Zisterne einbauen lassen oder selber bauen? Eine Entscheidungshilfe
- Benjamin Fritz
- vor 2 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Die Installation einer Zisterne kann eine sinnvolle Investition sein, um Regenwasser effizient zu nutzen und langfristig Wasser- sowie Abwasserkosten zu sparen. Doch stellt sich vielen Hausbesitzern die Frage: Soll ich die Zisterne selbst einbauen oder einen Fachbetrieb beauftragen?

In diesem Beitrag zeigen wir dir, welcher Aufwand mit dem Selbstbau verbunden ist, welche Schritte nötig sind und welche Kosten bei den beiden Varianten entstehen.
Zisterne selber einbauen – diese Schritte sind nötig
Wer handwerklich begabt ist und sich den Aufwand zutraut, kann eine Menge Geld sparen, indem er die Zisterne selbst einbaut. Hier zeigen wir dir die wichtigsten Schritte.
Schritt 1: Die richtige Zisternengröße berechnen
Bevor es losgeht, musst du entscheiden, ob die Zisterne nur für die Gartenbewässerung oder auch für die Toilettenspülung und Waschmaschine genutzt werden soll.
Nur Gartenbewässerung → 3.000–6.500 Liter reichen meist aus.
Zusätzlich für Haushaltsnutzung → Mindestens 8.000–10.000 Liter erforderlich.
Zur Berechnung der optimalen Größe spielen folgende Faktoren eine Rolle:
✅ Durchschnittlicher Niederschlag in deiner Region
✅ Größe der Dachfläche, von der das Regenwasser gesammelt wird
✅ Anzahl der Personen im Haushalt (bei Haushaltsnutzung)
✅ Größe der zu bewässernden Gartenfläche
👉 Tipp: Du kannst online Zisternengrößen-Rechner nutzen, um die benötigte Kapazität zu berechnen.
Schritt 2: Anmeldung & Genehmigungen klären
In den meisten Regionen ist keine Genehmigung für Garten-Zisternen erforderlich.
Falls du die Zisterne für den Haushalt nutzt, musst du die Installation beim Gesundheitsamt und teilweise auch bei der unteren Wasserbehörde anmelden.
Die Trink- und Nutzwasserleitungen müssen strikt getrennt sein!
👉 Tipp: Manche Gemeinden bieten Förderungen für Regenwassernutzungssysteme an – es lohnt sich, nachzufragen!
Schritt 3: Den optimalen Standort wählen
Die Zisterne sollte möglichst nah an der Fallrohrleitung installiert werden, um die Rohrwege kurz zu halten. Außerdem muss der Untergrund stabil genug sein, um das Gewicht der gefüllten Zisterne langfristig zu tragen.
👉 Beachte:
✅ Mindestabstand zu Gebäuden sollte mindestens eine Behälterbreite betragen.
✅ Bei Hanglagen ist eine Stützmauer erforderlich, um Druck auf die Zisterne zu vermeiden.
Schritt 4: Die Zisternengrube ausheben
Für das Ausheben der Grube benötigst du entweder Manpower und Schaufeln oder einen Minibagger.
Grubenmaße berechnen:
Zisterne + 50 cm Arbeitsraum an allen Seiten
Mindestens 20 cm Bettung aus Kies oder Sand als Untergrund
Einbautiefe so wählen, dass die Zisterne unterhalb der Frostgrenze liegt
Kosten: Falls du den Aushub nicht selbst entsorgen kannst, fallen Deponiegebühren an. Diese können zwischen 20 und 50 € pro m³ betragen und regional stark variieren.
👉 Tipp: Falls du die Grube von einer (Garten-)Baufirma ausheben lässt, frag nach Paketpreisen, die oft günstiger sind.
Schritt 5: Die Zisterne einsetzen & anschließen
Die Zisterne wird mit einem Bagger oder per Hand mit Tragegurten in die vorbereitete Grube gesetzt.
✅ Zisterne mit Wasser füllen, bevor du sie verfüllst, um Verformungen zu vermeiden.
✅ Verfüllung erfolgt in drei Schritten mit Rundkornkies (4-8 mm Körnung).
✅ Kein maschinelles Verdichten bei Kunststoffzisternen!
Anschließend werden die Anschlüsse für Zulauf, Überlauf und Technikrohr montiert.
Schritt 6: Anschluss der Rohre & Pumpe
Nun werden die Wasserleitungen angeschlossen. Wichtig ist:
✅ Die Rohre müssen dicht sein, damit kein Wasser ins Erdreich gelangt.
✅ Der Förderschlauch der Pumpe sollte mindestens 20 cm unter der Wasseroberfläche hängen, da dort das Wasser am saubersten ist.
👉 Tipp: Investiere in eine leistungsstarke Pumpe, falls du Rasensprenger oder größere Entnahmemengen planst.
Schritt 7: Mutterboden aufbringen & Oberfläche angleichen
Nachdem alle Anschlüsse überprüft sind, wird die Grube mit Kies und Erdaushub aufgefüllt.
✅ Der Mutterboden sollte mindestens 10 cm dick sein.
✅ Falls gewünscht, kann Rollrasen verlegt oder die Fläche bepflanzt werden.
Nun ist die Zisterne einsatzbereit! 🎉
Vergleich der Kosten: Zisterne einbauen lassen vs. selber einbauen
Ein entscheidender Faktor bei der Entscheidung "Zisterne einbauen lassen vs. selbst einbauen" sind die Kosten. Hier ein detaillierter Vergleich der Kosten für beide Varianten:
Kostenpunkt | Selbsteinbau (€) | Fachbetrieb (€) |
Zisterne (6.500 Liter) | 1.500 – 2.500 | 1.500 – 2.500 |
Filteranlage | 200 – 400 | 200 – 400 |
Pumpe / Hauswasserwerk | 100 – 300 | 500 – 1.000 |
Rohrleitungen & Zubehör | 200 – 400 | 500 – 1.000 |
Aushub (gemieteterMinibagger oder Firma) | 200 – 1.500 | 800 – 1.500 |
Entsorgung Erdaushub (Deponie) | 20 – 50 €/m³ | 20 – 50 €/m³ |
Einbaukosten (nur bei Fachbetrieb) | 0 | 1.000 – 3.000 |
Gesamtkosten | 3.500 – 4.500 € | 6.000 – 10.000 € |
Ergebnis:
✅ Wenn du die Zisterne selber einbauen willst, sparst du Kosten in Höhe von 2.500 – 5.500 €
✅ Fachbetrieb spart Zeit & garantiert fachgerechten Einbau
Tipp: In unserem Blogbeitrag Kosten für eine Zisterne: einbauen lassen vs. selbst einbauen findest du einen ausführlichen Kostenvergleich.
Fazit: Zisterne einbauen lassen oder besser selbst einbauen?
🔹 Zisterne selbst einbauen lohnt sich, wenn…
✔ Du handwerklich geschickt bist & Zugang zu Werkzeug hast.
✔ Du Zeit & Energie hast, den Aushub und Einbau selbst durchzuführen.
✔ Du mindestens 2.500 – 5.500 € sparen möchtest.
🔹 Zisterne von einem Fachbetrieb einbauen lassen lohnt sich, wenn…
✔ Du keine Erfahrung mit Erdarbeiten & Rohrverlegung hast.
✔ Du eine Zisterne für den Haushalt planst und 100% dichte Anschlüsse benötigst.
✔ Dir die Investition von ca. 6.000 – 10.000 € nicht zu hoch ist.
Unser Tipp:
Falls du dich für den Selbsteinbau entscheidest, solltest du mindestens eine zweite Person zur Unterstützung haben. Die Arbeit ist körperlich anstrengend und bestimmte Schritte, wie das Einsetzen der Zisterne, sind allein kaum machbar.
Falls du dich für einen Fachbetrieb entscheidest, hole mehrere Angebote ein, da die Preise stark variieren können.
💡 Egal ob Selbstbau oder Fachbetrieb – eine Zisterne ist eine langfristige Investition in die Umwelt und spart dir auf lange Sicht viel Geld! 🌿