein.


Für eine Wärmepumpe eignen sich insbesondere groß dimensionierte, mehrlagige Modelle. Häufig kommen beispielsweise Heizkörper der Typen 22 oder 33 infrage:

  • Ein Typ-22-Heizkörper besitzt zwei Heizplatten und zwei Konvektionsbleche.

  • Ein Typ-33-Heizkörper besitzt drei Heizplatten und drei Konvektionsbleche.

Bei gleicher Höhe und Länge stellt Typ 33 in der Regel mehr Heizleistung bereit, ist dafür aber auch tiefer. Ob sich Typ 22 oder Typ 33 besser eignet, muss anhand der benötigten Raumleistung und des verfügbaren Platzes entschieden werden.


Vorteile:

  • bewährte und vergleichsweise unkomplizierte Technik,

  • große Auswahl an Abmessungen und Leistungen,

  • häufig ohne zusätzlichen Stromanschluss nutzbar,

  • je nach Anschlusssituation relativ einfacher Austausch.


Nachteile:

  • für niedrige Vorlauftemperaturen teilweise sehr große Abmessungen erforderlich,

  • mehrlagige Modelle benötigen mehr Tiefe,

  • in Räumen mit hoher Heizlast kann der vorhandene Platz nicht ausreichen.


Niedertemperatur-Heizkörper

Niedertemperatur-Heizkörper sind für Heizsysteme mit niedrigen Systemtemperaturen konzipiert. Sie verfügen über eine große Wärmeübertragungsfläche und teilweise über eine optimierte Luftführung. Manche Modelle arbeiten rein passiv, andere unterstützen die Wärmeabgabe mit eingebauten Ventilatoren.


Der Begriff ist jedoch nicht einheitlich geschützt. Deshalb solltest du dich nicht allein auf die Produktbezeichnung verlassen. Maßgeblich ist die vom Hersteller angegebene Heizleistung bei den tatsächlich geplanten Vorlauf-, Rücklauf- und Raumtemperaturen.


Vorteile:

  • hohe Leistung bei niedrigeren Systemtemperaturen,

  • gut auf Wärmepumpen abgestimmte Modelle erhältlich,

  • teilweise kompakter als ein passiver Plattenheizkörper mit vergleichbarer Leistung.


Nachteile:

  • meist teurer als einfache Standardheizkörper,

  • je nach Modell größer oder tiefer,

  • bei integrierten Ventilatoren entstehen zusätzliche Geräusche und ein geringer Stromverbrauch.



Gebläsekonvektoren und Heizkörper mit Ventilator

Gebläsekonvektoren – auch Fan-Coils genannt – verteilen die Wärme mithilfe eines Ventilators im Raum. Dadurch können sie bereits bei niedrigen Heizwassertemperaturen eine vergleichsweise hohe Leistung bereitstellen.


Sie sind besonders interessant, wenn in einem Raum viel Heizleistung benötigt wird, aber nur wenig Platz für einen großen passiven Heizkörper vorhanden ist. Typische Einsatzorte können Badezimmer, ausgebaute Dachräume oder Räume mit großen Fensterflächen sein.


Einige Geräte können in Verbindung mit einer dafür geeigneten Wärmepumpe im Sommer auch zur Kühlung eingesetzt werden. Dafür müssen jedoch die gesamte Anlage, die Regelung und der Umgang mit möglichem Kondenswasser entsprechend geplant sein.


Vorteile:

  • hohe Heizleistung trotz niedriger Vorlauftemperatur,

  • kompakte Bauweise möglich,

  • schnelle Reaktion auf Temperaturänderungen,

  • je nach Ausführung auch zur Kühlung nutzbar.


Nachteile:

  • Ventilator kann hörbar sein,

  • zusätzlicher Stromanschluss erforderlich,

  • regelmäßige Reinigung von Filtern und Luftwegen,

  • höhere Anschaffungskosten.


Konvektoren

Konvektoren übertragen einen großen Teil der Wärme über die vorbeiströmende Raumluft. Modelle mit einer großzügig ausgelegten Wärmeübertragungsfläche können ebenfalls für niedrige Systemtemperaturen geeignet sein.

Sehr kleine, ursprünglich für hohe Vorlauftemperaturen ausgelegte Konvektoren reichen dagegen möglicherweise nicht aus. Auch hier ist die Heizleistung am konkreten Betriebspunkt entscheidend.


Badheizkörper

Das Badezimmer stellt bei der Planung häufig einen Sonderfall dar. Dort wird meist eine höhere Raumtemperatur gewünscht, während schmale Handtuchheizkörper bei niedrigen Vorlauftemperaturen teilweise nur eine begrenzte Leistung liefern.


Je nach Heizlast können folgende Lösungen sinnvoll sein:

  • ein größer dimensionierter Badheizkörper,

  • ein zusätzlicher Heizkörper,

  • ein Niedertemperatur-Heizkörper mit Ventilator,

  • eine ergänzende Wand- oder Fußbodenheizung,

  • für kurze Bedarfsspitzen ein elektrischer Zusatzheizstab im Badheizkörper.


Eine elektrische Zusatzheizung sollte jedoch nicht dauerhaft den fehlenden Teil der Raumheizung übernehmen, da direktelektrisches Heizen vergleichsweise viel Strom benötigt.


Vergleich geeigneter Heizkörper für Wärmepumpen

Heizkörertyp

Eignung bei niedriger Vorlauftemperatur

Platzbedarf

Geräusche

Typischer Einsatz

Großer Plattenheizkörper

Gut bis sehr gut bei passender Dimensionierung

Mittel bis hoch

Keine

Wohn- und Schlafräume

Passiver Niedertemperatur-Heizkörper

Sehr gut

Je nach Modell mittel bis hoch

Keine

Unterschiedliche Wohnräume

Heizkörper mit Ventilator

Sehr gut

Häufig geringer

Leise Ventilatorgeräusche möglich

Kritische Räume mit wenig Platz

Gebläsekonvektor

Sehr gut

Gering bis mittel

Ventilator hörbar

Räume mit hoher Heiz- oder Kühllast

Klassischer Handtuchheizkörper

Je nach Größe eher begrenzt

Gering

Keine

Badezimmer mit geringer Heizlast

Die Tabelle bietet lediglich eine erste Orientierung. Ein Heizkörertyp ist nicht automatisch geeignet, nur weil er grundsätzlich mit niedrigen Temperaturen arbeiten kann. Entscheidend bleibt die konkrete Leistung im jeweiligen Raum.


Worauf solltest du bei der Auswahl achten?

Raumweise Heizlast berechnen

Die Heizlast gibt an, wie viel Wärme ein Raum am angesetzten kalten Auslegungstag benötigt, um die gewünschte Temperatur zu halten. Sie hängt unter anderem von Raumgröße, Außenflächen, Fenstern, Dämmstandard und gewünschter Raumtemperatur ab.


Für die Auswahl neuer Heizkörper sollte die Heizlast für jeden Raum einzeln bestimmt werden. Eine überschlägige Betrachtung des gesamten Hauses reicht dafür nicht aus.


Heizleistung am geplanten Betriebspunkt vergleichen

Die Nennleistung eines Heizkörpers gilt immer für festgelegte Temperaturbedingungen. Wird die Vorlauftemperatur reduziert, sinkt auch seine Heizleistung.


Vergleiche deshalb nicht einfach die auffälligste Leistungsangabe im Produktdatenblatt. Relevant ist, welche Leistung der Heizkörper bei der geplanten Vorlauf- und Rücklauftemperatur sowie der gewünschten Raumtemperatur erreicht.

Die Leistung des ausgewählten Heizkörpers muss mindestens die Heizlast des jeweiligen Raums abdecken. Etwas Reserve kann sinnvoll sein, eine pauschale und starke Überdimensionierung ist aber nicht automatisch die beste Lösung.


Verfügbaren Platz berücksichtigen

Ein größerer passiver Heizkörper ist häufig eine einfache und effiziente Lösung. Dafür müssen am vorgesehenen Standort jedoch genügend Wandfläche und Tiefe vorhanden sein.


Prüfe außerdem:

  • vorhandene Rohranschlüsse,

  • Abstand zu Boden und Fensterbank,

  • Tiefe des Heizkörpers,

  • Öffnung von Türen und Fenstern,

  • Abstand zu Möbeln und Vorhängen,

  • Tragfähigkeit der Wand.


Geräusche und Stromanschluss bedenken

Bei Heizkörpern mit Ventilator sollte vor dem Kauf geprüft werden, wie laut das Gerät in den verschiedenen Leistungsstufen arbeitet. Im Schlafzimmer können selbst geringe Geräusche störend sein.


Außerdem wird in der Nähe des Heizkörpers ein Stromanschluss benötigt. Der zusätzliche Stromverbrauch ist zwar meist gering, sollte aber ebenso wie Wartung und Reinigung berücksichtigt werden.


Hydraulik des Gesamtsystems prüfen

Auch der beste Heizkörper funktioniert nicht optimal, wenn er nicht ausreichend mit Heizwasser versorgt wird. Deshalb sollten Volumenstrom, Ventileinstellungen und hydraulischer Abgleich gemeinsam mit den neuen Heizkörpern geplant werden.


Können vorhandene alte Heizkörper bleiben?

Möglicherweise musst du überhaupt keine oder nur einzelne Heizkörper ersetzen. Große Bestandsheizkörper können auch bei niedrigeren Vorlauftemperaturen genügend Wärme abgeben. Ob das in deinem Haus funktioniert, lässt sich jedoch nur anhand der Raumheizlast und der tatsächlichen Heizkörperleistung beurteilen.


Wie du die vorhandenen Heizkörper mit dem 55-Grad-Test selbst überprüfst und warum alte Rippen- oder Plattenheizkörper nicht automatisch ungeeignet sind, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag Wann ist eine Wärmepumpe mit alten Heizkörpern möglich und sinnvoll?.


Hochtemperatur-Wärmepumpe oder größere Heizkörper?

Moderne Hochtemperatur-Wärmepumpen können vergleichsweise hohe Vorlauftemperaturen bereitstellen. Das kann in bestimmten Gebäuden eine Lösung sein. Eine hohe maximal erreichbare Temperatur bedeutet aber nicht automatisch, dass der Betrieb bei dieser Temperatur besonders effizient ist.


Müssen nur einzelne Heizkörper ersetzt werden, kann es langfristig sinnvoller sein, deren Heizfläche zu vergrößern und dadurch die Vorlauftemperatur des gesamten Systems abzusenken. Benötigen dagegen zahlreiche Räume hohe Temperaturen, müssen Investitionskosten, erreichbare Jahresarbeitszahl und mögliche Anpassungen am Gebäude beziehungsweise Heizsystem miteinander verglichen werden.


Was kosten geeignete Heizkörper für eine Wärmepumpe?

Die Kosten hängen stark von Heizkörertyp, Größe, Leistung, Hersteller und Einbausituation ab. Zusätzlich zum eigentlichen Heizkörper können Ausgaben für Ventile, Anschlussmaterial, Montage, Anpassungen der Rohrleitungen und einen hydraulischen Abgleich entstehen.


Als grobe Orientierung kannst du mit folgenden Größenordnungen rechnen:

Maßnahme

Grobe Kosten inklusive üblicher Montage

Austausch gegen einen größeren Plattenheizkörper

etwa 300 bis 800 Euro

Niedertemperatur-Heizkörper

etwa 500 bis 1.500 Euro

Heizkörper mit Ventilator oder Gebläsekonvektor

etwa 700 bis 2.000 Euro

Hydraulischer Abgleich im Einfamilienhaus

je nach Umfang mehrere Hundert bis über 1.000 Euro

Die tatsächlichen Kosten können insbesondere bei notwendigen Änderungen an Anschlüssen oder Rohrleitungen deutlich abweichen. Hole deshalb mehrere Angebote ein und achte darauf, dass die angebotenen Heizkörper anhand einer raumweisen Heizlastberechnung dimensioniert wurden.


Werden neue Heizkörper zusammen mit der Wärmepumpe gefördert?

Werden Heizkörper im unmittelbaren Zusammenhang mit dem geförderten Einbau einer Wärmepumpe ausgetauscht oder optimiert, können die Arbeiten unter bestimmten Voraussetzungen als förderfähige Umfeldmaßnahme berücksichtigt werden. Maßgeblich sind die zum Zeitpunkt der Antragstellung geltenden Förderbedingungen.


Informiere dich deshalb vor der Auftragsvergabe über die aktuelle Förderung für Wärmepumpen. Alternativ kann unter bestimmten Voraussetzungen der Steuerbonus für energetische Sanierungsmaßnahmen infrage kommen. Eine Doppelförderung derselben Kosten ist nicht möglich.


Wichtig: Die Kosten unterscheiden sich je nach Gebäude und Anbieter deutlich. Über den Heizungsfinder kannst du Angebote von Heizungsbauern aus deiner Region anfordern und miteinander vergleichen.


Entscheidungshilfe: Welcher Heizkörper passt zu deinem Raum?

  • Ausreichend Wandfläche vorhanden: Ein größerer Platten- oder passiver Niedertemperatur-Heizkörper ist häufig die einfachste Lösung.

  • Hohe Heizlast, aber wenig Platz: Ein Heizkörper mit Ventilator oder ein Gebläsekonvektor kann mehr Leistung auf kleinerer Fläche bereitstellen.

  • Badezimmer mit hoher Wunschtemperatur: Heizlast genau berechnen und gegebenenfalls eine Kombination mehrerer Heizflächen vorsehen.

  • Schlafzimmer mit geringer Heizlast: Ein passend dimensionierter passiver Heizkörper vermeidet mögliche Ventilatorgeräusche.

  • Nur ein einzelner kritischer Raum: Der gezielte Austausch dieses Heizkörpers kann ausreichen, um die Vorlauftemperatur des gesamten Systems zu senken.

  • Kühlung erwünscht: Nur Geräte auswählen, die ausdrücklich dafür geeignet sind, und Kondensat sowie Regelung fachgerecht planen lassen.


Fazit: Die Heizleistung bei niedriger Temperatur entscheidet

Für eine Wärmepumpe eignen sich vor allem Heizkörper, die auch bei niedrigen Vorlauftemperaturen die benötigte Raumwärme bereitstellen. Dafür kommen große Plattenheizkörper, spezielle Niedertemperatur-Heizkörper und ventilatorunterstützte Modelle infrage.


Welcher Heizkörper am besten passt, lässt sich nicht allein anhand seiner Bauart entscheiden. Maßgeblich sind die raumweise Heizlast und die vom Hersteller ausgewiesene Heizleistung bei den tatsächlich geplanten Systemtemperaturen.


In vielen Häusern müssen außerdem nicht alle Heizkörper erneuert werden. Häufig reicht es, einzelne kritische Räume gezielt mit größeren oder leistungsfähigeren Modellen auszustatten. So kann die Vorlauftemperatur sinken und die Wärmepumpe effizienter arbeiten, ohne das gesamte Wärmeverteilsystem auszutauschen.



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